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AMD Epyc oder Intel Xeon für ESXi-Serversystem?

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AMD Epyc oder Intel Xeon für ESXi-Serversystem?

Beitragvon kaineanung » 10.02.2020, 15:20

Hallo Leute,

ich bin gerade dabei mir Angebote erstellen zu lassen für 2 neue Server die bei unserer Tochterfirma neu eingeführt werden.
Es werden ca. 6-8 VMs virtualisiert (2x DNS (Master + Slave) und DHCP (Haupt+ Failover) auf Ubuntu-Basis, 1x Endpoint + 1 Fileserver+ 2x DC als MS Windows 2016 Server).

Ich möchte 2 Hosts + eine SAN + VMWare Essentials Bundle kaufen.

Bei den Servern steht ein Novum für uns an und würde gerne eure Meinung dazu wissen:

Als CPU: AMD Epyc 7262 mit 8 Kernen und 3,4 GHz Basistakt und 64 GB RAM.
Und angedacht ist alternativ daß die Server jeweils eine 2. gleiche CPU spendiert bekommen (Also 2x AMD Epyc 7262).
Eine weitere Alternative wäre eine CPU (statt 2) und dafür mit 16 Cores bei ca. 3 GHz (AMD EPYC 7302).

Was meint ihr dazu? P/L ist unschlagbar. Benchmark 'Single' als auch 'Multi'(-Dingens) ist unschlagbar in diesem Preissegment! Ich würde sogar behaupten das die 650 EUR CPUs (AMD Epyc 7262) mit den >2000EUR Xeon-Konkurrenten mithalten können.
Soviel zur Theorie und dem Vergleich von technischen Datenblättern und Benchmarks.
Hat irgendwer Erfahrung oder eine Meinung dazu?

Oder doch besser ein Intel mit weniger Kernen und ~2,2 GHz Basistakt und trotzdem teurer aber trotzdem niedriger Benchmark usw..?

Also 1x oder sogar 2x Epyc 7262 oder 1x Epyc 7302 oder ein Xeon-Pendant (welcher das dann genau wäre?)?

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Re: AMD Epyc oder Intel Xeon für ESXi-Serversystem?

Beitragvon irix » 10.02.2020, 19:11

Tja...
xxx Intel Server verkauft
1 AMD Server verkauft... und der hatte dann auch noch 8 Wochen Lieferzeit :)

Ich glaube bei anderen wird es nicht viel anders aussehen. Das Problem ist das die Serverhersteller und VMware Jahrelang da kein Auge drauf hatten und keiner will das sein Server 1x die Woche crashed und dann 20 oder mehr VMs mit reist. Ich wuensche die Kunden wuerden mehr AMD anfragen bzw. wir wuerden den Mut aufbringen einfach mal AMD zuwaehlen, aber in den letzten 8 Jahren war es halt zu 100% und da konnte man halt sagen das es funktioniert (dann kam Spectre/Meltdown was aber auch keinen Kunden juckt). Aktuell kaempft Intel bei bestimmten Modell mit Preis Promos dagegen.

Ich gucke immer wieweit ich mit einer CPU komme weil das verschiebt das NUMA Problem entsprechend weit nach hinten.

Gruss
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Re: AMD Epyc oder Intel Xeon für ESXi-Serversystem?

Beitragvon UrsDerBär » 30.03.2020, 09:37

Zwar schon etwas älter aber...

@irix: Du sprichst von Abstürzen jede Woche? Ist da was dran bei AMD?


Die Preisunterschiede nur für Chipsatz/CPU sind bei vergleichbarer Leistung schon ziemlich heftig.

Mal ein Vergleich für eine 16Core Single-Socket CPU (Lizenztechnisch bei Windows noch mit einer Lizenz gedeckt, also für eine Kleinumgebung vermutlich der vernünftigste Maximalausbau)

AMD EPYC 7302: ~950.-- / Intel Xeon W-3245: ~1950.--

RAM AMD: 3200MHZ / Intel 2933MHZ
Basis-Takt: AMD: 3.0GHZ / Intel: 3.2GHZ
Turbo: AMD: 3.3GHZ / Intel: 4.6GHZ (ob das wirklich je erreicht wird, keine Ahnung)
Stromverbrauch: AMD 155 Watt / Intel 205 Watt
RAM-Channels: AMD 8 / Intel: 6 (Macht mehr RAM)
PCI-Express-Lanes: AMD 128 / Intel 64 (Schafft mehr Flexibilität für NVME)

Ausser bei der maximal mögliche Clockrate und beim etwas höheren Basistakt schlägt die AMD-CPU das Intel-Pendant überall und kostet gerade mal die Hälfte. Habe mich bis jetzt aber auch noch nie "getraut" ein System damit aufzubauen, weil halt Intel einfach funktioniert. Hilft aber nicht gerade um die CPU-Vielfalt aufrechtzuerhalten. Intels Preispolitik wurde mit den Scalable-Serien ja schon gut an das Quasi-Monopol angepasst. War Intel vorher einfach teuer, ist es jetzt unverschämt. Insbesondere Mehrsockelsysteme.

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Re: AMD Epyc oder Intel Xeon für ESXi-Serversystem?

Beitragvon irix » 30.03.2020, 09:54

UrsDerBär hat geschrieben:Zwar schon etwas älter aber...

@irix: Du sprichst von Abstürzen jede Woche? Ist da was dran bei AMD?



Nein spreche ich nicht. Lies meinen Satz halt noch mal.

Die ESXi Hosts hier kosten zwischen 10-25K und das ohne SW Lizenzen und sie haben auch oftmals keine internen Disks. Ich will nicht sagen das da 1000,- keine Rolle spielen aber es gibt da noch andere Faktoren und mit der Zeit aendert sich auch was.

Wenn jemand was sucht um es sich in den Keller zustellen sind die Kriterien halt andere.

Gruss
Joerg

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Re: AMD Epyc oder Intel Xeon für ESXi-Serversystem?

Beitragvon UrsDerBär » 30.03.2020, 10:20

Preis: Schon klar. Nur lässt sich das ja auch auf die grösseren Systeme übertragen. Sieht ja bei den grossen Systemen ziemlich ähnlich aus. Da fällt es dann auch wieder ins Gewicht, wenn auch nicht gleichermassen weil RAM, Erweiterungskarten etc. ja gleich teuer ist.

OK ich formuliere um. Da Du es so korrekt formuliert hast, dass die Kunden nicht wollen, das es jede Woche crasht, fragte ich mich ob Du da mehr weist wenn Du es erwähnst oder ob das einfach nur die Ängste sind das es keiner macht. ;)

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Re: AMD Epyc oder Intel Xeon für ESXi-Serversystem?

Beitragvon Dayworker » 30.03.2020, 17:24

"irix" wird da vermutlich auch nicht mehr wissen. Bisher war es jedoch immer so, daß die Intel-Maschinen problemlos liefen, was beim gefühlt hundersten Aufguß der 14nm-Technology auch nicht anders zu erwarten ist und das zählt manchmal mehr, als die bessere andere Plattform zu haben, wie es momentan bei AMD der Fall ist und vermutlich auch länger bleiben wird. Dazu kommt noch, daß sich VMs nur bedingt Online zwischen verschiedenen Rechnerarchitekturen migrieren lassen. Einfach mal so ein System nachkaufen, funktioniert da nur bedingt und zum anderen muß AMD erstmal beweisen, daß sie überhaupt in grossen Stückzahlen liefern können. Denn auch wenn Intel bei den Desktops weiterhin nur begrenzt liefern kann, werden an die grossen Cloud-Anbieter weiterhin Aber-Millionen von Server-CPUs ausgeliefert und damit wird das Geld verdient.
Allerdings haben sich einige Cloud-Anbieter schon darüber beschwert, daß Intel nicht nur kerntechnisch nicht in die Gänge kommt und zumindest einer hat überhaupt formuliert, sich zukünftig auch bei AMD bedienen zu wollen. Wenn es allerdings nur darum geht, möglichst viele Kerne ohne spezielle Fähigkeiten wie AVX, FMA etc anzubieten, gerät im Grunde jedoch auch AMD unter die Räder der ARM-Schiene. Schaut man sich da nur mal den Cavium ThunderX3 mit 96 Kernen und vierfachem SMT an, kann der 384 Threads abarbeiten und das ist nur ein Anbieter, der zukünftig auf den Server-Markt mitmischen will.

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Re: AMD Epyc oder Intel Xeon für ESXi-Serversystem?

Beitragvon irix » 30.03.2020, 17:35

In meinem Umfeld ist es halt so.... 99% Intel und 1% AMD Server. Da kann man keine Aussage zu machen ob AMD mehr oder weniger Probleme macht und da meine ich nun nicht die aktuelle Lage von Sicherheitsluecken.

Die Soft und HW Hersteller haben AMD nunmal die letzten 10 Jahre eher Stiefmuetterlich behandelt gehabt und wenn man dann noch 8 Wochen anstelle 7-10 Tage warten muss dann ist das in manchen Faellen vollkommen egal ob die Kiste da nun X Euro guenstiger oder 10% mehr Leistung hat. Bei einem Brownfield Environment ist es halt auch anders als in einem Greenfield.


Konkurrenz ist gut und Konkurrenz belebt das Geschaeft und gegen Langeweile hilft Abwechselung :) Ich gehe mal davon aus das es dieses Jahr ein paar mehr AMD Systeme hier werden.

Gruss
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Re: AMD Epyc oder Intel Xeon für ESXi-Serversystem?

Beitragvon UrsDerBär » 15.04.2020, 14:36

Jo 8 Wochen Lieferfrist geht ja überhaupt nicht. Da kriegt jeder Kunde nen Hals. Dürfte sich aber mittlerweile auch verbessert haben.

Die AMD Jungs bringen in den nächsten Tagen/Wochen ziemlich coole neue Teile raus. Sind bereits auf der Homepage aber noch nicht ganz lieferbar.

64 Kerne, 2.6GHZ Basistakt bei 280 Watt ist schon eine krasse Ansage Edit: Preis wohl nicht realistisch. Das Ding wird den fettesten Platium vermutlich in die Tasche stecken. Für den gibts ja nichtmal preisangaben. ;)

Aber auch die kleinen "fetten" wie der 16 Kerner mit Basistakt von 3.5 GHZ und 256MB Cache klingt sehr "vernünftig" und auch die Anzahl PCI-Express Lanes lassen keine Wünsche mehr offen. :D

Nur der Turbotakt ist etwas tiefer als bei den Intel-Teilen von Intel die aber max. 56 Kerne haben.

Haben ja doch einige Vorzüge: höherer Memory-Takt, 8 statt 6 Channel Memory, weniger Stromverbrauch, deutlich mehr Cache, 128 gegenüber 48 PCI-Express Langes und dazu viel günstiger
Ich hoffe da geht etwas beim Absatz bei Grosskunden, damit Intel endlich mal wieder in normale Sphären bei den Preisen kommt. Die sind ja seit Scalable völlig von der Rolle mit allem was viel GHZ pro Ken hat.

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Re: AMD Epyc oder Intel Xeon für ESXi-Serversystem?

Beitragvon UrsDerBär » 24.04.2020, 11:27

Es gibt auch in Kürze nen nettes Barbone mit 1 Sockel von Supermicro dazu. Bin gespannt was noch kommt, auch bei den anderen Hersteller:
https://www.supermicro.com/en/Aplus/sys ... WN10RT.cfm

10x 2.5" Backplane mit Unterstützung für NVMe, SAS, SATA (alle 10 Plätze können alles, für SAS/SATA brauchts nen extra Kabelsatz/SAS nen Controller)
Und trotzdem sind 3 16er PCI-Express Slots frei , 2x FHFL 1x LP :twisted:
16 RAM-Riegel (bis 4TB)

Das ist echt ein Knaller. Ein flexibleres 1HE Barbone gibts wohl aktuell nicht am Markt. Bin mal gespannt auf den Preis. Da lässt sich auf minimalen Platz schon sehr viel erschlagen. Von einer schnellen Workstation, über ESXi mit vSAN (sofern es zertifiziert wird) oder HyperV lässt sich da wohl alles mit anstellen.


Wenn jetzt AMD nicht wieder den Server-Einzug schafft, dann wohl gar nicht mehr. So wie man munkelt stehen aber bereits eine Menge Oracle-Kunden auf der Matte für die ganzen High-Frequency CPU-Modelle mit weniger Kernen.

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Re: AMD Epyc oder Intel Xeon für ESXi-Serversystem?

Beitragvon Dayworker » 25.04.2020, 21:17

Das viele Oracle-Kunden - aber nicht nur diese - auf diese Highspeed-CPUs warten wird verständlicher, wenn man sich die vor einiger Zeit geänderten Lizenzmodalitäten durchliest. Auch VMware hat die Lizenzierung seit 2.April2020 im Zuge der GA von vSphere7 an der Kernanzahl festgemacht. Im Gegensatz zu Oracle ist VMware aber immerhin so freizügig und gestattet 32 physische Kerne pro Lizenz. Erst darüber wird eine zweite CPU-Lizenz notwendig und SMT bzw HT zählt - zumindest bisher - nicht. Falls dann vermehrt Server-CPU mit 4-fachem HT/SMT auf dem Markt sind, wird das VMware sicherlich zeitnah anpassen.

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Re: AMD Epyc oder Intel Xeon für ESXi-Serversystem?

Beitragvon Dayworker » 10.05.2020, 18:55

Wenn ich mir die Ausführungen von https://www.igorslab.de/warum-sich-hersteller-mit-amd-notebooks-schwer-tun-amd-sich-oft-selbst-ein-bein-stellt-und-die-blaue-verschwoerung-keine-ist-einblicke-und-kommentar/ durchlese, komme ich etwas ins Schmunzeln. Da hat AMD noch einiges aufzuholen. Auch Intel ist davor nicht gefeit, liefert mit seinen Errata-Listen aber wenigstens halbwegs noch eine Dokumentation und gerade letzteres ist ein altes AMD-Problem. Die Unterstützung der HW-Hersteller für die AMD-Platform ist also massiv vom Einsatz von AMD abhängig.

[edit]
Das Argument, daß Igor über NBs schreibt, ist prinzipiell richtig, aber aufgrund derselben Architektur-Generation wird dieses Problem auch die Server-Schiene betreffen. Falls AMD möglicherwiese unter NDA nicht noch deutlicher anschiebt, wird es bei der jetzigen Monokultur bleiben.

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Re: AMD Epyc oder Intel Xeon für ESXi-Serversystem?

Beitragvon UrsDerBär » 11.05.2020, 09:22

Interessanter Blog!

Zumindest scheint AMD einen Teil der Probleme anzugehen. Im gleichen Blog: https://www.igorslab.de/ausverkauft-nvi ... -und-cpus/


Aber ist klar das AMD hier überall der kürzeren gezogen hat und erst wieder alles aufbauen muss. Die waren ja jahrelang unter ferner Liefen gegenüber Intel. Alles was angesprochen wurde, kostet ja auch ne Menge Geld. Und davon hatte AMD nicht allzuviel. ;)
Ist zu hoffen, dass sie den Turn-Around kriegen und alle anderen mitziehen damit es wieder etwas mehr Wettbewerb gibt. Intel konnte ja fast alles diktieren, das ist selten bis nie gut.

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Re: AMD Epyc oder Intel Xeon für ESXi-Serversystem?

Beitragvon Dayworker » 11.05.2020, 19:42

Jupp, Igor liefert nicht nur dabei einen interessanten Blick hinter die Kulissen.
Wer mit Igor auf die Schnelle nix anfangen kann, sich aber noch an "Toms Hardware Deutschland" erinnert, das ist derselbe Chefredakteur und Hauptautor.


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