Wenn auf die Platte geschrieben wird und du eine Spannungsschwankung durchleben darfst, kommen verlorene Partitionen vor, aber weit häufiger bleibt selbst unter NTFS noch Datenmüll zurück.
Bei einem Raid1 kommt noch hinzu, welche Platte bereits Schreibvollzug gemeldet hatte und welche Platte nachher Master beim Rebuild wird. Falls der HW-Controller bei einem Raid1 von der falschen Platte das Rebuild anstößt, ist das Raid wieder konsistent, aber trotzdem sind entweder nur Daten verloren gegangen oder schlimmer, es wurde nur Datenmüll geschrieben.
Der Plattencache ist auch nicht wie der RAM eines HW-Controller ECC-gesichert. Ohne ECC oder eine vergleichbare, andere RAM-Absicherung kannst du aber überhaupt nicht sicher sein, daß der Plattencache keine Daten verfälscht bzw Bits gekippt sind und selbst die Verbindung Sata-Controller und Platte ist nicht abgesichert, denn sowas wurde erst mit SAS spezifiert. Zum ZFS-Einsatz komme ich noch.
Du bist hier im ESXi-Bereich und bewegst dich somit auch auf Server-Niveau. Das schließt in meinen Augen sämtlichen Desktop-Kram (und erst recht diese Extreme-Edition bzw Enthusiasts-Plattformen) aus, denn da werden äußerst selten ECC-RAM und HW-Raidcontroller eingesetzt, falls ECC-RAM überhaupt unterstützt wird. Auch den ganzen OC-Müll (Intels Z-Chipsätze) willst du beim ESXi-Einsatz nicht haben, da kommt es allein auf stabilen Betrieb an und du hast bei virtualisierten Systemen eher zuwenig RAM als zu wenig verfügbare Kerne. In der VMware-Welt gilt die Devise: "Nur soviel (vRAM, vCPU, vDISK) wie nötig und nicht wie möglich." Von daher sind Singlecore-VMs keine Seltenheit und manche erweiterten Funktionen sind zumindest bei VMware nur mit einer Singlecore-VM überhaupt aktivierbar.
Da sich VMs zur Laufzeit durch den gesamten RAM bewegen, machen sich Speicherfehler dadurch in kürzester Zeit in allen laufenden VMs bemerkbar. ECC-RAM kann zumindest 1Bit-Fehler korrigieren und bei 2Bit-Fehlern den Host anhalten. Letzteres ist im professionellen Bereich immer besser, als mit falschen Daten weiterzurechen. Wenn dir auf einem Desktop-Rechner nur Word oder Libreoffice wegen eines Speicherfehlers abstürzt, ist das für dich nur ärgerlich. Falls der ESXi aber eine VM zur Maschinensteuerung oder für Finanztransaktionen ausführt, kannst du dir solche einfach zu verhindernden Fehler nicht leisten. Um bei beiden genannten Beispielen zu bleiben, entweder würde dann die Produktion stillstehen oder falsche Summen transferiert werden. Beides wird mit hoher Warscheinlichkeit die Fragen nach Haftbarkeit inklu Regress und Vorsatz aufwerfen.
Das der ESXi auch auf vieler Whitebox-HW läuft, ist ein glücklicher Zufall, der so aber nicht bestehen bleiben muß. Beispielsweise wurde bei vSphere5.5 viele HW auf "veraltet und unsupportet" gesetzt. Schau dir mal im KB-Eintrag
Devices deprecated and unsupported in ESXi 5.5 (2056935) an, was dort stellenwiese (Intel 82598EB 10Gig-Ethernet) für HW abgeschrieben wird.
Kommen wir abschließend zu ZFS. Für ZFS ist ECC-RAM eigentlich die Voraussetzung, es läuft auch ohne. ABER, beim Scrubbing/Resilvern werden ja Prüfsummen für Daten und Metadaten verglichen und wenn dort ein nichterkannter Bitfehler auftritt, werden vollkommen korrekte Daten kaputtrepariert.