Hi Axel,
Virtuelle Desktops in der Schule sind eine sehr gute Idee. Man kann sich doch einiges an "image-verteil-arbeit" sparen, und gewinnt sehr viel flexibilität.
Allerdings unterscheiden sich die Anforderungen im Klassenzimmer meist von denen im Unternehmen (für die auch View hauptsächlich gedacht ist). Deshalb gleich mal die Ankündigung, dass es aus meiner sicht nicht unbedingt View sein muss... (zu Quest vWorkspace kann ich leider auch nix sagen, da fehlt mir die Erfahrung)
Die Features, die Du durch View gewinnst (und nicht andersweitig "nachbauen" kannst,) ist die Applikationsvirtualisierung mit Thinapp, der Connection Broker sowie PCoIP als Terminalprotokoll.
Die anderen Sachen (Deployment, automatisches an- und ausschalten, sogar die Linked Clones) lassen sich mit etwas Skripting selber bauen.
Der Connection Broker lässt sich teilweise durch geschickte Netzwerkarchitektur "überflüssig" machen. Schau Dir da auch mal
www.leostream.com an...
Was für einen Verzeichnisdienst nutzt Ihr?
(Für View brauchts zwingend Active Directory)
Was läuft denn auf den Desktops (Office, Internet usw. für die "Grundausbildung", oder habt Ihr auch spezielle Programme)?
Zu Deinen Fragen:
1. 3 Hosts sind besser als 2, wie Patrick schon geschrieben hat. Dran denken, dass evtl. die Essentials Lizenz fürs vCenter dann nicht mehr ausreicht. Bei Ausstattung würde ich die 48GB pro ESX für die geplanten ca. 70 VMs als ausreichend sehen. Bei den CPUs: Viele Kerne, lieber mehr Cache als hohe Taktrate, und zwei Prozis pro Server.
Kritischer ist das Storage. Du willst auf jeden Fall "Shared Storage", d.h. FC/iSCSI/NFS (wobei letzteres v.a. bei Linked Clones einige Vorteile bringt). Auch da schließ ich mit dem Patrick an: Nicht an den Platten sparen, schnell drehende platten, lieber mehrere kleine als weniger große, viel Cache im Storage-System. Evtl. auch nen extra Switch nur fürs Storage-Netz einplanen.
Sparen könntest Du da, indem Du kein "fertiges" Storage kaufst, sondern selber baust (ala openfiler, Nexenta, Linux und NFS...). Denn stabil kriegt man das auch hin, und große Funktionen wie Replizierung, LUN-Snapshots usw. brauchst Du ja nicht. Kostet halt etwas Arbeit
ABER: Da wirds natürlich schwer mit dem Support. Für Unternehmenseinsatz empfehle ich das auf keinen Fall, aber da Du kaum Anforderungen an Verfügbarkeit hast,.... (In 24 Stunden kannst Du zur Not zum Mediamarkt laufen und ne NAS-Kiste als Notfall-Lösung kaufen)
Bei den Lizenzen: Enterprise (DRS usw. ) ist natürlich schön, brauchst Du aber nicht unbedingt (genau genommen bräuchtest Du nicht mal HA). Aber VMotion will man nicht missen bei mehreren Servern und da ist HA dann mit dabei.
Sparen kannst Du hier (nach genauer Planung) evtl. mit Essentials Paketen, oder mit "normalen" ESX-Standard-Lizenzen und nem vCenter Foundation (das ist beschränkt auf 3 Hosts, da würde ich dann mehr RAM in die ESX einbauen, dann reichts noch für nen dritten Raum).
Außerdem gibts bei VMware Academic Lizenzen, die sind ne gute Ecke billiger.
Zur zweiten Frage:
Da würde ich erstmal schauen, wie weit man ohne View kommt. Mit ein bisschen scripting lässt sich viel "passgenaue" Funktionalität bauen.
Da kommts dann drauf an:
Willst Du einen Desktop pro Schülerplatz? (klassicher erster Gedanke, Du kannst aber noch mehr

)
Willst Du einen Desktop pro Schüler (egal in welchem Raum, zu welcher Zeit, Zugriff von zu Hause aus, alles ist möglich)?
Willst Du einen Desktop pro Schülerplatz und Fach/Unterrichtsstunde (Die Desktops für Wirtschaft sehen anders aus als die für Informatik oder Mathe, und surf-Stationen für Recherchen im Werkunterricht wären auch ganz praktisch)?
Einen Kiosk-Desktop im Aufenthaltsraum?
Oder ne Kombination aus allem?

Es ist bald Weihnachten, wünsch Dir was
Machbar ist alles, sogar ohne spezielle Lizenzen oder drittsoftware
Viele Grüße,
Jörg