Die Foren-SW läuft ohne erkennbare Probleme. Sollte doch etwas nicht funktionieren, bitte gerne hier jederzeit melden und wir kümmern uns zeitnah darum. Danke!

Virtualisierungslösung für KMUs

Moderatoren: Dayworker, irix

Member
Beiträge: 25
Registriert: 01.09.2009, 14:54

Virtualisierungslösung für KMUs

Beitragvon mfernau » 23.03.2012, 11:16

Hallo ihr Profis,

in Sachen Virtualisierung bin ich zwar nicht neu, aber in dem Vorhaben dass mir bevorsteht schon. Ich habe schon einige einzelne Hosts auf ESXi laufen (die kostenlose Variante), da sie bisher für meine kleinen Kunden immer ausgereicht hat.

Nun steht aber etwas größeres ins Haus und hoffe da auf etwas Input von euch.

Hier gibt es die Anforderung nach einer Lösung für ein kleines Unternehmen mit 40 Arbeitsplätzen. Es geht dabei darum 40 Clients zu virtualisieren (also Zero-Clients) plus einem Windows 2008 Domänencontroller und zwei weiteren kleineren Servern (Mailserver und Schnickschnack). Dort laufen auch keine Datawarehouse Applikationen. Es sind hauptsächlich normale Officearbeiten, Webdienste die genutzt werden und ein paar kleinere Applikationen.
Meine bisherige Überlegung sieht vor, dass ich zwei-drei "größere" Server (Dual-Core, 32-64G RAM/Host) virtualisiere und mit einem externen Speicher versehe. Die drei hosts bekommen dann vSphere verpasst und müssen ja irgendwie miteinander "verbunden" werden. Die drei Server sollen nach außen aussehen wie einer, sodass ich im fall eines Ausfalls den kompletten Betrieb auf den übrigen Maschinen weiter betreiben kann als wäre nichts passiert.

Von was für einer Lösung reden wir da? vSphere 5.0 Enterprise pro physikalischen Host plus vCenter Server? Irgendwie blicke ich durch diese ganze Verknotung bei vmware nicht durch. Würde mich ja gern einlesen, aber man kommt da von einem geschwollenen Satz in den nächsten und versteht zum Schluss nur noch vBahnhof verbunden mit vPerformance in der vCloud ;-)

Ich hoffe irgend jemand kann mir da Licht ins dunkel bringen. Wäre euch da sehr verbunden!

Vielen Dank und beste Grüße
Martin

King of the Hill
Beiträge: 13063
Registriert: 02.08.2008, 15:06
Wohnort: Hannover/Wuerzburg
Kontaktdaten:

Beitragvon irix » 23.03.2012, 12:21

Hallo Martin,

ich versuche mal Licht ins Dunkel zu bringen.
- Verbunden werden die Server durch das vCenter und das sie dort in einen (Resourcen) Cluster zusammengefuehrt werden. Dieser Cluster kann dann HA (Ausfall von VM/Host und dann Neustart), mittels FT eine VM so absichern das diese immer bei Hostausfall weiterhin ohne Unterbrechung zur Verfuegung steht oder aber dyn. Lastenausgleich (DRS) machen.

Was genau eine der Funktionen macht in welcher Lizenzstufe sich was befindet siehst du auf der VMware Seite bzw. ueber die Suche hier im Forum. Du bist nicht der Erste der am Anfang den Wald vor lauter Baeumen nicht sieht.

- Ohne Shared Storage(SAN) kein Cluster
- Ohne vCenter kein Cluster
- Bei 90% Desktop Anteil alternative VIEW Lizensierung angucken (Stichwort vRAM) VIEW AddOn, Standalone, Desktop
- Die kleinen Bundles gehen bis max. 3 Hosts
- Accelerator Kits haben keine Begrenzung und koennen mit Einzellizenzen sinnvoll Erweitert werden

Wenn du magst schick eine PM und wir telefonieren einmal wenn du magst.

Gruss
Joerg

Member
Beiträge: 25
Registriert: 01.09.2009, 14:54

Beitragvon mfernau » 23.03.2012, 15:37

Hallo Joerg,

vielen Dank erstmal für Deine Antwort! Mit den von Dir gelieferten Schlagwärtern kam ich jetzt ein ganzes Stück weiter. Vielen Dank auch für Dein Angebot für eine telefonische Beratung. Für den Fall das ich gar nicht mehr weiter kommen sollte, würde ich gern darauf zurück kommen. Derzeit ist aber alles noch graue Theorie und noch gar nicht mal so in Stein gemeißelt.

Ich hätte da erstmal eine Frage die Du mir ganz sicher beantworten kannst. Im Falle dass ich (bzw. der Kunde) tatsächlich auf Redundanz und Ausfallsicherheit setzen möchte, würde ich ja vCenter Server verwenden um aus 2-3 physischen Servern eine Einheit zu bilden. Mit den zusätzlichen Optionen HA+DRS würde auch ein schönes und rundes Gesamtpaket entstehen. Wie muss ich mir dann den vCenter Server vostellen? Ich meine - ist das ein Stück Software, die permanent auf einem weiteren physischem Host laufen muss, um aus den drei vSphere ESX-Hosts eine logische Einheit zu bilden, oder muss ich damit nur die Verbindung und Einstellung zwischen den Hosts herstellen damit diese dann untereinander wie eine logische Einheit arbeiten.
Oder um praktischer zu fragen: Brauche ich einen zusätzlichen Server um diese Clusterfunktionalität permanent anzubieten (Stichwort: Single Point of Failure wenn das Ding ausfällt), oder replizieren sich die ESX-Hosts gegenseitig diese Funktionalität. So wie das bei z.B. Windows Server bei einer AD der Fall ist.

Nichts desto trotz ist so ein SAN echt mal kein Pappenstiel. Vor allem nicht in so kleinen Dimensionen. Das Ding macht ja allein schon die Kosten eines Servers aus. Gerade deswegen, und auch weil ich gerade gesehen habe dass es bei Fujitsu ein Gesamtpaket für 42 Zero Clients mit nur EINEM Server gibt (also schieße ich hier vielleicht auch mit Kanonen auf Spatzen), geht meine Überlegung auch dahin, dem Kunden vielleicht nur einen physischen Server anzubieten, der in der Lage wäre dieses Szenario allein abzubilden (sorry für den Kettensatz - hab ich scheinbar eine Schwäche für...). Selbst wenn ich Lust hätte so etwas mal aufzustellen - praktischen Sinn muss es ja trotzdem noch machen...

Schöne Grüße und schon mal ein sonniges Wochenende
Martin

King of the Hill
Beiträge: 13063
Registriert: 02.08.2008, 15:06
Wohnort: Hannover/Wuerzburg
Kontaktdaten:

Beitragvon irix » 23.03.2012, 16:07

Wenn es mal immer so einfach waere... vCenter kommt ihn zwei sehr unterschiedlichen Varianten wobei die Windows Version in insgesamt 3 unterschiedlichen Lizenzoptionen exisitiert.

Windows vCenter
- Der "vpxd" laeuft als Windows Dienst mit einer Reihe an an Tomcats im Hintergrund und speichert die Daten/Konfiguration in einer SQL Datenbank. Als Windows ist hier zwingend ein 64bit OS zunehmen. Die Software belegt div. Ports wie 80/443/90x/ und viele weitere und ob die SQL Instanz dort mir laeuft haengt noch von anderen Begebenheiten ab.

Huckepack wuerde man noch den VMware Update Manager, Syslog Collector, und evlt AutoDeploy dort mitlaufen lassen. Kommt alles mit der vCenter Installation und ist bis auf das Autodeploy mit jeder Lizenzstufe verwendbar.

Linux vCenter:
Fuer kleinst Umgebungen oder auch nur mal so schnell zum Testen gibts die vCenter Funktionalitaet auch als Appliance mit einem Suse Linux Unterbau. Nennt sich dann VCSA und ist auf max. 5 Hosts und 50VMs begrenzt und kommt mit einer Inbuild DB2 daher. Ob eine externe DB angebunden werden kann muesste ich selber gucken. Das Ding ist in weniger als 15min am Start.

Stand heute ist dort noch kein VMware Update Manager fuer das Patching der ESX Hosts enthalten und muss somit extra installiert werden... verbindet sich aber wie viele Tools dann zum vCenter.

vCenter Lizenzen
vCenter Essential oder auch vCenter Foundation bis max. 3 ESX(i) Hosts

vCenter Standard (keine Begrenzung an Hosts und VMs) inkl. LinkMode und die Moeglichkeit fuer vCenter Heartbeat oder auch SRM mal spaeter drauf zusetzen.

Es ist kein Problem heute einen Server zuhaben welcher 100 oder mehr VMs(Desktops) faehrt. Da die aktuelle Intel Mittelklasse mit 8x8GB schon auf 64GB in Summe kommt und es stehen noch 2/3 der Baenke zur Verfuegung. Wem das nicht reicht der waehlt 16GB Module und in Zukunft dann 32er. Wobei hierbei evtl. ein neuer Hosts guenstiger kommt.

Ich persoentlich mag mehrere Mittlere Server lieber als wenige Grosse weil einen Wartungs oder auch Aussfall kann man da besser kompensieren.

Aber keine Frage, ein Server mit lokalem Storage und ein bisschen SSD Autotiering bzw. FusionIO sind wahre Ausgeburten der Hölle und es ist imposant dann 100VMs drauf zuhaben.

Gruss
Joerg

Member
Beiträge: 25
Registriert: 01.09.2009, 14:54

Beitragvon mfernau » 23.03.2012, 16:18

Das würde ich genauso sehen. Ich hab dann lieber 3 kleine Server am laufen, sodass im Ausfall eines Servers die Last auf die beiden übrigen Server verteilt werden kann. Aber die Kosten eines SAN sind da natürlich eine echte Hausnummer für ein kleines Unternehmen.

Und so wie ich das nun von Dir gelesen habe, wäre das vCenter auf einem extra Server zu installieren und muss quasi parallel zu den anderen Servern mitlaufen. Das würde doch bedeuten, dass ich effektiv 4 Hardware-Server stehen habe um dieses Szenario abzubilden (vorausgesetzt ich habe es verstanden). Im Falle des Ausfalls dieses vCenter-Servers geht dann wohl gar nichts mehr, weil die steuernde Logik für den Cluster fehlt.
Oder kann man diesen vCenter-Server selbst als VM in diesem Cluster laufen lassen??

Irgendwie erscheint es mir wenig sinnvoll, wenn ich mir diese Redundanz wieder durch einen SPOF erkaufen muss?

King of the Hill
Beiträge: 13063
Registriert: 02.08.2008, 15:06
Wohnort: Hannover/Wuerzburg
Kontaktdaten:

Beitragvon irix » 23.03.2012, 16:26

mfernau hat geschrieben:Das würde ich genauso sehen. Ich hab dann lieber 3 kleine Server am laufen, sodass im Ausfall eines Servers die Last auf die beiden übrigen Server verteilt werden kann. Aber die Kosten eines SAN sind da natürlich eine echte Hausnummer für ein kleines Unternehmen.


Dafuer haben komische Leute sowas wie Leasing sich ausgedacht und das sorgt auch bei kleineren Unternehmen fuer die Moeglichkeit so was zurealisieren.

Irgendwie erscheint es mir wenig sinnvoll, wenn ich mir diese Redundanz wieder durch einen SPOF erkaufen muss?


Stimmt, die Frage hatte ich nicht beantwortet. Es ist kein Problem das vCenter in einem HA Cluster mitlaufen zulassen welchen es selber verwaltet. Das HA funktioniert, nachdem es konfiguriert wurde, auch ohne vCenter. Bedeutet vCenter kann also durch HA mitgeschuetzt werden.

Wer aber auf DRS, vDS angewiesen ist der sollte sich was anderes ueberlegen oder aber das vCenter mit vCenter Heartbeat redundant auslegen.

Edit:
In einer VMware VIEW oder auch vCloud Director Umgebung bekommt ein vCenter natuerlich eine ganz andere Relevanz.

Gruss
Joerg

Member
Beiträge: 25
Registriert: 01.09.2009, 14:54

Beitragvon mfernau » 23.03.2012, 16:53

Ich denke dann habe ich erstmal alle Infos die ich benötige. Besten Dank für Deine Unterstützung!

Dann schönes Wochenende! :-)

Experte
Beiträge: 1188
Registriert: 08.11.2005, 13:08
Wohnort: bei Berlin

Beitragvon e-e-e » 24.03.2012, 12:22

Hallo,

wenn dir die Kosten eines SANs derartige Kopfschmerzen bereiten, würde ich mir mal NexentaStor ansehen, ist für VMware zertifiziert und kann preiswert mit 2 Maschinen und asynchroner oder synchroner Replikation ein SAN in kleinen und mittleren Umgebungen ersetzen. Die Hardwareanforderungen sind mäßig und selbst die HDDs können dank ZFS billige Consumer-Platten sein, nur mit RAM sollte man nicht sparen.

Member
Beiträge: 25
Registriert: 01.09.2009, 14:54

Beitragvon mfernau » 25.03.2012, 12:42

Das ist in der Tat eine interessante Alternative. Besten Dank für den Tipp. Schau mir das mal genauer an.

Schöne Grüße


Zurück zu „vSphere 5 / ESXi 5 und 5.1“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 6 Gäste