Die Foren-SW läuft ohne erkennbare Probleme. Sollte doch etwas nicht funktionieren, bitte gerne hier jederzeit melden und wir kümmern uns zeitnah darum. Danke!

Billiger, virtualisierter Backupspeicher: Controller?

Moderatoren: Dayworker, irix

Member
Beiträge: 383
Registriert: 03.10.2005, 03:29

Billiger, virtualisierter Backupspeicher: Controller?

Beitragvon al!ve » 25.09.2010, 17:28

Hi zusammen.


Wer die Vorgeschichte nicht lesen will hier die Zusammenfassung: Ich suche einen möglichst kostengünstigen RAID-Controller dessen Informationen ich innerhalb der VM abfragen kann.


Und hier das Einsatzszenario:


Ich betreibe einen ESX4i. Zur Zeit läuft der auf 4.0, ein Update folgt sobald die Backupsituation geändert ist. Nur nicht mehrere Baustellen auf einmal aufreißen.

Die Aufgabe des Backup-Hosts ist in drei Punkte gegliedert:
* Via Nagios alle VMs auf dem Livesystem überwachen (da liegt auch ein Nagios, die beiden überwachen jeweils das vollständige Netz)
* NFS-Bereitstellung und großer Speicher
* Reserve-VPN-Server falls ich durch Konfigurationsunfug den primären VPN-Zugang töte

Aus Sicherheitsgründen sind diese drei Aufgaben auf drei unterschiedliche VMs aufgeteilt.

Aktuell läuft auf alter Hardware (32bit Desktop-CPU und 1GB DDR1) ein VMware-Server. Der ist allerdings unzumutbar langsam sodass das nächtliche Vollbackup fast zwei Stunden dauert. Ein neuer Server muss her.


Nachdem meine Ansprüche funktional abgegrenzt und recht überschaubar sind muss (und darf) es kein "richtiger" Server werden. Ein Budget von ~300€ für den Computer ist möglich, zwei 2TB SATA-Festplatten schon vorhanden und deshalb nicht neu zu kaufen.


Mein Plan geht bisher in die Richtung eines Desktopcomputers mit einem günstigen Phenom II X2 und 2*2GB DDR3, und einer zusätzlichen Intel-NIC.


Diese Konstrukte haben natürlich durch die Bank keinen brauchbaren RAID-Controller. Mein Plan -- der nach ersten Tests auf meinem privaten Desktop-PC (AMD 4850x, 4GB DDR2, 780G-Chipsatz) und USB-ESX recht realistisch erscheint -- sind zwei getrennte Datastores auf den beiden Festplatten und Software-RAID innerhalb der NFS-VM.

Eine mittels dd gemessene Schreibrate von 70MB/s auf das Software-RAID ist drin, und damit bin ich den 15MB/s des bisherigen Konstrukts auf VMware-Server und alter Hardware schon deutlich überlegen.

Ich hab im Zuge meiner Tests das Linux-Softwareraid gegen einen Mirror-zpool (Ubuntu und zfs-fuse) getauscht, ebenfalls mit vmdks auf unterschiedlichen physischen Platten. Die Schreibrate war mit 50MB/s geringer als beim Linux-Softwareraid, dafür war die CPU-Last deutlich höher. Und sobald dedup oder compression (für das Backuparchiv wäre ja eher ersteres das Mittel der Wahl) aktiv waren ging die Schreibrate runter auf 5MB/s und die CPU auf 100%.
ZFS als zfs-fuse in einer Ubuntu-VM auf Desktophardware scheidet also aus.


Zusammengefasst: Mein Plan lässt sich ohne RAID-Controller für ~250€ + Festplatten mit Destkopmaterial von vor drei Jahren realisieren.


Trotzdem die Frage: Gibt es im absolut unteren Preisbereich Controller die RAID1 auf SATA-Platten im ESX können und deren RAID-Zustand sich im ESX auslesen lässt?
Absolut unterer Preisbereich heißt max. 150€ für den Controller.
Dass ich damit keine Leistungsrekorde erwarten kann ist mir klar, eine BBU und Cache auf dem Controller wird es für diesen Preis wohl nicht geben.


Wer übrigens grundsätzliche Einwände gegen mein Backupkonstrukt hat darf auch diese anbringen.
Täglich die Backups auf weitere Rechner replizieren gehört übrigens auch zur Strategie, wenn der Backuphost in Flammen aufgeht fällt also lediglich das nächtliche Backup, der Reserve-VPN und der Reserve-Nagios aus, das Backuparchiv der letzten 14 Tage + Quartalsenden aller VMs liegt in Kopie noch an drei anderen Stellen in der Firma.


Grüße,
Stephan.

Guru
Beiträge: 2082
Registriert: 21.10.2006, 08:24

Beitragvon bla!zilla » 25.09.2010, 17:55

Also wenn du ZFS nutzen willst, dann nimm lieber (Open)Solaris. Das dürfte fixer sein, als ZFS über fuse.

Experte
Beiträge: 1188
Registriert: 08.11.2005, 13:08
Wohnort: bei Berlin

Beitragvon e-e-e » 25.09.2010, 18:40

Hallo,

eine angepasste Storage-Distribution mit ZFS wäre dann noch Nexenta / NexentaStor, Google hilft weiter.

Edit: Du solltest das ZFS als raidz (oder sogar raidz2), mit entsprechend mehr Platten auslegen und der VM 4 GB RAM spendieren, zwei Mirror-SSDs als ZLOG und Cache würden dann auch bei dedup die Kiste extrem beschleunigen. Ob das dann noch im Budget liegt, müsste man mal durchrechnen.
Zum herkömmlichen SoftRAID bei Linux kann ich nur sagen, dass es einen billigen HW-RAIDController (bei mir LSISAS1064E mit 250 GB-SATA2 im RAID1) um Längen schlägt.

Member
Beiträge: 383
Registriert: 03.10.2005, 03:29

Beitragvon al!ve » 25.09.2010, 20:50

Hallo zusammen.


Ich hab mich wohl wahlweise falsch ausgedrückt oder elementare Informationsfetzen weggelassen :).

Ich will nicht unbedingt ZFS nutzen, ich hab mir das nur mal angesehen weil man ja praktisch an jeder Ecke davon hört. Zugegeben, dedup wäre im Backup ne schöne Sache. Ich bin aber nicht unbedingt darauf angewiesen.
Es fallen täglich 25GB Vollbackup an, ich möchte 14 Tage täglich und dann quartalsweise speichern. Heißt ich hab 350gb Backupvolumen ständigem Wechsel und ein jährliches Wachstum vom 100gb. Den Backupspeicher mit 2TB zu bemessen ist schon sehr sehr großzügig gedacht und dürfte reichen bis die Platten aus Altersgründen "einfach so" gegen neue getauscht werden.

Ich brauche weder ein RAID5 noch ein raidZ. Ein dummer Mirror mit ner Redundanz von 50% (ich besitze wie gesagt bereits zwei 2TB-Platten die dafür gedacht sind) ist völlig ausreichend.

OpenSolaris wäre an sich nicht schlecht, nur ist damit ja erst mal Schluss. Und Ilumos? Da müssen die Nexenta-Jungs (und alle anderen die daran mitarbeiten) erst mal zeigen was sie können. Ich trau denen grundsätzlich schon ne ganze Menge zu, aber aus OpenSolaris Ilumos zu machen indem alle pririetären Komponenten durch Open-Source ersetzt werden ist kein wirklich einfaches Ziel.
Da ist zur Zeit so viel im Umbruch dass ich persönlich da ein ganz ganz mulmiges Gefühl habe, mir das als Primärbackup ins Haus zu holen ohne mich selbst intensiv damit auszukennen.

Eine noch üppigere Ausstattung in Form von SSDs als ZIL fällt aus Kostengründen vollkommen flach. Dafür kommt ja eigentlich nur ne Intel x25-m oder -e in Frage (sagt jedenfalls fast jeder Googletreffer), und die 200€ für die kleinset Ausführung sind für meine Anforderung einfach nicht drin. Gleiches gilt für dezidierte 4GB für die Speicher-VM, auch wenn die etwas günstiger sind.


Grüße,
Stephan.

Guru
Beiträge: 2082
Registriert: 21.10.2006, 08:24

Beitragvon bla!zilla » 25.09.2010, 22:32

al!ve hat geschrieben:Da ist zur Zeit so viel im Umbruch dass ich persönlich da ein ganz ganz mulmiges Gefühl habe, mir das als Primärbackup ins Haus zu holen ohne mich selbst intensiv damit auszukennen.


Also mal ganz unter uns: Sich generell so ein Gebastel mit 2 TB Homeuser-SATA Platten, VMs, kein Tape etc. als Primärbackup ins Haus zu holen ist quasi Wahnsinn.


Zurück zu „ESXi 4“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste