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Wissenswertes rund um das Bootmedium für ESXi 7.0

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Wissenswertes rund um das Bootmedium für ESXi 7.0

Beitragvon ~thc » 08.04.2020, 17:39

Dies ist eine für ESXi 7.0 angepasste Version meines alten Beitrags, der bis zur Version 6.7 Gültigkeit besaß

ESXi lässt sich auf Flash-Devices (USB-Sticks, SD-Cards), einer separaten Boot-Festplatte oder einem virtuellen Laufwerk eines RAID-Controllers installieren. Dabei entscheidet nur die Anbindung (USB) über die Installation von "Embedded" oder "Installable". Das Bootmedium wird bei der Installation immer mit einer GPT-Partitionstabelle und vier oder fünf Partitionen beschrieben. Der Speicherbedarf liegt bei mindestens 4 GB (laut Installer 3.72 GB) bis maximal 128 GB.

Bei zu wenig zur Verfügung gestelltem Platz für ESXi betrachtet VMWare die Installation als "degraded". Siehe https://docs.vmware.com/en/VMware-vSphere/7.0/com.vmware.esxi.install.doc/GUID-DEB8086A-306B-4239-BF76-E354679202FC.html

VMWare empfiehlt daher bei der "Embedded"-Installation ein Medium mit 32GB Größe und zusätzlichen Festplatten-Platz (mindestens 32 GB) bereitzustellen.

ESXi embedded (USB Medium - hier mit der empfohlenen Mindestgröße 8 GB):

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Number  Start (sector)    End (sector)  Size       Code   Name
   1              64          204863   100.0 MiB   EF00   BOOT
   5          208896         1232895   500.0 MiB   0700   BOOTBANK1
   6         1234944         2258943   500.0 MiB   0700   BOOTBANK2
   7         2260992        15654878   6.4 GiB     FFFF   LOCKER


ESXi installable (Festplatte mit 4 GB - nicht empfohlen und nur zur Anschauung):

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Number  Start (sector)    End (sector)  Size       Code   Name
   1              64          204863   100.0 MiB   EF00   BOOT
   5          208896         1232895   500.0 MiB   0700   BOOTBANK1
   6         1234944         2258943   500.0 MiB   0700   BOOTBANK2
   7         2260992         8388574   2.9 GiB     FFFF   OSDATA


ESXi installable (Festplatte mit 32 GB - empfohlene Mindestgröße):

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Number  Start (sector)    End (sector)  Size       Code   Name
   1              64          204863   100.0 MiB   EF00   BOOT
   5          208896         8595455   4.0 GiB     0700   BOOTBANK1
   6         8597504        16984063   4.0 GiB     0700   BOOTBANK2
   7        16986112        67108830   23.9 GiB    FFFF   OSDATA


ESXi installable (200 GB Festplatte):

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Number  Start (sector)    End (sector)  Size       Code   Name
   1              64          204863   100.0 MiB   EF00   BOOT
   5          208896         8595455   4.0 GiB     0700   BOOTBANK1
   6         8597504        16984063   4.0 GiB     0700   BOOTBANK2
   7        16986112       268435455   119.9 GiB   FFFF   OSDATA
   8       268437504       419430366   72.0 GiB    FB00   datastore1


Die Partitionen haben folgende Funktion:

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Number         Code
   1           EF00  EFI-Partiton (FAT16) - enthält die Bootloader
   5           0700  "bootbank" oder "altbootbank" (FAT32) - alle ESXi-Systemdateien
   6           0700  "bootbank" oder "altbootbank" (FAT32)
   7           FFFF  "locker"- oder "osdata"-Partition (VMFS-L) - enthält u.a. die Tools-CD-Abbilder
   8           FB00  "datastore" (VMFS)


Die Größen von beiden BOOTBANK-Partitionen und der OSDATA-Partition werden vom Installer dynamisch festgelegt. Erst oberhalb von 128 GB Größe des Bootmediums ändern sie sich nicht mehr.

Die OSDATA-Partition übernimmt die Arbeit der ehemaligen "vmkdump"-, "scratch"- und "locker"-Partitionen.

In jeder "bootbank"-Partiton befindet sich eine "boot.cfg"-Datei, deren Inhalt den Patchlevel und über den Wert "updated=X" verrät, welches die zuletzt gepatchte Version ist. Wurde kein Rollback initiiert, so ist die Version mit dem höheren "updated"-Wert die "bootbank" und die mit dem kleineren die "altbootbank".

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[...]
build=7.0.0-1.0.15843807
updated=1


Beim Start des ESXi lässt sich über "Shift-R" ein Rollback anstoßen, das bei Problemen mit der neuen Version die vorherige Bootbank wieder aktiviert. Dieser Vorgang ist nicht umkehrbar.

Da ESXi zur Laufzeit aus einer RAM-Disk heraus läuft, fällt ein Defekt oder Disconnect des USB-Boot-Mediums nicht unmittelbar auf. Die fehlende "locker"-Partition bemerkt man, wenn man in einer VM die Tools installieren oder updaten möchte und nicht mehr kann.

Mit einer Diagnose-CD lassen sich alle FAT-Partitionen mounten und auslesen:

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/dev/sda1 on esx/efi type vfat (...)
/dev/sda5 on esx/bootbank1 type vfat (...)
/dev/sda6 on esx/bootbank2 type vfat (...)


Interssante Dateien und Verzeichnisse:

Code: Alles auswählen

esx/bootbank1/boot.cfg - Version und Patchstand
esx/bootbank1/imgdb.tgz - Sammlung der XML-Dateien der aktuell installierten VIBs
esx/bootbank1/state.tgz - Konfiguration des ESXi

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Re: Wissenswertes rund um das Bootmedium für ESXi 7.0

Beitragvon irix » 08.04.2020, 18:55

Danke fuer die Infos!

Gruss
Joerg

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Re: Wissenswertes rund um das Bootmedium für ESXi 7.0

Beitragvon continuum » 08.04.2020, 20:47

Die OSDATA Partition wird dabei mit einem "neuen" Dateisystem namens VMFSL formattiert.
Sieht auf den ersten Blick aus wie VMFS 6 wird aber von 3rd party-tools nichts als VMFS 6 erkannt.

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Re: Wissenswertes rund um das Bootmedium für ESXi 7.0

Beitragvon Dayworker » 13.07.2020, 11:56

Die OSDATA-Partition übernimmt die Arbeit der ehemaligen "vmkdump"-, "scratch"- und "locker"-Partitionen sowie "VM-Tools".

Das ist eine böse Falle für alle mit "langsamen" Datenträger (2.5er Mobil-HDD) bzw nicht dauerlastgeeignetem Flash-Medium. Installiert man den ESXi7 auf einem Flash-Medium grösser 8GB, landet darauf auch eine VMFS-L basierte ESX-OSData Partition. Die Schreiblast auf das Medium steigt dadurch jedoch rapide an. Das dürfte auch ein Grund sein, weshalb Dell sein BOSS-Laufwerk mit 50% Overprovisioning ausliefert.
Fehlt die Partition "ESX-OSdata" lassen sich folglich auch keine VMware-Tools installieren.


[edit]
Nachzulesen unter anderem bei https://blogs.virtualmaestro.in/2020/04/07/disk-partition-layout-for-esxi-in-vsphere-7/

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Re: Wissenswertes rund um das Bootmedium für ESXi 7.0

Beitragvon MarroniJohny » 14.07.2020, 21:16

Nach allem was ich bislang so gelesen habe, weiss ich schon, weshalb ich so lange wie möglich bei 6.7 bleibe.

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Re: Wissenswertes rund um das Bootmedium für ESXi 7.0

Beitragvon irix » 14.07.2020, 21:27

1. Das BOSS hat keine 50% Ueberprovisionierung. Das macht ja kein Hersteller mehr.
2. Man legt Scratch/Locker sowie syslog auf den ersten Datastore und schwupps ist das Problem geloest

Kein OS schafft es eine gut und guenstig SSD kaputt zuschreiben selbst wenn die nur ein Writes per Day von 0,3 oder so haben.

Gruss
Joerg


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