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Windows 7 Software-RAID 1 und Trim

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Windows 7 Software-RAID 1 und Trim

Beitragvon UrsDerBär » 20.09.2012, 18:56

Hallo Leute,

Nach ewiger Recherche im Netz ohne befriedigendes Ergebnis wollte ich mal fragen ob einer von euch weiss ob Windows-Dynamic-Disc-Software RAID 1 Unter Windows 7 mit Trim-Unterstützung funktioniert.

Wenn Windows nur 1 Disk sieht (Hardware-RAID), geht das nicht, aber so sieht Windows ja beide und schreibt auf beide das Identische. Jemand eine Ahnung? :D

Grüsse und Danke

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Beitragvon UrsDerBär » 21.09.2012, 09:36

OK niemand also so richtig auf Anhieb. Habe mal ein wenig Hardware bestellt und werde es selber testen und berichten.

Anbei noch eine sichere Methode um es herauszfinden, zumindest bei Single-Discs:
http://www.ssdblog.de/2012/08/24/neue-m ... ktioniert/

Mal sehen ob man so auch eine einzelne Disc einer Dynamic-Disc ansprechen kann.

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Beitragvon ~thc » 21.09.2012, 10:12

Wenn die RAID-1 Setup Routine von Windows beim Erstellen alle Blöcke einmal beschreibt, dann denken die SSDs, dass außer ihren internen spare-Blocks alle Blöcke belegt sind, und das ist nicht so prickelnd - dann nützt TRIM auch nicht mehr viel.

Siehe auch: http://en.wikipedia.org/wiki/TRIM#RAID_issues

Für mich ist vorerst ein RAID aus SSDs ein No-Go.

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Beitragvon UrsDerBär » 21.09.2012, 10:25

Alle Blöcke beschreiben tut Windows meines Wissens nicht. Das OS behandelt die Discs auch nach wie vor als einzelne Festplatten, schreibt aber jeweils auf beide. Auch kann man - wenn die Primäre ausfällt - nicht ohne weiteres vom Spiegel booten, muss man erst wieder als Aktiv setzen.

Bei einem normalen RAID oder auch Software-RAID wo die Discs als eine erscheinen ist das klar ein NoGo. Ausser es handelt sich um einen aktuellen Intel-Chipsatz, die können das teilweise schon (mit Software-RAID)

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Beitragvon Dayworker » 21.09.2012, 11:39

Damit TRIM auch auf einem Raid funktioniert, muß der Controller die entsprechenden Fähigkeiten selbst oder bei Fake-Raids als Treiber mitbringen.

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Beitragvon UrsDerBär » 03.10.2012, 22:09

Da endlich meine neue Spielwiese (Testsystem) angekommen ist, habe ich das ganze mal probiert.

Basis-System:
- Aktueller E5 CPU
- Intel C600 Chipsatz
- 2xSSD Intel 520 240 GB
- Windows 7 als 32bit
- HxD Hexeditor

Vorgehensweise
Ich habe diverseste Tests durchgeführt. GPT, MBR. Dynamische Volumes und Basisdatenträger. Dynamisch jeweils mit gekapptem und funktionsfähigen Spiegel.

Die Datenträger habe ich mit einem HexTool analysiert. Vor dem Erstellen, nach dem erstellen und nach dem löschen einer Datei. Und zwar nicht ein Windows-Laufwerk, sondern eben der Datenträger an sich.

Wenn Trimm funktioniert dann geht es 5-20 Sekunden bis die Sektoren im HexEditor mit F5 als leer beschrieben werden. Das File ist auf der Platte nicht aufzufinden. Bei deaktiviertem Trim - oder wenn es nicht funktioniert - verbleiben die Daten auf den Sektoren.

Ergebnis:
Trim funktioniert bei allen getesten Varianten.

Ein paar Anmerkungen:
Manchmal dauert es bei dynamischen Discs aber etwas länger als bei Basisdatenträger. Warum auch immer. Mag auch Zufall sein. Die Daten sind immer im exakt gleichen Sektor abgelegt.

Wird Trim deaktiviert, ein File gelöscht und wieder aktiviert, werden die Sektoren NICHT geleert! Bei der nächsten Kopieraktion werden die Sektoren aber scheinbar prioritär durch Windows überschrieben.

Die Intel Toolbox brachte mit dem manuellen Trim keinerlei Wirkung. Sprich Trim nachdem Disable von Trim, Datei löschen, Trim einschalten, Intel Toolbox Optimierer drüber gelassen, Sektoren immer noch beschrieben. Tolle Show. :D
Immerhin hat sie Windows jeweils direkt als erstes wieder überschrieben.

Sehr kleine Dateien werden scheinbar nicht weggetrimmt! Erste Tests schlugen deshalben konsequent fehl. Es braucht schon ein paar "Bla Bla Bla's" oder "Tralalal's" in den Textfiles. :D Vielleicht dauert es aber auch einfach länger. Keine Ahnung.

Aus Ermangelung von 4 freien SSD's konnte ich keinen Test machen mit einem RAID 10 Konstrukt. Weiss ned mal ob man überhaupt RAID 0 und 1 mischen kann in Windows und ob dann Trim funktioniert? Wer mag testen. :D

Da mir noch keine SSD weggestorben ist (gott sei Dank) kann ich da nicht sagen wie sich das jeweils äussert. Totalausfall, kaputte Sektoren oder?!? Da die Intel-Firmware bis dato immer sehr zuverlässig war (E-25, 520er), gehe ich davon aus, dass einfach ein Totalausfall gemeldet wird und es somit keine Probleme geben sollte. :D

Ein Rebuild bei gebrochenem Spiegel ist bei 240 GB verhätlnissmässig übrigens ziemlich Ratz-Fatz gemacht.

Mit Bootdatenträger habe ich das ganze nicht getestet, da zu Mühsam. Aber das ist eh so eine Sache. Kackt die primäre Disc ab, muss man nämlich manuell Hand anlegen, damit Windows wieder hoch kommt nach einem Reboot. Vorzugsweise VOR dem Reboot. :D War zumindest früher so, weil die boot-Infos jeweils nur auf der primär-Disc im Spiegel abgespeichert waren oder die Disc-ID in Windows hinterlegt war (keine Ahnung mehr, zu lange her, machte auf alle Fälle kein Spass).

Mein persönliches Fazit:
Ich finde das sehr cool und bringt mir HyperV als Basissystem wieder etwas näher. Auch als NFS-Server für VmWare dürfte das lecker sein. Die mitwachsenden Discs hätten für VmWare dann zumindest einen Zweck (Sofern das wirklich so geht in nem Windows-Verzeichnis!)

Die nächsten Tests werden sein:
- Hyper V mit virtuellen Hyper-V Desktops (W8 ), welches die gelöschten Sektoren Dank SMB 3.0 und neuem VirtualMachine-Format an den Host weitergeben sollten. Irgendwie View Agent draufzwängen und testen ob ich mit meinen Zeros anschliessend auf die Mühlen drauf komme und Trim auf dem Basisdatenträger tatsächlich funktioniert.
- NFS-Volume mit nem 2012 als Basissystem
- Schauen ob man mit Windows-Server Basisfunktionen wie Cluster, SMB 3.0, iSCSI (Target nun 'umsonst' mit dabei) und sonstigen Spielereien ein Konstrukt auf die Reihe bekommt, welches Hostübergreifende Spiegelung und Hochverfügbarkeit mit 2-4 Servern (evtl. Teilweise virtuell) erreicht, mit Trim-Support als Sahnehäubchen. --> Hochverfügbaren Basis-Storage für wenig Geld. Habe da auch ein paar Ideen. Mal sehen ob ich Zeit dafür finde.

Ahja, Windows bietet ähnlich dem ZFS im 2012er nun auch einen ReadCache im RAM. Leider aber glaub max. 20% des Hostarbeitspeichers oder so. Soll aber schon ab 512 MB enorm viel bringen. In welchen Situationen - Nur Cluster oder auch normal - kann ich noch nicht sagen.


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