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Lokaler Speicher als SAN- Xtravirt oder Falcon Store

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Lokaler Speicher als SAN- Xtravirt oder Falcon Store

Beitragvon RogerG781 » 25.10.2010, 11:41

Hi Leute,
in den nächsten zwei Wochen soll ein zweiter Server zur Virtualiserung in einer kleinen Produktivumgebung eingesetzt werden.
Aufgrund von Platzproblemen können derzeit nur 2 Server untergebracht werden.
Um vMotion und HA zu testen, sollen die Server mit einem virtuellem SAN ausgestattet werden, auf dem die VM`s abgelegt werden.
Bei beiden Servern handelt es sich um 1 Quad Core Xeon 5410 mit 16/12GB RAM und 2 x 1 TB SATA Storage im RAID 1 an einem LSI MegaRAID SAS 8408E bzw. Dell Perc 6.

Da die Lösung zunächst einige Zeit laufen muss, bevor neue Hardware beschafft wird und die Platzproblematik gelöst wird, stellt sich die Frage, welche Lösung zum Einsatz kommen sollte. 8)

Da wollte ich gern mal wissen, wie eure Erfahrungen bzgl. der beiden Produkte sind. Habe schon einige Threads gelesen, wo zu Falcon Store geraten wird. :?

Fand die Xtravirt Lösung ganz schick, da man dort sieht, welche Produkte eingesetzt werden (cent OS, DRBD, etc.) allerdings hab ich mir Falcon Store noch nicht genauer angeschaut.

Was meint ihr dazu?

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Beitragvon Tschoergez » 25.10.2010, 14:39

Hi,

falls FalconStor auch sowas bietet, was Du suchst, dann wird das für Deine Größenordnung oversized (und zu teuer) sein.

Die xtravirt-Dinger sind recht easy einzurichten, aber Du tust Dir halt schwer mit Support, falls es ne Produktivumgebung sein soll.
In die gleiche Richtung geht auch ein selbstgbauter Cluster mit DRBD.


Wenns supportet sein soll, schau Dir auch mal folgende Hersteller an:
HP Lefthand VSA
Nexenta
Stormagic

Die Lefthands gibts für später auch als phys. "echte" Storage-Systeme, da wäre die Migration dann super-easy.

Wenn Du vMotion HA usw. nur ausporbieren willst, also KEINE ECHTE Hochverfügbarkeit brauchst, tuts auch eine VM als "Storage", der nicht repliziert wird.
FreeNAS, Openfiler, NFS-Freigabe auf Windows2008 sind da gute Ansätze.

Starwind passt auch ins Konzept, die haben einen Software iSCSI-Initiator der einfach einzurichten ist und je nach Lizenz replizieren kann.

Je nachdem, welche und wie viele VMs Du auf den ESX planst, solltest Du aber mehr spindeln in die Server einbauen, sonst wird schnell die eine Platte zum Flaschenhals!

Viele Grüße,
Jörg

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Beitragvon RogerG781 » 25.10.2010, 14:56

Hallo Jörg und danke für deine ausführliche Antwort.

Auf FalconStore bin ich gestossen, da die ihre Virtuelle SAN Appliance frei anbieten.

Das ganze wird in der Zeit, bis zur vollständigen Migration zu einem SAN wohl keinen Support erhalten. Daher werden wir da alleine, im Support Fall, dran hängen.

HP Lefthand hab ich mir auch schon angeschaut, allerdings waren die Berichte, die ich bisher darüber gefunden habe, sehr unterschiedlich. Die anderen beiden, genannten Hersteller werde ich mir die Tage mal anschauen.

Openfiler hab ich mir auch angeschaut, allerdings fand ich die beiden Lösungen von XtraVirt und FalconStore deutlich performanter. Server 2008 würde mir, vom GEfühl her gesagt, zuviel Leistung ziehen, daher wollte ich zu einer schmalen Linux Lösung greifen.

Mit den Platten sagst du was, da will ich noch mal schauen, in wie weit die Performance ausreichend ist.

Derzeit sind ca. 10 - 12 Server 2008 geplant.

Danke für die Tipps, werd mir mal die Alternativen anschauen.

Hast du aus Performance Sicht einen Favoriten?

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Beitragvon Supi » 25.10.2010, 15:03

Mal so als Zwischenfrage:

10-12 virtuelle Server 2008 sollen erstellt werden und dann willst du denen ein virtuelles Storage präsentieren, das auf einem SATA Raid 1 mit 2 Platten liegt?
Was soll da rauskommen? Und produktiv soll das temporär auch noch werden? Na meine Herrn.
Ich würde eher am Flaschhals Platz schrauben (vielleicht 2-3 physikalische Server virtualisieren) damit Platz für ne ordentliche SAN ist.

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Beitragvon RogerG781 » 25.10.2010, 15:29

Das wurde bisher schon getestet und ist für die Anzahl der User vollkommen ok.
Die Performance ist dabei mehr als akzeptabel.

Das habe ich bereits mal in einem anderem Thread mit diskutiert.

Bei laufenden 10 Servern komme ich beim Anlegen einer 10GB grossen Datei auf dem Host auf einen Durchsatzwert von ca. 64MB/sek.

Ich denke, dass daher noch kein Flaschenhals vorhanden ist. Lasse mich aber auch gern eines besseren belehren.

Die Frage ist halt, wieviel Performane ein virtuelles SAN zusatzlich ziehen würde.

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Beitragvon Tschoergez » 25.10.2010, 15:37

hm, wie supi schon gesagt hat:
Die variante fürs virtuelle Storage spielt wohl keine Rolle, da die zwei Platten auf jeden Fall der Engpass sind.
Gedanken über die Performance der einzelnen Lösungen musst Du Dir erst machen, wenn die Hardware überhaupt so viel Power hergibt, dass Du an die Grenzen der einzelnen Storage-Lösungen kommst.

Bedenke, dass alle VMs sich die IOs von diesen zwei Disken teilen.
Also tu Dir den Gefallen und investier in genügend Spindeln und va. in Batteriegepufferten Schreibcache beim RAID-Controller.

Dann lässt sich auch mit lokalen Disken ordentlich performantes Shared-Storage bauen.

Nochmal zum Verständnis:
Willst Du shared Storage "nur" zum ausprobieren von HA/vMotion usw., oder brauchst Du redundantes Shared Storage, bei dem die lokalen Platten der ESX dann auf den anderen repliziert werden??
Sind die platzprobleme an Storagekapazität, oder ist einfach ein Deinem Rack kein Platz für ne zusätzliche Kiste?

Xtravirt ist glaub ich das einzige, dass die Replizierung kostenlos bietet.
Wenn Du replizierten Storage brauchst, kommts auch auf Budget an (das nach dem Spindeln kaufen noch übrig ist :grin: ).

Die Lefthands haben den Vorteil, die sind easy einzurichten und skalieren sehr gut, wenn Du z.B. noch nen dritten ESX (wieder mit lokalem Storage) dazuhängen willst.

Alternativ schau Dir mal den vReplicator von vizioncore an. Damit hast Du zwar kein HA/vMoion usw., aber dafür ne schnelle Desaster Recovery-Lösung, wenn einer der ESX mal (inkl. lokaler Daten) abraucht.

Und nochwas zur Planung: Wenn Du mit Plattenperformance geizst, bau zumindest genügend RAM in die ESX ein, denn wenn der ESX sonst auch noch swappen muss, wird das ganze System ziemlich unbedienbar.

Viele Grüße,
Jörg

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Beitragvon RogerG781 » 25.10.2010, 16:00

Es wären ja auf jedem Host min. 2 Platten in einem Raid 1. Allerdings könnte man bei der Migration der Daten auf ein virtuelles SAN ein RAID 0 auf beiden System draus machen.


Die RAID Controller haben beide eine BBU und der LSI 512MB Cache und der Perc 6 256MB.

Es ist ein bischen was von beidem. Es ist zum einen zum Ausprobieren der HA Funktionalitätet gedacht und zum anderen wäre es nett, wenn die Daten auf beiden ESXi Hosts liegen würden.
Mit dem Platz im Rack triffst du den Nagel ziemlich gut auf den Kopf :)

Wieviel RAM soll ich den einbauen um hier ein Swapping zu vermeiden? Derzeit sind, wie gesagt, 16GB verbaut. Der Host zeigt mir bisher, auch per Monitoring, nie mehr als 13GB verbraucht an.

Man sollte auch bedenken, dass die 10 Server 2008 derzeit auf einem Host laufen und danach auf 2 verteilt werden. Somit wird die Last des gesamten Systems ja deutlich minimiert, mit Ausnahme der HDD Performance.

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Beitragvon Tschoergez » 25.10.2010, 17:52

beim RAM gehst Du auf nummer ganz sicher, wenn Du etwa so viel einbaust, wie Du den VMs, die auf diesem ESX laufen, in Summe zuweist (also bei 6 VMs pro ESX a 2 GB kein problem).

nochmal zum Storage: Ich denke mal, die Unterschiede zwischen RAID1 und 0 werden in Deinem Fall nicht sonderlich groß sein (zwischen ganz langsam und langsam :P ). Wenn Du kein gespiegeltes Storage hast, ist RAID0 aber grob fahrlässig.

Zum HA Ausprobieren bau Dir ne VM mit den genannten Storage-Systemen ohne Replikation. Dann darf halt nur der Server ausfallen, auf dem die Storage-VM gerade NICHT läuft.

Für ne echte HA-Lösung musst Du nochmal ans whiteboard zurück, denn da spielt dann auch die Netzwerkkonfig ne große Rolle (v.a. wenn Du nur zwei Server hast, ist es verdammt schwer, nen Split-Brain zu vermeiden).

Ich denke mal, Du kommst mit nem Replikations-Tool wie
http://vizioncore.com/product/vReplicator/ oder
http://www.veeam.com/vmware-esx-backup.html
schneller zu ner stabilen Umgebung mit hinnehmbaren Ausfallzeiten im Notfall.

Viele Grüße,
Jörg

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Beitragvon e-e-e » 25.10.2010, 19:16

Hallo,

Du kannst auch 2 Storage-VMs mit ZFS (Nexenta, OpenSolaris, FreeNAS o.ä.) aufbauen und per send und receive replizieren, kein HA aber auch eine schnelle Desaster-Recovery.

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Beitragvon bla!zilla » 25.10.2010, 21:26

64 MB/s sind schön, aber in virtualisierten Umgebungen zählen eher die IOPS. Und die beiden Platten bringen als Mirror vielleicht so 120 IOPS. Ich glaube nicht, dass man damit eine Umgebung performant betreiben kann.

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Beitragvon RogerG781 » 26.10.2010, 15:33

Die Platten bringen ca. 120-150 IOPS. Also nicht gerade sehr viel, dass stimmt.

Die jetzige Umgebung ist aber wie gesagt, ausreichend schnell.

Für die geplante Umgebung werde ich mal schauen, ob ich bei beiden Servern auf jeweils 6 Platten hochziehen kann.

Danke erstmal für die zahlreichen Infos.


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