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Unterschiede - Vor und Nachteile....

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Unterschiede - Vor und Nachteile....

Beitragvon 2search » 22.03.2007, 10:42

Hallo Leute,

ich würde gern mal ne allgemeine Diskussion starten - und zwar, weshalb verwendet ihr VMWare Produkte und nicht Konkurrenten wie XEN oder die Microsoft Variante?

derzeit verwende ich auch VMWare - (will jetzt keine Werbung machen) - hab aber durch dieses Video: http://go.microsoft.com/?linkid=6460550 - gesehen das Microsoft ganz schön aufhohlt und nette Ideen bringt (hot CPU including, unterstützung 8 prozessoren etc....)

was sind grundsätzliche Unterschiede in der Art der Virtualisierung (VMWare, XEN, Microsoft....)? Soweit mir bekannt virtualisiert VMWare anders als XEN und es gibt ja auch noch die Container Virtualisierung alla SOLARIS oder CPU Virtualisierung alla BOCHS - aber wo liegt der Unterschied? Wie machts Microsoft?

VMWare scheint (soweit mir bekannt) derzeit der teuerste Anbieter zu sein - ist das (noch) gerechtfertigt? ich höre aber auch immer wieder das VMWare der einzige Anbieter ist, wo wirklich das funktioniert was sie versprechen....wie schauts mit der USABILITY aus? Hat Xen hier aufgehohlt?

ich will keine Markenschleimerei etc. betreiben sondern eine Sachliche Diskussion eröffnen - und hoffe auf eure Mitarbeit ;)

vielen Dank,
2search

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Beitragvon Tschoergez » 22.03.2007, 22:20

Hi,

***spät am Abend, viel Zeit für Philosophie :-) ***

Zu Technologien wie Container-Virtualisierung von Solaris oder LPAR bei AIX oder den entsprechenden Technologien von HPUX (die ja alle aus der Mainframe-Welt kommen) kann ich nix, sagen, weil zu wenig Erfahrung.

Ziel von VMware ist die Virtualisierung von x86-Architekturen. Da ist VMware seit 1999 am Markt, war damals mit der VMware Workstation 1.0 führend in dieser Technologie.

Seit dem wurde der Hypervisor natürlich stark weiterentwickelt (sei es jetzt bei der Workstation oder beim ESX-Server). Drum kann man bei VMware durchaus von einer gewissen Produkt- und Technologiereife sprechen.

Der wesentliche Punkt, warum ich VMware so bevorzuge, ist, weil es wirklich eine komplette Virtualisierung der x86-Hardware ist. Die ist (weitgehend) transparent für das Gast-OS, und ich muss keine Anpassungen im Gast vornehmen, um ein lauffähiges System zu erhalten (egal, ob Windows, Linux, Solaris, Netware, DOs usw.).

Die Technologie dahinter ist eine Software-Virtualisierung im Kern des VMware-Produkts. D.h der Hypervisor untersucht die OS-Befehle vom Gast und reicht diese entweder direkt oder modifiziert an das physikalische System (oder das Host-OS bei Workstation/Player) weiter.

Das macht VMware seit Workstation 1.0. Was neben dem eigentlichen Hypervisor im Laufe der Zeit optimiert wurde, ist die Verwaltung der Virtuellen Infrastruktur. Gerade mit VI3, also dem ESX3 und dem VC2 hat VMware für die Mitbewerber die Messlatte eine gute Ecke höher gelegt. Dazu kommt, dass mit dem VC bereits eine gute (wenn auch nicht immer so stabile wie gewünschte) Verwaltungsoberfläche auch für große Umgebungen existiert.

Durch den aufkommenden Virtualisierungshype seit ca. 1,5 Jahren ist aber auch der Konkurrenzdruck auf VMware stark gewachsen. Das begrüße ich sehr, weil sich die VMware-Leute deshalb nicht auf ihrer tollen Technik ausruhen können.

Zur Konkurrenz:
Bei Xen ist durch die Open-source-Entwicklung auf jeden Fall gegeben, dass der Hypervisor von der Technologie her die neuesten Trends nutzen kann (z.B. Hardware-Virtualisierung per Vanderpool bzw. Pacifica). Weil diese Technologien allerdings in der derzeitigen 1. Generation noch stark in den Kinderschuhen stecken, bringt das im Vergleich zu VMware performance-technisch keine Vorteile. Was bei Xen störend ist für den Einsatz im Produktivbetrieb ist die schwierige Einrichtung (mancher möge sagen das typische Linux-gefrickel), die rudimentären Verwaltungstool und v.a. der fehlende Support von irgendwelchen Anbietern (die eine Telefonnummer haben, wo ich im Notfall anrufen kann).
Wo sich XEN bereits jetzt gut einsetzen lässt, wenn ich z.B. Suse-VMs auf Suse-Xen-Servern virtualisieren will (denn da gibts auch Support für).

Bei Microsoft sehe ich zur Zeit noch einen ziemlichen Rückstand in der Technologie. Bei den "features" wie hot-includuding-CPU stellt sich die Frage nach dem Sinn bzw. der Unterstützung bei anderen OS als Gast.
Vorteile hat Microsoft natürlich bei der Virtualisierung von Windows-Systemen auf einem Windows-host, weil sie natürlich alle Möglichkeiten ihres OS voll ausschöpfen können.
Gespannt bin auf die anderen "Waffen", die MS auffahren kann, einfach durch ihre große Marktdurchdringung. Angefangen haben sie ja schon mit den Lizenzbestimmungen für den Betrieb in VMs, der in den letzten Wochen für viel Aufruhr erzeugt hat.

Ich persönlich sehe VMware immer noch als Markt- und Technologieführer, dem "ein bisschen" Konkurrenz und Druck von aussen bestimmt nicht schadet. Ich hoffe nur, dass die neue "Mutter" EMC die derzeitige Cash-Cow nicht komplett auspresst und dabei den wertvollen Vorsprung verschenkt (aber bis 2008/9 soll VMware ja eine unabhängige Tochterfirma bleiben...). Bestimmt hat VMware auch schon weitere Pläne und Features in Entwicklung, bin gespannt auf die TSX übernächste Woche in Nizza ( 8) Sommer, Sonne, Strand und Meer 8) )

Bin gespannt auf andere Meinungen....

Viele Grüße,
Jörg

PS.: Warum heißt diese Kategorie eigentlich SMALLtalk?

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Beitragvon 2search » 26.03.2007, 08:24

Hi,

klar, wenn der Markt und seine Konkurrenz funktioniert, ist das für den Endkunden natürlich immer nützlich und gut ;)

aber rein auf features bezogen, oder auch generell Technologisches Zeug:

VMWare virtualisiert anscheinend die komplette Hardware - warum ist es dann aber nicht möglich, eine VM von einer Intel CPU auf eine AMD zu verschieben(und laufen zu lassen)? (und umgekehrt)

soweit mir bekannt, ist auch das HA (High Availability) Feature nur bei VMWare vorhanden, stimmt das so? Zumindest findet man bei XEN nichts in den Dokus darüber....

was habt ihr sonst noch für Entscheidungsgründe gewählt?

ich bin dankbar für solche Informationen, weil hier in meinem Büro in letzter Zeit über solche Dinge diskutiert wird und mir da Entscheidungshilfen natürlich helfen ;)

LG und danke,
2search

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Beitragvon continuum » 26.03.2007, 14:54

VMware verwendet ein Board auf dem sowohl AMD als auch INTEL-CPUs laufen.
Die CPU selber wird nicht emuliert.

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Beitragvon 2search » 29.03.2007, 08:10

@continuum - du meinst es sollte die cpu doch egal sein, in welche richtung ich die vm verschiebe (also intel nach amd und reverse....)

lt. vmware ist das leider nicht möglich --> woher ich das habe?

laut diesem VMWare video(ich geh mal davon aus das es offiziell ist)....:

http://schimana.net/2007/02/01/vi3democ ... structure/

es zeigt die VI3 Infrastructure in Aktion - ist ca. 18 min lang und irgendwann darin kommt die Aussage, das genau dieser wandel von amd nach intel und umgekehrt nicht möglich ist....

oder versteh ich hier was falsch?

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Beitragvon Tschoergez » 29.03.2007, 08:44

@euch beide :D :

Ich glaube, ihr "redet" aneinander vorbei. Ihr habt natürlich beide recht. Das Board, das VMware emuliert, ist ein intel440, das sowohl AMD als auch Intel-CPUs kann.

Die CPU selber wird nicht emuliert (sondern nur teilweise "virtualisiert"). D.h das Gast-OS sieht, ob intel oder AMD, Prozessorfamilie, Stepping.

Drum geht auch VMotion nicht bei unterschiedlichen CPU-Familien.

Cold Migration geht, weil jedes moderne Betriebssystem dann beim Neustart mit dem neuen Prozessor umgehen kann.

Netzwerkkarte und SCSI-Adapter werden übrigens auch emuliert...

Viele Grüße,
Jörg

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Beitragvon yogoo » 29.03.2007, 10:37

Habe vor ein paar Wochen mit VMware gesprochen. Dabei haben sie mir verraten, dass diese Bindung an die CPU in einer der nächsten Versionen (3.2 oder so) verschwinden wird. Dann soll es also möglich sein, ein Vmotion von Intel nach AMD zu machen. Lassen wir uns überraschen................

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Beitragvon Tschoergez » 29.03.2007, 12:12

:grin: :grin:
Bestimmt hat VMware auch schon weitere Pläne und Features in Entwicklung, bin gespannt auf die TSX übernächste Woche in Nizza ( 8) Sommer, Sonne, Strand und Meer 8) )


viele grüße,
jörg

(,der in Reisestimmung auch mal überflüssige Posts einstellt :-) )

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Beitragvon storageguru » 29.03.2007, 14:46

Tschoergez hat geschrieben::grin: :grin:
Bestimmt hat VMware auch schon weitere Pläne und Features in Entwicklung, bin gespannt auf die TSX übernächste Woche in Nizza ( 8) Sommer, Sonne, Strand und Meer


Werde auch da sein. 8)

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Beitragvon Virtualisierer » 10.09.2007, 08:37

Hallo!

Das Thema stammt ja schon aus längerer Vergangenheit, und seit dem hat sich viel getan in der Welt der Virtualisierung.

Was gibt es denn aktuell noch für Gründe, zum VMware ESX Server zu greifen, anstatt die günstigere Alternative XEN zu nehmen? Oder seht ihr XEN nicht als Alternative?

Wie sieht es mit der Performance aus?
http://www.vmware.com/pdf/hypervisor_performance.pdf
http://xensource.com/Documents/hypervisor_performance_comparison_1_0_5_with_esx-data.pdf

Gruß

V.


PS: Wie war die TSX?

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Beitragvon Tschoergez » 10.09.2007, 15:59

Hi,
OT.: TSX was interessant, auch wenn ich mir etwas weniger Marketing-technische Vorträge erhofft hatte. Waren aber trotzdem noch genügend technische Themen dabei, so dass es sich auf jeden Fall rentiert hat. Mal schauen, wie die VMworld ab morgen wird :D 8) 8) 8)

Viele Grüße,
Jörg


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