Servus,
hier werden seit Jahren VMware Cluster mit insg. 40-50 Hots betrieben. Grundsätzlich war man damit auch immer zufrieden. Nun weht aber der Wind der Einsparung immer stärker, MS hat eine starke Lobby in der Firma. Neulich gab es wieder ein Präsentation und MS hat dem Mgmt geschickt die Augen geöffnet, warum wir noch Geld für einen VMware Hypervisor ausgeben. Der sei in 2012R2 in einer konkurrenzfähigen Version enthalten.
Ich kenne die Argumente von VMware was die Gesamtkosten angeht. Hier sind SCOM/Systemcenter/DateCenter Lizenzen aber schon vorhanden, d.h. die MS Tools sind "eh da".
Gibt es außer den technischen Gründen - die werden am Ende nur minimal zählen und ich bin sicher auf Hyper-V kann man auch recht schmerzfrei VMs betrieben - harte finanzielle Gründe mit denen man für VMware argumentieren kann? Mit hart meine ich z.B. Lizenzen usw. die auf den ersten Blick nicht sichtbar sind. Das sich Administratoren neben VMware auch mit Hyper-V beschäftigen müssen zählt nicht, das wir in einer kleinen Umgebung schon Hyper-V 2008 nutzen. Neben dem vCenter nutzen wir auch fast keine weiteren Tools aus der vSphere/vCloud Suite.
Die Foren-SW läuft ohne erkennbare Probleme. Sollte doch etwas nicht funktionieren, bitte gerne hier jederzeit melden und wir kümmern uns zeitnah darum. Danke!
Wie gegen Hyper-V positionieren
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thundercat
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Mit "harten Kosten" zielst du auf die CAPEX ab, also die Capital expenditure (Investitionsausgaben). Betriebswirtschaftlich ist das sehr einseitig, da die Investitionskosten an sich i.d.R. nur den kleineren Teil ausmachen. Wenn du es vergleichbar machen willst, dann musst du die OPEX mit einbeziehen, also die Operational expenditure (Betriebsausgaben). Nur wenn du Investitions- und Betriebsausgaben betrachtest, kannst du dir ein vollständiges Bild über die Kosten einer Lösung über den Lebenszyklus in eurem Unternehmen machen.
Bei den CAPEX kannst du Hyper-V nicht viel entgegensetzen. Hier hat Microsoft recht eindeutig die Nase vorn. Die Kombination Windows 2012 (R2) Datacenter + Systems Center 2012 (R2) Datacenter SML ist schon ziemliche einfach zu lizenzieren. In kleinen Umgebungen sicherlich kostspielig, in größeren Umgebungen aber flacht die Kostenkurve ab. Du kannst damit eine unbegrenzte Anzahl virtueller Maschinen installieren und verwalten. Nutzt du aus der System Center Produktlinie nur den SCVMM, dann ist das recht teuer. Nutzt du aber evtl. noch den SCOM oder SCCM, dann sieht es preislich wieder anders aus. Nutzt du die komplette Palette (sinnvoll!), dann ist es hochinteressant. Wichtig ist dabei: Sinnvoll nutzen! Die Lizenz im Schrank liegen zu haben bringt keinem was. Hier ist es sinnvoller konkret zu überlegen wo man die Produkte einsetzen könnte. Findet man keinen sinnvollen Einsatzzweck, dann bezahlt man wohlmöglich Software, die man nie nutzten wird. Das ist betriebswirtschaftlich ziemlicher Unsinn.
Bei den OPEX wird es wieder interessant und gleichzeitig sehr nebulös. Wie misst man Betriebskosten? Was sind bei euch im Unternehmen die Kostentreiber. Wie bewertet man Kosteneinsparungen durch bessere Ressourcenauslastung? Hier setzen Technologien wie z.B. vMotion und DRS an. Wie teuer ist das Leerräumen eines Hosts im Vergleich von vSphere zu Hyper-V? Wenn ihr einen Host mit 40 VMs in der halben Zeit leerräumt, dann ist das eine Kosteneinsparung im Sinne von gesparter Arbeitszeit. Wenn das oft genug vorkommt, dann kann man das mal durchrechnen. Wenn man es schafft, mit Hilfe von DRS mit weniger Hosts auszukommen als im Vergleich mit Hyper-V, dann sind das Einsparungen hinsichtlich der CAPEX. Wenn man es zudem schafft, damit Abläufe im Unternehmen zu verbessern (das manuelle verschieben von VMs zur Optimierung der Auslastung entfällt), dann habe ich bei den OPEX eine Verbesserung erreicht. Denk da mal an den Updatemanager und die Kombination des VUM mit DRS. Denk mal an die Vorteile von Storage DRS (manuelle Eingriffe entfallen im besten Fall). Solche Szenarien gilt es zu finden, zu dokumentieren und monetär zu bewerten. Gelingt euch das, dann kann man über die OPEX vSphere weiterhin argumentieren. Gelingt euch das nicht, dann wünsche ich euch viel Spaß mit Hyper-V. An dieser Stelle noch eine ganz persönliche Anmerkung von jemanden, der seit Workstation 1.0 und ESX2 mit VMware arbeitet: Ja, auch mit Hyper-V kann man wunderbar arbeiten. Spätestens mit 2012 R2 ist Hyper-V in einigen Bereichen absolut vergleichbar geworden.
Bei den CAPEX kannst du Hyper-V nicht viel entgegensetzen. Hier hat Microsoft recht eindeutig die Nase vorn. Die Kombination Windows 2012 (R2) Datacenter + Systems Center 2012 (R2) Datacenter SML ist schon ziemliche einfach zu lizenzieren. In kleinen Umgebungen sicherlich kostspielig, in größeren Umgebungen aber flacht die Kostenkurve ab. Du kannst damit eine unbegrenzte Anzahl virtueller Maschinen installieren und verwalten. Nutzt du aus der System Center Produktlinie nur den SCVMM, dann ist das recht teuer. Nutzt du aber evtl. noch den SCOM oder SCCM, dann sieht es preislich wieder anders aus. Nutzt du die komplette Palette (sinnvoll!), dann ist es hochinteressant. Wichtig ist dabei: Sinnvoll nutzen! Die Lizenz im Schrank liegen zu haben bringt keinem was. Hier ist es sinnvoller konkret zu überlegen wo man die Produkte einsetzen könnte. Findet man keinen sinnvollen Einsatzzweck, dann bezahlt man wohlmöglich Software, die man nie nutzten wird. Das ist betriebswirtschaftlich ziemlicher Unsinn.
Bei den OPEX wird es wieder interessant und gleichzeitig sehr nebulös. Wie misst man Betriebskosten? Was sind bei euch im Unternehmen die Kostentreiber. Wie bewertet man Kosteneinsparungen durch bessere Ressourcenauslastung? Hier setzen Technologien wie z.B. vMotion und DRS an. Wie teuer ist das Leerräumen eines Hosts im Vergleich von vSphere zu Hyper-V? Wenn ihr einen Host mit 40 VMs in der halben Zeit leerräumt, dann ist das eine Kosteneinsparung im Sinne von gesparter Arbeitszeit. Wenn das oft genug vorkommt, dann kann man das mal durchrechnen. Wenn man es schafft, mit Hilfe von DRS mit weniger Hosts auszukommen als im Vergleich mit Hyper-V, dann sind das Einsparungen hinsichtlich der CAPEX. Wenn man es zudem schafft, damit Abläufe im Unternehmen zu verbessern (das manuelle verschieben von VMs zur Optimierung der Auslastung entfällt), dann habe ich bei den OPEX eine Verbesserung erreicht. Denk da mal an den Updatemanager und die Kombination des VUM mit DRS. Denk mal an die Vorteile von Storage DRS (manuelle Eingriffe entfallen im besten Fall). Solche Szenarien gilt es zu finden, zu dokumentieren und monetär zu bewerten. Gelingt euch das, dann kann man über die OPEX vSphere weiterhin argumentieren. Gelingt euch das nicht, dann wünsche ich euch viel Spaß mit Hyper-V. An dieser Stelle noch eine ganz persönliche Anmerkung von jemanden, der seit Workstation 1.0 und ESX2 mit VMware arbeitet: Ja, auch mit Hyper-V kann man wunderbar arbeiten. Spätestens mit 2012 R2 ist Hyper-V in einigen Bereichen absolut vergleichbar geworden.
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irix
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- Sofern man vorraussetzt, Zahlenmaterial solltet ihr selber haben wenn Hyper-V schon vorhanden ansonsten fragt euren VMware Parter das Hper-V eine 20% kleinere Konsolidierungsrate hat als vSphere dann bedeutet es fuer euch das ihr 8-9 weitere Hosts benoetigt
- Risikobetrachtung und dessen Bewertung obliegt deinen Chefs aber die Fragen muessen von euch kommen. Wechsel vom Markfuehrer >10 Jahre, 76% Marktanteil zur Nr.2., Anpassen von Prozess und Beschreibungen
- Wie ich sehe habt ihr zwar das beste Programm welches von VMware gibt lizenziert aber ihr setzt es nicht ein. vSphere Orchestrator. Fairerweise muss man sagen das es auch gut mit Hyper-V zusammen arbeiten wuerde
- Rechne OPEX fuer 5-7 Jahre aus. Auch Microsoft SA ist nicht umsonst
- Schau das du ein Killerfeature findest welches ihr benoetigt oder as leben einfacher und sicherer macht. Lass dir von deinem VMware Parner die Battlecards geben wobei ich nicht weis ob da schon 2012R2 mit drauf ist
Gruss
Joerg
- Risikobetrachtung und dessen Bewertung obliegt deinen Chefs aber die Fragen muessen von euch kommen. Wechsel vom Markfuehrer >10 Jahre, 76% Marktanteil zur Nr.2., Anpassen von Prozess und Beschreibungen
- Wie ich sehe habt ihr zwar das beste Programm welches von VMware gibt lizenziert aber ihr setzt es nicht ein. vSphere Orchestrator. Fairerweise muss man sagen das es auch gut mit Hyper-V zusammen arbeiten wuerde
- Rechne OPEX fuer 5-7 Jahre aus. Auch Microsoft SA ist nicht umsonst
- Schau das du ein Killerfeature findest welches ihr benoetigt oder as leben einfacher und sicherer macht. Lass dir von deinem VMware Parner die Battlecards geben wobei ich nicht weis ob da schon 2012R2 mit drauf ist
Gruss
Joerg
Re: Wie gegen Hyper-V positionieren
thundercat hat geschrieben:Servus,
hier werden seit Jahren VMware Cluster mit insg. 40-50 Hots betrieben. Grundsätzlich war man damit auch immer zufrieden. Nun weht aber der Wind der Einsparung immer stärker, MS hat eine starke Lobby in der Firma. Neulich gab es wieder ein Präsentation und MS hat dem Mgmt geschickt die Augen geöffnet, warum wir noch Geld für einen VMware Hypervisor ausgeben. Der sei in 2012R2 in einer konkurrenzfähigen Version enthalten.
Ich kenne die Argumente von VMware was die Gesamtkosten angeht. Hier sind SCOM/Systemcenter/DateCenter Lizenzen aber schon vorhanden, d.h. die MS Tools sind "eh da".
Gibt es außer den technischen Gründen - die werden am Ende nur minimal zählen und ich bin sicher auf Hyper-V kann man auch recht schmerzfrei VMs betrieben - harte finanzielle Gründe mit denen man für VMware argumentieren kann? Mit hart meine ich z.B. Lizenzen usw. die auf den ersten Blick nicht sichtbar sind. Das sich Administratoren neben VMware auch mit Hyper-V beschäftigen müssen zählt nicht, das wir in einer kleinen Umgebung schon Hyper-V 2008 nutzen. Neben dem vCenter nutzen wir auch fast keine weiteren Tools aus der vSphere/vCloud Suite.
1)
Habt ihr im Haus zentrale Nicht-Windowsserver virtuell im Einsatz?
2)
Fragt mal nach wo MS denn in 10 Jahren sein wird.
Vmware hat ein Geschäftsmodell aber bei MS wackeln einige Bereiche ganz schön. Hat man also in 10 Jahren noch einen Partner der liefern kann?
3)
Wie verhält es sich mit Downtimes beim Patchen? Wie häufig muss gepatcht werden.
Das kann richtig ins Geld gehen.
Gruss
-
thundercat
- Member
- Beiträge: 3
- Registriert: 28.11.2013, 08:06
Danke für eure Antworten.
Wir haben auch einige Linux VMs auf den VMware Clustern. Soweit ich es sehen kann, unterstützt Hyper-V 2012 nun auch eine breite Palette an Distributionen und die Unterstützung ist seit Kernel 2.6.32-x direkt enthalten. Backup erfolgt noch mit Agenten in den VMs, Virenscanner ebenfalls.
Die Frage wo VMware in 10 Jahren steht, könnte man auch stellen. Ich schätze das sich bei den Marktanteilen noch einiges ändern wird. Auch durch OpenStack usw. Das Patchen wird bei Windows Systemen einmal pro Quartal durchgeführt.
Selbst mit einer 20% höherer Dichte rechnen sich die VMware Lizenzen kaum. Zumindest nicht mit den momentanen Kosten für den ELA Vertrag.
Ich fürchte Dinge wie OPEX/CAPEX werden hier nicht sauber betrachtet. Vor allem OPEX, da gilt die Device "eh da".
Wir haben auch einige Linux VMs auf den VMware Clustern. Soweit ich es sehen kann, unterstützt Hyper-V 2012 nun auch eine breite Palette an Distributionen und die Unterstützung ist seit Kernel 2.6.32-x direkt enthalten. Backup erfolgt noch mit Agenten in den VMs, Virenscanner ebenfalls.
Die Frage wo VMware in 10 Jahren steht, könnte man auch stellen. Ich schätze das sich bei den Marktanteilen noch einiges ändern wird. Auch durch OpenStack usw. Das Patchen wird bei Windows Systemen einmal pro Quartal durchgeführt.
Selbst mit einer 20% höherer Dichte rechnen sich die VMware Lizenzen kaum. Zumindest nicht mit den momentanen Kosten für den ELA Vertrag.
Ich fürchte Dinge wie OPEX/CAPEX werden hier nicht sauber betrachtet. Vor allem OPEX, da gilt die Device "eh da".
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thundercat
- Member
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- Registriert: 28.11.2013, 08:06
thundercat hat geschrieben:Danke für eure Antworten.
Wir haben auch einige Linux VMs auf den VMware Clustern. Soweit ich es sehen kann, unterstützt Hyper-V 2012 nun auch eine breite Palette an Distributionen und die Unterstützung ist seit Kernel 2.6.32-x direkt enthalten. Backup erfolgt noch mit Agenten in den VMs, Virenscanner ebenfalls.
Die Frage wo VMware in 10 Jahren steht, könnte man auch stellen. Ich schätze das sich bei den Marktanteilen noch einiges ändern wird. Auch durch OpenStack usw. Das Patchen wird bei Windows Systemen einmal pro Quartal durchgeführt.
Selbst mit einer 20% höherer Dichte rechnen sich die VMware Lizenzen kaum. Zumindest nicht mit den momentanen Kosten für den ELA Vertrag.
Ich fürchte Dinge wie OPEX/CAPEX werden hier nicht sauber betrachtet. Vor allem OPEX, da gilt die Device "eh da".
MS hat ja auch in der Vergangenheit schon unliebsame Mitbewerber regelrecht sabotiert.
Wenn denen keiner auf die Finger klopft wird es irgendwann wieder ganz komischen Effekte mit nicht Windows-Gastsystemen geben.
Gut das ich solche Schlachten nicht schlagen muss.
Gruss
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