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Für welche ESX4 Version entscheiden?

Hilfe bei Problemen mit Installation & Benutzung des VMware ESX Server 4/VMware vSphere 4.0.

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Für welche ESX4 Version entscheiden?

Beitragvon Skaarijscout » 04.08.2009, 18:33

Hallo Forum,

als Systemadmin bereite ich gerade eine Serverumstellung für unser Unternehmen vor.
Dabei sehe ich die Virtualisierung als sinnvolle Alternative für unsere jetzige Einzelserverlandschaft.
Ich stehe dabei mit einem (scheinbar) kompetenten Systemhaus in Verbindung, welches uns im Rahmen bei der Umsetzung unterstützen sollte. Allerdings bestehen in zwei Punkten konkrete Unstimmigkeiten. Die da wären:

1.
Welche VWware Version ist für uns die Richtige?. Das Systemhaus möchte uns 4 "Enterprise"-Lizenzen für 2 Doppel-Quadcore V-Hosts verkaufen. Meiner Ansicht nach, würde für unsere Ansprüche die „Advanced“ Version ausreichen.

2.
Welche Systemressourcen werden durch „Fault-Tolerance“ auf den V-Host-Servern belegt? Das Systemhaus sagt, dass durch „Fault-Tolerance“ doppelte Ressourcenbelegung (RAM & CPU) auf den einzelnen V-Hosts erzeugt würde, da praktisch die einzelnen V-Host Server die virtuellen Server des anderen Hosts in Echtzeit vorhalten müssten. Selbst wenn kein Server ausgefallen wäre. Im Ausfallszenario ist mir das völlig klar – aber im Normalbetrieb?

Ich erlaube mir mit meinem Wissen noch kein endgültiges Urteil und frage lieber hier nach..

Zusätzlich einige Infos zum jetzigen und zum gewünschten Zustand:

Istzustand:
- 10 Server für unterschiedliche Backoffice Anwendungen (SQL, Exchange, ISA-Server, Fileserver, Applikation-Server, usw.).
- Als Betriebssystem wird dort W2003, W2003 R2, W2003 R2 64-Bit, W2008 64-Bit eingesetzt.
- 8 Server sollen Anfang kommenden Jahres virtualisiert werden. U.a. SQL, Exchange, Fileserver, usw.
- Alle bestehenden Server arbeiten mit 2 Kanal Raid und U160 & U320 Festplatten mit 15.000 U/min, sind also recht schnell.
- Die Daten der Server werden mit 1 GBit Netzwerkverbindungen an das Netzwerk abgegeben.
- Rund 110 Anwender sorgen dafür, dass sich die Festplatten der Systeme kontinuierlich füllen ;-)
- Momentan haben wir einen Festplattenbedarf von 1,6 TB (Betriebssysteme-, Backoffice- und Daten).

Sollzustand:
- 2 V-Hosts mit je 2 x Quadcore, je 64 bis 72 GB RAM und gemeinsamen Zugriff auf ein SAN mit rund 4 bis 5 TB Kapazität
- Die V-Hosts sollen gegenseitige Redundanz bieten. Also auf V-Host 1 wäre z.B. SQL-Server, Domänen-Controller, Fileserver und Internet-Proxy installiert. Würde dieser Host ausfallen, sollte der andere V-Host zeitnah die ausgefallenen, virtualisierten Server online stellen. Unter zeitnah verstehe ich eine Wartezeit von 0 bis 15 Sekunden.
- Die Datenbanken von SQL und Exchange sollen auf jeden Fall vom Ausfall des jeweiligen V-Host nichts „mitbekommen“ und dürfen nicht inkonsistent werden.
- Als SAN haben wir momentan ein iSCSI SAN auf SAS-Basis mit 15k Platten geplant. Alternativ könnte ich mir auch ein SAN auf Basis von Open-E, oder DataCore vorstellen.
- Die Daten sollen von den beiden V-Hosts per 10 GBit Kupferkabel in das Netzwerk eingespeist werden.

Meine Fragen:
- Wie verhält es sich mit den VMware-Versionen und unseren Vorgaben?
- Verbraucht ein V-Host zusätzliche Ressourcen (RAM & CPU) weil er im Normalzustand mit „Fault-Tolerance“ einen anderen V-Host absichert?
- Wer von Euch hat positive, wie negative Erfahrungen mit Open-E, oder DataCore (SAN-Melody) gemacht?
- Was habe ich möglicherweise nicht berücksichtigt?

An alle ein „fettes“ Danke im voraus, für’s Gedanken machen!
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Beitragvon JMcClane » 04.08.2009, 18:59

Fault-Tolerance ist derzeit noch mit einigen Beschränkungen versehen. Eine sei z.B. das die VM nur eine vCPU haben kann. Also wenn Maschinen darunter sind die mehr als eine CPU brauchen, dann fällt FT schon mal ganz raus, zumindest bis VMWare das auch mit mehr vCPU anbieten kann.
Da DRS und Storage VMotion bei 2 Hosts und einem Storage nicht unbedingt erforderlich ist, würde ich wahrscheinlich auch eher die Advanced nehmen.
FT braucht natürlich auf beiden Servern Ressourcen, da die VMs ja quasi parallel laufen. Sonst wäre ja auch ein unterbrechungsfreier Betrieb nicht möglich.

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Beitragvon Supi » 04.08.2009, 20:51

Also deine gewünschte maximale Ausfallzeit solltest du nochmal überdenken, da diese nur mit FT erreichbar sind.
Aktuelle Einschränkungen (aus http://www.amrila.com/vmware-vsphere-4- ... chtlinien/):
■CPU muss unterstützt werden
■Hardware Virtualization (HV) im BIOS des Hosts aktiviert
■Power Management des ESX Hosts deaktiviert
Hyper-Threading deaktiviert
Keine physikalischen RDM
■Kein Storage VMotion möglich
■N-Port ID Virtualisierung nicht unterstützt
■Gigabit NIC für Logging Informationen
■Primary und Sekondary Hosts / VMs sind im gleichen Cluster
■DRS kann nicht verwendet werden
■Identische Buildnummer der ESX Hosts >d.h. Hosts zeitnah auf gleichen Patchlevel heben
Nur 1 vCPU pro VM
■“Hot add” Funktion wird nicht unterstützt
■VM darf keine Snapshots enthalten
■VM Hardware muss in Version 7 vorliegen
■Auf einem Host dürfen nur bis max. 8 FT Primäre / Sekundäre VMs liegen

Aktuell würden ja bei einem Serverausfall 1-2 Stunden Ausfallzeit anfallen (oder mehr).
Da würdest du mit den paar Minuten bei HA schon einiges gewinnen. FT als Feature ist schick, aber für den Produktiveinsatz hat es für mich noch zu große Einschränkungen.

Die Umgebung ist sicher noch gut z.B. über 2 Dell R710 und eine MD3000(i) Abbildbar (15x450GB 15K Platten). Aber halt gleich eine weitere preiswertere Storage einplanen, wo die VM's hin gesichtert werden können.

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Beitragvon Skaarijscout » 04.08.2009, 20:55

JMcClane hat geschrieben:...Eine sei z.B. das die VM nur eine vCPU haben kann. Also wenn Maschinen darunter sind die mehr als eine CPU brauchen, dann fällt FT schon mal ganz raus ...

Dieser Sachverhalt war mir noch gar nicht bekannt. Z.Zt. sind unser SQL-, Exchange- und Fileserver mit Doppel Xeon Prozessoren 3,2 Ghz ausgestattet. Bestände wenigstens die Möglichkeit als vCPU eine Quadcore-CPU zu konfigurieren?

Was für eine Alternative gäbe es denn um "Fault Tolerance" mit Mehrfach-Progis einzubinden (Drittanbieter)?.

Gibt es eine Info seitens WMware, wann dieses Feature freigegeben wird?

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Beitragvon JMcClane » 04.08.2009, 21:23

Backup wird auch schwierig wenn man keine Snapshots machen darf, oder hab ich das falsch verstanden? Bleibt ja dann nur noch Backup per Agent in der VM übrig.

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Beitragvon StevensDE » 04.08.2009, 22:58

Hi,

also in deinem Fall, würde ich dir Hyper-V empfehlen.

So wie ich das sehe virtualisiert ihr nur Windows?

Hyper-V 2.0 ist kostenlos und bietet folgende Vorteile gegenüber VMWare:

http://www.microsoft.com/hyper-v-server/en/us/r2.aspx

Schau mal hier rein:

Ab Hyper-V 2.0 wird bei Microsoft folgendes kostenlos

1) Host Clustering
2) Live Migration
3) Large Memory Support
4) 8 Physical Processors

Diese Features kosten bei VMWare teilweise für mehrere Server an die 30.000 - 40.000 Dollar.

Und HA !! habt ihr mit Hyper-V 2008 R2 KOSTENLOS bei Microsoft.

VMWare macht wenn überhaupt nurnoch Sinn wenn man Linux virtualisieren will. Für Windows ist Microsofts Hyper-V besser. Und dank des kommenden R2 Release (kommt jetzt innerhalb von 1 Monat, RTM ist es bereits) haste auch die oben genannten Features alle kostenlos wo VMWare eurer Firma richtig die Kohle aus der Tasche zieht.

Dazu nochmal eine Grafik:

Bild

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Beitragvon irix » 04.08.2009, 22:58

Skaarijscout hat geschrieben:
JMcClane hat geschrieben:...Eine sei z.B. das die VM nur eine vCPU haben kann. Also wenn Maschinen darunter sind die mehr als eine CPU brauchen, dann fällt FT schon mal ganz raus ...

Dieser Sachverhalt war mir noch gar nicht bekannt. Z.Zt. sind unser SQL-, Exchange- und Fileserver mit Doppel Xeon Prozessoren 3,2 Ghz ausgestattet. Bestände wenigstens die Möglichkeit als vCPU eine Quadcore-CPU zu konfigurieren?


Diese Art der Konfig ist eh nicht supportet und ist primaer dazu gedacht einen Ausweg aus dem Lizendilemma zubieten bei Software welche "pro Sockel" bepreist wird.



Was für eine Alternative gäbe es denn um "Fault Tolerance" mit Mehrfach-Progis einzubinden (Drittanbieter)?.

Gibt es eine Info seitens WMware, wann dieses Feature freigegeben wird?


Nein, denn das Problem sind Timing geschichten wenn diese vCPU auf einem andern Sockel laueft. Bei XEN und Marathon haette man die gleiche Problematik und Einschränkung.


Zum Thema HA.... also hier werden alle Server/VMs/Dienster per Nagios und Co. ueberwacht. Das HA im Cluster ist bei manchen $Kunden aktiv, aber sein wir doch mal ehrlich. Jede DB/SQL Maschine ist davon ausgenommen weil die Admins keinen unkontrollierten Neustart haben wollen. Eine Oracle DB wuerde eh erstmal automatisch ins CrashRecovery laufen, das heist hier werden viele Maschinen kontrolliert und unter Aufsicht wieder angefahren im Falle eines harten ausschaltens, was ein VMware HA nunmal ist, zu zugucken.

Sollte das Netzwerk mal *kurz* weg sein dann will ich doch nicht nach 15sek. das ein HA aktiv wird. Also ich finde HA wird ueberwertet und viele $Kunden wollen das aus falschen Gruenden. Es ist doch schon so das viele zuerst Denken das es Unterbrechungsfrei ist.

@JMcClane, dem ist so.


Gruss
Joerg

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Beitragvon echt_weg » 09.08.2009, 14:41

ich sehe das ha thema genauso wie irix - für kritische server reichts nicht aus weil man eh selbst nachsehen muss was da los ist. richtig sinnvoll finde ich sowas allemal für terminalserver, fileserver und ähnliches....

@Skaarijscout
Irgendwie irritiert mich immer die bezeichnung v-host für die physikalischen server. unter v-server bzw v-hosts versehe ich eigentlich immer eher die vms auf den p-hosts - das aber nur mal nebenbei......

Ansonsten würde ich wirklich überdenken welche Wiederanlaufzeit ihr im Fehlerfall wirklich benötigt. FT hat wie schon erwähnt sehr viele Einschränkungen und belegt doppelte Ressourcen. Das alles nur für den Ausfall von einem ESX-Host (wenn das Storage stirbt hast du trotzdem nichts gewonnen und wenn die VM sich weghängt (Bluescreeen z.B.) bringts dir auch nichts...)

Ich würde folgendes machen:
- Advanced statt Enterprise kaufen und auf FT, HA verzichten. Wichtig ist, dass du vmotion hast also bei ner geplanten ESX-Host-Downtime die Kisten umverteilt bekommst.
- Hosts mit maximal möglichem RAM bestücken
- pro physikalischen Core maximal eine vCPU zuordnen wenn du den Ausfall eines ESX-Hosts abpuffern willst (bitte vorher genau überlegen wieviel vCPUs du brauchst). Evtl. merkst du, dass du nen dritten ESX benötigst um den Ausfall von einem abzudecken........
- Geld in ein FC-SAN mit redundanten Controllern stecken. Failover bei iSCSI mit VMWare ist müll (zumindest mit dem Software Initiator). Bei FC zahlst du zwar etwas mehr aber dafür bekommst du auch ne Technik auf die man sich verlassen kann und die performancetechnisch nicht so schnell der Engpass wird
- Zeit nehmen beim Einrichrichten der Arrays und LUNs. Auch das beste Storage ist lahm wenn unterschiedliche IO-Verhalten gemischt werden.
- Nicht an Spindeln sparen
- 10Gbit LAN nur nutzen wenn es schon vorhanden ist. Wenn man den Storage Traffic über FC abwickelt langt normalerweise 1Gbit LAN mit evtl. 4 Ports pro ESX-Host


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