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Server 2.x EOL ? Alternative

Hilfe bei Problemen mit der Installation oder Benutzung des VMware Server 2.

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Server 2.x EOL ? Alternative

Beitragvon geniuss » 19.08.2012, 12:40

Hallo zusammen,
ich habe mich bereits sehr viel im Forum umgesehen. Ich bin einige Male über VMWare Server 2.x wäre "end of life" gestossen. Auf einem Server2008R2 wird er erst gar nicht laufe. Ist dies korrekt ?

Ich möchte bei meinen Ein/Zwei VMaschinen die geplant sind, nicht auf einen Hypervisor1 also das Hostsystem mit ESXi oder Sonstiges ersetzen. Wobei hier auch deutlich auf die Hardware geschaut werden muß. ESX kommt für den Privatgebrauch eh nicht in frage.

Ist die VMWorkstation8 die Alternative, die man auch auf einem Server mit Hostbetriebssystem einsetzten kann ?

Gruß und schönen Sonntag

King of the Hill
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Beitragvon Dayworker » 19.08.2012, 13:24

Es gibt keinen offiziellen Nachfolger, die WS8 bringt (endlich) gegenüber allen pre-WS8 das Feature der VMserver wie den Auto-Start/Stop von VMs bei Host-Start/Stop mit, wobei die Betonung auf der Stop-Funktion liegt.
Leider sollte man jedoch mangels Stabilität vom Einsatz der WS8 auf einem W2k8R2-Host absehen. Siehe dazu auch die Postings von "continuum" im Thread VM Workstation 8 und Win Server 2008 R2 Standart.

Falls du noch etwas abgehangene HW ala Core2 Duo/Quad, Nehalem oder Phenom dastehen und auch sonst überschaubare Ansprüche an gleichzeitig laufenden VMs bzw Gast-RAM hast, kommst du mit sämtlichen pre-Vista OS mit beiden VMserver-Versionen eigentlich gut zurecht. Der VMserver1 bietet dazu auch eine richtige Consolen-Anwendung und funktioniert auch mit Linux als Host-OS. Leider ist der VMserver1 zumindest für Windows noch 32bittig und bringt daher auch keine USB-Treiber für den Betrieb auf einem 64bit-OS mit. USB-Geräte unter VMserver1 mit einem 64bit-Windows fallen also flach.
Vom Einsatz von Linux als Host-OS für den VMserver2 würde ich dagegen in jedem Fall absehen, der Bug der stetig ansteigenden Host-Auslastung trotz im Leerlauf befindlicher Gäste wurde nie gelöst. Siehe dazu auch den Thread Hohe Load auf Host.
Allgemein für den VMserver2 gilt, daß das als Consolenersatz genutzte Browser-Plugin auf keinem aktuellen Browser mehr läuft und immer schon sehr unzuverlässig lief. Unter FF lief das Plugin nur bis Version 3.5 und vom IE wurden offiziell auch nur die Versionen 6/7 unterstützt. Beiden VMserver-Versionen ist außerdem gemein, daß sie sich mit Linux nur unter Zuhilfenahme manueller Patches (Any-Any-Patch) noch zur Mitarbeit bewegen lassen und auch die VMware-Tools nicht an neuere Kernel als 2.6.26 angepaßt sind. Beide VMserver-Versionen sind dazu auch nicht für neuere Win-Gäste angepaßt. Alle mit W2k8-R2 eingeführten OS-Änderungen und somit irgendwann in Form von Servicepacks in Vista, W7 und W2k8 eingeflossenen Änderungen sorgen ohne manuellen Eingriff durch einen falschen Grafiktreiber für einen Bluescreen in der VMware-Console.

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Beitragvon geniuss » 19.08.2012, 13:45

Danke, für die so ausführliche Darstellung.
Letzendlich bedeutet das, das man unter 32bit Hardware viellciht lieber einen Blick auf den VMServer1 legen sollte, was die Administartion angeht. Allerdings mit einigen Abstrichen wie USB, was für mich keinen Stellenwert einnnimmt.

Ggf. kann man wenn die Ansprüche nicht so hoch sind die WS8 auf einem potenten Win7-Host laufen lassen. Welche ja heute auch ohne Probleme mit schnellen Prozessoren und bis 32Gb Ram zu bestücken sind.

Die Beschränkungen von neueren Gast-Systemen unter dem VMWare Server sind dann ja auch nicht gerade mit der Zeit.

Wie es mit Gastsystemen unter den ESX(i) Produkten aussieht kann ich jetzt nicht beurteilen, denke aber hier wird es anders aussehen.

Alternativ, kann man sich auch den Hyper-V anschauen, wenn man schon einen 2008R2 als Host laufen hat.

Gruß

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Beitragvon Dayworker » 19.08.2012, 15:47

Sämtliche CPU-HW ohne Atom-CPU ist seit mehreren Jahren durchgängig 64bit-fähig. Die CPU muß unabhängig von der Bitbreite des Host-OS für 64bittige Gäste in jedem Fall VT-x (Intel) oder AMD-V mitbringen.
Beide VMserver sind sowohl auf 32bit- als auch 64bit-OS lauffähig, die Einschränkungen hinsichtlich USB beim VMserver1 und die fehlerhafte Erkennung neuerer CPU-HW als den bereits genannten, sind auch bekannt.
W7 lief jedenfalls damals als Preview völlig problemlos in beiden VMserver-Versionen. Lediglich der bei der WS vorhandene rudimentäre 3D-Support für DirectX9.0c fehlt komplett.
Beide VMserver kennen auch keine RAM-Beschränkungen auf dem Host. Alles was dieser adressieren kann, ist immer auch für den VMserver nutzbar.

Die professionelleren VMware-Produkte sprich vSphere4/5 unterstützen auch aktuellere Win-OS. Die Preview von Win8 lief jedenfalls anfänglich nur in der WS8, inzwischen auch unter vSphere5.

Ob man Hyper-V nutzt oder nicht, hängt von den persönlichen Vorlieben und von den nachher laufenden OS ab. Linux läuft unter VMware völlig problemlos, während Hyper-V mit wenigen Ausnahmen ausschließlich Win-Gäste unterstützt. Wenn man nur Win-Gäste oder die wenigen unterstützten Linux-Distributionen fährt, bietet W2k8-R2 dafür ausreichende Vorraussetzung.

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Beitragvon geniuss » 25.08.2012, 15:07

Dayworker hat geschrieben:W7 lief jedenfalls damals als Preview völlig problemlos in beiden VMserver-Versionen. Lediglich der bei der WS vorhandene rudimentäre 3D-Support für DirectX9.0c fehlt komplett.


In Deinem vorrigen Beitrag hattest Du geschrieben das
Dayworker hat geschrieben:
Beide VMserver-Versionen sind dazu auch nicht für neuere Win-Gäste angepaßt. Alle mit W2k8-R2 eingeführten OS-Änderungen und somit irgendwann in Form von Servicepacks in Vista, W7 und W2k8 eingeflossenen Änderungen sorgen ohne manuellen Eingriff durch einen falschen Grafiktreiber für einen Bluescreen in der VMware-Console


Aus diesem Grund meinte ich, man könne wenn die Ansprüche an die gleichzeitig laufenden Vms nicht so hoch sind, als Hostsystem ein Win7 mit i5,32GB Ram Hardware nutzten was potent genug sein sollte. Hierauf kann man dan die VMWorkstation(8) installieren.
Nun hat man keine Probleme egal welcher Art mit USB oder neueren Gästen sowie der Console.

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Beitragvon Dayworker » 25.08.2012, 16:52

geniuss hat geschrieben:Aus diesem Grund meinte ich, man könne wenn die Ansprüche an die gleichzeitig laufenden Vms nicht so hoch sind, als Hostsystem ein Win7 mit i5,32GB Ram Hardware nutzten was potent genug sein sollte. Hierauf kann man dan die VMWorkstation(8 ) installieren.
Nun hat man keine Probleme egal welcher Art mit USB oder neueren Gästen sowie der Console.
Prinzipiell richtig, allerdings lauert die Falle im Detail.
Die Workstation speziell in Version 8 ist auch nicht das gelbe vom Ei. Unser Ulli aka continuum sieht die 8 sogar nur als Beta-Version an. Mit der grad erst veröffentlichten Version 9, welche ursprünglich die Version 8.1 tragen sollte, steht weiterer Ungemach in Form eines erneut zu leistenden Kaufpreises (momentan ~223Euro laut VMware-Store) an, falls du nicht in den Genuß von Subscription oder dem WS-Kauf innerhalb eines bestimmten Zeitraumes und damit kostenloses Upgrade kommst.
Alles in allem läßt sich zur Workstation sagen, daß diese über die Versionen seit 6.5 immer langsamer geworden ist, dazu reichlich Speck angesetzt hat und von sinnlos-gefährlichen Funktionen wie Auto-Protect, welches auch noch standardmäßig :shock: aktiv ist, durchzogen ist. Dazu kommt, daß die Version 8 im Zusammenspiel mit einem eigentlich für die Virtualisierung und somit langfristige Unterstützung bevorzugten Server-OS wie dem W2k8-R2 als Host-OS kein positives Bild abgibt. In wie weit sich das Host-OS Disaster auf das binärkompatible W7-SP1 übertragen läßt, entzieht sich meiner Kenntnis. Für W2k8-R2 als Host-OS ist jedenfalls die WS7 der bessere Partner und zur WS9 fehlen noch sämtliche Erfahrungen.

Bei 32GB RAM und einem Core-i5 unter beliebigen OS als VT-Host kreuseln sich meine Zehennägel. VMs springen zur Laufzeit im gesamten RAM umher und ein Speicherfehler macht sich daher auch zügigst in allen laufenden VMs auf die eine (BSOD, Kernel-Oops) oder andere Art (Rechenfehler) bemerkbar. Sowas liesse sich aber mit ECC-RAM bei den häufiger auftretenden 1Bit-Fehlern verhindern und 2Bit-Fehler würden wenigstens erkannt werden. Leider unterstützen die Core-i5/7 unabhängig vom Chipsatz meines Wissens kein ECC.
Von einem älteren Rechner der Top500-Supercomputerliste weiß man jedoch, daß dieser einen wesentlich höheren Linpack-Wert hätte liefern können, wenn nicht alle 17min ( :!: ) ein Speicherfehler aufgetreten wäre.
Wenn man sich den vom VMware für die VMserver angedachten Einsatzort (auf Server-OS mit Server-HW, welche nicht von der ESX(i)-HCL unterstützt wird) mal genauer betrachtet, dürfte klar sein, weshalb die Workstation hier kein Nachfolger beider VMserver sein kann. Dazu bringt sie schlichtweg zuviel Klimbim mit, der in der Virtualisierung in den meisten Fällen sogar kontraproduktiv ist. Spätestens wenn performant nutzbares 3D gefordert ist, sei es als Spiel oder CAD-Entwickler, bist du eh auf HW angewiesen. Die in der VT-Welt geprädigte Maxime: "Nur soviel wie nötig (RAM + vCPU) und nicht wie möglich", gilt auch weiterhin. Einige OS wie W2k8-OhneR2 kommen auch nur leidlich mit Speicheranforderungen über 30% des für das Host-OS sichtbaren Gesamt-RAMs enbloc klar. VMs auf VMware-Desktopprodukten, und dazu zählen hier auch die VMserver, mit mehr als 2GB vRAM sind zwar möglich, aber wenig sinnvoll, da die Performance in den Keller geht.
Das sind alles Dinge, weshalb ein Core-i mit 32GB zu VT-Zwecken nur Machbarkeitsmöglichkeiten aufzeigen kann. Die Erfahrung und damit nicht nur die persönliche zeigt, wo erstmal eine VM läuft, gesellen sich innerhalb kürzester Zeit noch weitere hinzu und dann bist du mit einem Desktop-OS als Host-OS denkbar schlecht aufgestellt. Wenn du nur 1 oder 2 VMs mal laufen lassen willst, brauchst du keine 32GB RAM. Falls du jedoch dauerhaft laufende VMs im Auge hast, bist du mit dem ESXi immer besser aufgestellt. Dieser hat zwar eine HCL, seit vSphere5 werden aber inzwischen sogar einige Realtek- und Marvel-Chips unterstützt. Beim ESXi kommt noch hinzu, daß dieser rein auf die Ausführung von VMs ausgerichtet ist und somit auch keinen schwerfälligen OS-Unterbau im herkömmlichen Sinne mitschleifen muß.


Ein Nachtrag noch zu den unterstützten Gast-OS.
Die meisten neueren OS laufen trotzdem. Entscheidender ist aber eher, ob neuere OS auch mit der durch VMware oder M$ Virtual PC abgebildeten älteren HW auf Basis des 440BX-Chipsatzes klarkommen.

Man ist auch nicht in jedem Fall auf die beiliegenden VMware-Tools angewiesen. Einige Linux' bringen zudem sogar die Open-Tools bereits mit. Die Tools für Player/WS funktionieren meist auch, da sich das grundlegende Konzept nicht geändert hat und eine Console braucht man im Regelfall auch nur zur Inst. VMware bevorzugt bisher bei all seinen Produkten immer die OS-Beigaben in Form von SSH, RDP oder VNC.

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Beitragvon McStarfighter » 25.08.2012, 20:04

Dayworker, sehr guter Post. Habe ihn extra 2x durchgelesen, um nichts zu überlesen ... ;)

Meiner Meinung nach können VMware Workstation, Player und auch Oracles VirtualBox nicht sinnvoll als Serverlösung herhalten. Dafür wurden sie nie gebastelt und bei dem "Blähbauch" im Laufe der Zeit soll das auch nicht sein ...

ESXi ist da auch ne ganze Ecke besser, da es ja nunmal auf unnötiges verzichtet. Und die HCL ist auch nicht soooo barbarisch ... ;)

Ich selbst würde ESXi auch sehr gerne einsetzen auf meiner "Workstation", aber man kann es nicht lokal nutzen, immer brauchts ne Remote Console. Leider ... Damit scheidet es für mich zumindest dafür aus ...

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Beitragvon e-e-e » 25.08.2012, 21:20

Hallo,

ich kann die WS nur in kleinen Büroumgebungen als Serverersatz (ESXi) empfehlen, um sich nicht einen separaten Server, an dem man nicht arbeiten kann, in die Ecke stellen zu müssen.

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Beitragvon geniuss » 27.08.2012, 10:40

Dayworker hat geschrieben:
geniuss hat geschrieben:Bei 32GB RAM und einem Core-i5 unter beliebigen OS als VT-Host kreuseln sich meine Zehennägel. Mit ECC-RAM bei den häufiger auftretenden 1Bit-Fehlern verhindern und 2Bit-Fehler würden wenigstens erkannt werden. Leider unterstützen die Core-i5/7 unabhängig vom Chipsatz meines Wissens kein ECC.


Hallo,
muß zustimmen, sehr gute ausführung.
Allerdings sehe ich das mit einem i5 und non-ecc nicht so kritisch.
Letzte Test haben mal wieder gezeigt, das es auch nicht das goldene vom Ei ist.

ECC-Speicher (Error Correcting Code) ist für den Heimgebrauch im Grunde uninteressant. Derartige Speichermodule sind 72 statt 64 Bit breit und sind in der Lage, Einzelbitfehler zu korrigieren. Hardwareseitig ist somit alles mögliche getan, um maximale Systemstabilität zu gewährleisten.
ECC muss jedoch sowohl vom Chipsatz als auch vom BIOS unterstützt werden!
Nur fünf der 19 getesteten Motherboards bieten ECC-Support, obwohl sie dies sollten


Ich nutzte auf einem Server2003 ein VMServer2.x mit einem Exchange, dieser läuft seit über zwei Jahren eigentlich stabil. Dies ist eine Serverhardware mit ECC Ram.
Weiterhin als Hardware ein i5 Core mit entsprechendem Ram, diese Hardware hostet 3 VMs die laufen ohne Probleme (sehen was die Zeit bringt).

Im Gegensatz zu e-e-e würde ich auf keinen Fall eine Virtuallisierung auf einem Arbeitsplatz durchführen, auf welchem noch zusätzlich in beiden Systemen VM und Host produktiv gearbeitet wird.

Ich habe schon Zenarien gesehen auf dem eine Workstation als Server nicht Domäne steht. Auf dieser eine Virtualbox welcher der Server darstellt um einen schnellen Umzug auf eine neue Hardware ermöglichen soll. Aber an dieser Maschine wird nicht noch zusätzlich gearbeitet.

Danke für die vielen interessanten Anworten.

mfg


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