Die Foren-SW läuft ohne erkennbare Probleme. Sollte doch etwas nicht funktionieren, bitte gerne hier jederzeit melden und wir kümmern uns zeitnah darum. Danke!

VMWare High Availability Beratung / Lizenzen

Alles zum Thema vSphere 7.0, ESXi 7.0 und vCenter-Server bzw VCSA7.

Moderatoren: irix, continuum, Dayworker

Member
Beiträge: 2
Registriert: 14.09.2021, 10:25

VMWare High Availability Beratung / Lizenzen

Beitragvon fni » 14.09.2021, 10:46

Guten Tag.
Ich suche Beratung für VMWare Produkte/Lizenzen, welche High Availability unterstützen für Kleine- und Mittelgrosse Unternehmen.
Bisher arbeiten wir mit VMware vSphere Essentials ohne High Availability und der Hypervisor ist auf einem USB Stick/Chip installiert. Unsere Kunden-Infrastrukturen bestehen normalerweise aus 1 physischen On-Premises Server mit 2 VM's mit Windows Server Systemen (Terminalserver) in einem Netzwerk für alle Mitarbeiter. Die Netzwerke sind simple und zweckmässig aufgebaut und das soll soweit möglich auch bleiben. Nun möchte ich eine Lösung evaluieren, welche eine Ausfallsicherheit beinhaltet, sprich Ausfall durch Hardware Defekt, Ausfall durch Wartungsarbeiten. Die Ausfallsicherheit soll so sein, dass nicht mehr als zwei physische Server (Node) benötigt werden, welche die VM's stehts synchronisieren. Jedenfalls ist das meine Vorstellung.
Die Server werden aktuell via Veeam Backup gesichert auf externe Medien. Ich suche somit keine Backuplösung, sondern eine Lösung, wo der Kunde einen möglichst kleinen oder keinen Ausfall hat, wenn z.B. am Server das Systemboard defekt ist.

Aktuell arbeiten wir mit HP ML 350 und HP DL 380 Server, mit 1-2 Prozessoren, Disk Array mit Raid 5, 2x Powersupply, 128GB - 256GB Ram.
Systeme: VMWare Esxi Hyperviser 6/7 auf USB-Stick, Windows Server Systeme (1x Domänencontroller, 1x Terminalserver, ev. 1x Applicationsserver).

Wer kann mir weiterhelfen? Gerne liefere ich auch Informationen nach!

Mit freundlichen Grüssen
Martina Rebmann

King of the Hill
Beiträge: 12556
Registriert: 02.08.2008, 15:06
Wohnort: Hannover/Wuerzburg
Kontaktdaten:

Re: VMWare High Availability Beratung / Lizenzen

Beitragvon irix » 14.09.2021, 12:03

Moin Martina,

ich waere jemand der so Hauptberuflich beratet weil wir es selber fuer uns einsetzen bzw. bei Kunden entsprechend aufstellen.

VMware HA*(der Name ist etwas missdeutlich) sowie alle noch anderen "Cluster" Dienste basieren da drauf das es einen Shared Storage gibt auf den alle beteiligten Hosts zugreifen koennen. In deinem Fall also die beiden Proliants DL380 . Wenn dein "Disk Array mit Raid 5" also so was wie eine HPE MSA waere und kein "Lokalstorage" dann waeren die technischen Voraussetzungen geschaffen. Sind sie das nicht.. gibts 2 Moeglichkeiten

- Traditionelles Shared Storage(SAN)
- Sowas wie eine MSAxxxx (die Variante mit SAS oder FC Frontends so das max. 4 Server redundant angeschlossen werden koennen. Aber in deinem Falle mit 2x 12Gbit SAS Kabel oder FibreChannel Direct Attached). Auf keinen Fall iSCSI oder eine FC Fabric.

Die 2. Variante (da halte ich aber in der Form nichts von)
- 2 Knoten vSAN Cluster. Hier wird aus den lokalen Disks der Hosts ein Shared Storage erzeugt und der Host gibt sich selber ein SAN. Allerdings wird ein (virtueller) 3. Server benoetigt und daran scheitert es dann in Kleinstumgebungen. Des weiteren sind die VMware Lizenzkosten auch nicht Ohne. Diese 2 Knotenloesung ist was fuer "Aussenstellen" mit guter Anbindung an eine Zentrale(da laueft dann der virtuelle 3 Host)

Ob es mit 2 Knoten auch evtl. was mit HP StoreOnce gibt kann ich leider nicht sagen da ich mit HPE weniger zu tun habe.

VMware HA = Bei Aussfall eines Hosts, BlueScreen in der VM, oder aber das dem Hosts der externe Storage wegbricht kann VMware HA eine VM "toeten"(sofern der Host nicht gestorben ist) und diese VM auf einem verbliebenen Host, welcher Zugriff auf die VM (vDisks) hat, neu starten. Sprich Windows bootet und die Anwendungen starten neu. Der reine VMware Vorgang dauert so knapp 60sek. bis er das merkt und den Befehl zum Neustart ausfuehrt. Wie lange das Windows und die Anwendungen braucht fuer den Neustart haengt von der Kundensituation ab. Das VMware HA koennen nach der initialen Konfig die Hosts selber ausfuehren. Es gibt dann keine Abhaengigkeit zum vCenter (was im Ernstfall ja auch sterben kann).

Neben der HW wird vSphere Essentials Plus benoetigt als Bundle aus vCenter Ess. und 3x2CPU vSphere ESXi Essentials. Ich meine es rechnet sich nicht mit 1x vSphere Foundation und 2x vSphere ESXi Standard(sofern die Hosts mit einer CPU auskommen wuerden). Aber das muesste man angucken.

Gruss
Joerg

Member
Beiträge: 2
Registriert: 14.09.2021, 10:25

Re: VMWare High Availability Beratung / Lizenzen

Beitragvon fni » 16.09.2021, 17:52

Salü Joerg

Vielen Dank für Deine Rückmeldung und Deine Zeit! Da habe ich ja schön Glück gehabt :-)

Ja, die Server Storage sind aktuell Lokalstorage.

Habe ich das richtig verstanden, die Optimalen Varianten wären:
Variante 1:
Externer HPE MSA und auf diesem Speicher die VM's laufen lassen. Beide Server (in meinem Fall zwei) können dann gemeinsam auf diese VM's zugreifen. Wenn ich einen HPE MSA habe, würden meine zwei Server nur noch wenig bis keinen Lokalstorage mehr benötigen für High Availability (bisher hatte ich ja ausser den VM's auf den lokalen Disks auch nichts), ist das korrekt? Wäre denn statt ein HPE MSA auch ein z.B. Synology NAS möglich?
Würde ich denn für diese Variante auch einen dritten Server als Zeugen/Witness benötigen? Und damit würde ich VMware Vsphere HA nutzen und würde das Lizenzieren mit 1x VMWare Essentials Plus (für 3x Physische Server mit je 2Prozessoren)?

Variante 2:
Die zweite Variante, von Dir nicht empfohlen, ist eine Lösung mit vSan. Das habe ich von einem Kollegen empfohlen bekommen, aber mit der Software von einem Drittanbieter -> StorMagic SvSAN. Die Lizenzkosten habe ich noch nicht geprüft.

Ich sehe schon, es ist nicht so einfach, da es viele verschiedene Varianten gibt und jede hat Ihren Preis und Ihre Anforderungen.

Wissen Sie zufällig, ob es Testlizenzen zu VMWare Essentials Plus gibt? Nur wenn Sie das gleich wissen, ich werde dem nächste Woche noch nachgehen. Unsere Unternehmung hat zu wenig Erfahrung und ich muss eine Testumgebung aufbauen, damit ich alle Fettnäpfchen sehen kann :-)

Vielen Dank für Ihre Hilfe und ich wünsche Ihnen einen schönen Abend!

Mit freundlichen Grüssen
Martina

King of the Hill
Beiträge: 12556
Registriert: 02.08.2008, 15:06
Wohnort: Hannover/Wuerzburg
Kontaktdaten:

Re: VMWare High Availability Beratung / Lizenzen

Beitragvon irix » 16.09.2021, 18:39

Hallo Martina,

1. Ja unsere Server haben keinen oder nur sehr wenig Lokalstorage. Die letzten 7-9 Jahre wurden durchweg Duale SD Karten verwendet als ESXI Boot Medium und die werden nun abgeloest durch etwas was bei meinem Hersteller "BOSS" heisst und dahinter verbirgt sich eine PCIe Karte mit 2x M.2 SSD im HW RAID. Im gerade erschienenen Serverrefresh sind diese BOSS Karten so ausgefuehrt das man diese auf der Rueckseite im lfd. Betrieb tauschen kann oder zumind. ohne den Gehaeusedeckel oeffnen zu muessen. Ich weis das andere Hersteller sowas auch haben.
Die Server sparen somit die Backplane, RAID Controller, Lokale HDD und Einschuebe. Das ganze eingesparte geht dann in das SAN und die Server haben dann auch nur noch Standard Support mit NBD oder wie immer das Carepack bei euch dann heisst da VMware HA die VMs eh neustartet auf dem verbleibendem Host.

Nein von QNAP und Synology musst du Abstand nehmen weil die evtl. "VMWare Ready" als Marketing Gag tragen aber meistens und nie "VMware Certified" und entsprechend auf der HCL nicht gelistet. Die NAS Systeme gibts auch immer in billig, guenstig und das dritte hab ich vergessen ;)
Sprich das NAS muss erstmal einen redundanten Kontroller mitbringen und batteriebetriebenen Cache. Das haben nur wenige NAS Systeme und wenn dann kosten die auch Geld.

Ein MSA aehnliches Storage mit 10x 10K SAS HDD kostet knapp 10K. Wenn da mal 10x SSD drin sind dann 15K. (Preise ausserhalb der Schweiz ;)) Das SAN hat dann den 24/7 Supportvertrag und der Hersteller steht 7 Jahre Gewehr bei Fuss. Das macht in der Form kein NAS Hersteller.

Ein VMware vSphere 2 Node Cluster braucht fuer HA auch richtig bemerkt einen Zeugen um die Moeglichkeit zu haben ein Spiltbrain zu erkennen. VMware ist schlau und benutzt etwas was jeder Kunde hat und falls das nicht ganz so will kann man es noch anpassen. VMware verwendet per Default das Gatway als Zeugen. Sollte das auf PING nicht antworten oder zu weit weg stehen dann nehmen wir sehr gerne die phys. Switche welche vor den ESXi Hosts stehen als Zeuge. Man muss aber sagen das HA weiterentwickelt wurde und nicht nur "vorne" Herum ueber das Ethernet geht sondern auch "hintendrum" ueber das Shared Storage.

2. Ich bezog mich explizit auf VMware vSAN was in der 2 Node Variante durch sein "downsizing" und den einhergehenden Kompromissen fuer meine Kleinstumgebungen nicht praxistauglich ist.
Andere Software Defined Storage Loesungen wie dein StoreMagic, Storeonce, Datacore koenen da ganz anders sein.

Fast jede VMware Software kommt als 60 Tage Trial daher. Nein fuer Kleinstprojekte gibt VMware keine Testkeys heraus. Auch uns Partner hat man was Testkeys angeht den Hahn zugedreht und wir muessten nun eine Projekregistrierung machen und einen Antrag stellen mit Begruendung. Frueher hat es EIN PDF mit allen Keys gegeben welche immer 60 Tage gueltig waren. Eine Woche vor Ablauf hat VMware dann ein neues PDF veroeffentlicht.

Die Frage halt ob ihr VMware Partner werden wollt. Nach entsprechender Zertifizierung und Co. gibt NFRs oder die Moeglichkeit Lizenzen verguenstigt zu kaufen (allerdings kein Essential Plus).

Ich sage nicht das man ein vSphere mit HA &Co. nicht selber installieren kann aber da stellt sich mir dann immer die Frage was alles vergessen worden ist.

Hinweis: Wenn es nur um das Testen geht dann reicht auch ein NAS aus. Es gibt Leute die Testen einen ESXi Cluster in dem sie diesen auf einen Server oder leistungsstarken PC/Laptop installieren. Der ESXi kann auch als VM laufen und somit lassen sich virtuell HA, DRS, vSAN austesten. Ok.. Performant ist dann das Ganze nicht mehr.

Gruss
Joerg

Guru
Beiträge: 2934
Registriert: 27.12.2004, 22:17

Re: VMWare High Availability Beratung / Lizenzen

Beitragvon rprengel » 17.09.2021, 06:03

irix hat geschrieben:Hallo Martina,

.

Ich sage nicht das man ein vSphere mit HA &Co. nicht selber installieren kann aber da stellt sich mir dann immer die Frage was alles vergessen worden ist.

Hinweis: Wenn es nur um das Testen geht dann reicht auch ein NAS aus. Es gibt Leute die Testen einen ESXi Cluster in dem sie diesen auf einen Server oder leistungsstarken PC/Laptop installieren. Der ESXi kann auch als VM laufen und somit lassen sich virtuell HA, DRS, vSAN austesten. Ok.. Performant ist dann das Ganze nicht mehr.

Gruss
Joerg



Zu 1
kann ich nur unterstreichen
Wir versuchen hier aus einem VMUG Tanzu für Tests mal an den Start zu bekommen.
Keine Chance mit vertretbarem Aufwand wenn man nicht tip top informiert ist.

Zu 2
Ich nutze dafür ältere M6700 Dell Precision Workstations mit 32 GB Ram mit SSDs.
Gibt es bei Ebay recht günstig und für mal schauen ok.

Gruß
Ralf

Member
Beiträge: 1
Registriert: 30.08.2021, 08:07

Re: VMWare High Availability Beratung / Lizenzen

Beitragvon murmlebahn » 17.09.2021, 08:38

Hallo,

toller Beitrag irix. Sehe das alles genauso wie du.
Ich möchte nochmal den Tipp für das lernen und testen unterstreichen.
Im Enterprisesektor würde ich das nie produktiv einsetzen aber zum spielen oder für das Homelab ist das schon okay.
Betreibe daheim selbst einen kleinen 2 Node Cluster aus 2 Intel NUCs mit einem QNAP als shared storage. HA funktioniert da natürlich.

Wichtig bei HA ist noch das sobald ihr Geräte wie USB oder PCIe durchreicht das HA für diese VMs nicht mehr greift.


Zurück zu „vSphere 7.0“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast