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SAN-Features für HA über 2 DC

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SAN-Features für HA über 2 DC

Beitragvon geshhoku » 20.06.2012, 15:45

Hallo zusammen,

ich lese schon seit einigen Monaten sporadisch in diesem Forum und möchte mich hiermit auch bei allen bedanken, die zu Problemlösungen und Informationsgewinnung beigetragen haben. Natürlich auch an diejenigen, die die Fragen überhaupt erst gestellt und somit die entsprechenden Diskussionen zum Leben erweckt haben.

Nun habe ich auch mal ein persönliches Anliegen, zu dem ich bisher noch keine passenden Szenarien gefunden bzw. diese nicht vollständig verstanden habe. Vermutlich habe ich einfach nur die falschen Suchbegriffe genutzt.
Es sei dazu gesagt, dass ich erst seit ca. 9 Monaten mit VMware arbeite und vorher auch keine Berührungspunkte zu Servern hatte. In meiner Firma gibt es aber zum Glück noch genug Kollegen mit Erfahrung :-)




Meine Frage auf einen Satz komprimiert lautet:
Welche Features setzt VMware an das SAN voraus, um eine Hochverfügbarkeit über zwei Datacenter realisieren zu können?

Und nun noch detaillierter:

Wir sind im Begriff zwei neue Datacenter aufzubauen, welche SAN-seitig (über Dark-Fibre) per SAN-Replikation gespiegelt sein sollen – die Entfernung wird einige hundert Meter betragen. Als Server kommen voraussichtlich HP-Blades mit FCoE zum Einsatz. Beide Datacenter arbeiten im selben Netzwerk. Im Gegensatz zum SAN wird die Verteilung und Anzahl der ESXi-Hosts so sein, dass bei Ausfall einer Seite nur die wichtigsten VMs auf der anderen Seite sofort wieder verfügbar sein müssen/können.
Die ESXi-Server (V5) werden von der Spiegelung des SAN nichts mitbekommen, also alle LUNs einheitlich sehen, wobei die Hosts natürlich mit den LUNs arbeiten sollen, die auch physikalisch im selben Datacenter sind.

Eine Wahl bei der SAN-Landschaft wurde noch nicht getroffen. Unser Storage-Verantwortlicher hat mich nun gebeten ihm die Features aufzulisten, die die ESXi-Server vom SAN benötigen. Dabei geht es ihm nicht um Technologien, die an eine Firma bzw. ein Produkt gebunden sind, sondern tatsächlich nur benötigte Features, da man nur so markenunabhängig ist und entsprechende Vergleiche anstellen kann. (Über diese Angehens weise lässt sich natürlich streiten, aber das ist die Vorgabe, an die ich mich halte).

Storage-vMotion sollte z.B. nicht über das vSphere-Netz laufen. Vielmehr sollte ein Befehl zum SAN abgesetzt werden, sodass das Verschieben direkt dort erfolgt.
Bei VAAI gehe ich davon aus, dass jede in Frage kommende Storage dies unterstützt und die Voraussetzung für die aufliegenden Features ist.

Die Anforderung an die VM-Umgebung ist, dass ein Datacenter ausfallen kann, wobei, wie gesagt, nur die wichtigsten Systeme auf der anderen Seite möglichst zeitnahe (am liebsten natürlich sofort und automatisch) wieder zur Verfügung stehen müssen.

HA und vMotion sind in meinen Augen die Kernfunktionen, die in solch einer Umgebung benötigt werden. Wenn ich es richtig verstanden habe, liegt die Problematik bei der Umsetzung vor allem im Umschalten von lesenden auf schreibenden Zugriff der LUNs, damit die VMs beim Ausfall eines DC im anderen DC wieder in Betrieb genommen werden könne.

Welches Features sollte das SAN unterstützen, um die Hochverfügbarkeit zu gewährleisten?
Kann man das auch ohne Site-Recovery-Manager betreiben – reichen dafür zwei vCenter-Server im linked-mode? Unser Wunsch wäre es nur mit bordeigenen Mitteln (evtl. mit Scripts) zu arbeiten. Alternativen zum SRM können allerdings auch in Betracht gezogen werden.
Gibt es Vorgaben oder Empfehlungen beim Dateisystem (VMFS/RDM)?
Was für Überlegungen spielen noch eine Rolle bzw. was muss in Betracht gezogen werden?
Spricht etwas gegen einen solchen Aufbau?


ich bin natürlich gewillt auch selber weiter zu forschen und lese gerne die entsprechenden Threads/Artikel/Whitepaper, wenn Ihr mich dahin verweisen könnt.

Solltet Ihr noch Fragen zur geplanten Umgebung haben, dann versuche ich alle nötigen Informtionen zusammenzutragen.

Vielen Dank im Voraus!

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Beitragvon vMario156 » 20.06.2012, 16:23

Naja ist ja ein recht klassisches Szenario was Ihr da vor habt (also mit den zwei Rechenzentren).

Hier gäb es zwei Lösungsansätze:

A) Disaster Recovery: Wenn Data Center A einen Störfall hat, können alle (wichtigen) VMs im Data Center B wieder in Betrieb genommen werden. Hier gibt es mehrere Lösungen, allen vorran der von dir bereits erwähnte Site Recovery Manager. Hier können per Knopfdruck komplette Umgebungen von Data Center A auf Data Center B umgeschaltet werden. Hier können richtige Recovery Pläne erstellt werden (z.B. welche VM startet zuerst etc.). Im Gegensatz dazu steht die komplett manuelle Varriante, wo die Spieglung auf dem SAN manuell gestoppt wird und die "Backup"-LUN den Hosts in Data-Center B präsentiert wird. Dies ist aber mit sehr vielen Schritten verbunten wie z.B. das neu registieren der VMs etc. und ist eigentlich nur in kleineren Umgebungen praktikabel. Zwischen SRM und "komplett manueller Umschaltung" gibt es dann noch so zwischen Lösungen wie Scripting oder auch manche Storageanbieter wie NetApp z.B. bringen das ein odere andere Tool / plugin mit, was solche Umschaltungen etwas vereinfacht.

B) High Availibility: Unter vSphere würden wir hier von einem Streched Cluster reden. Hiermit wären funktionen wie z.B. HA auch über die (physikalischen) Rechenzentrums-Grenzen hinweg möglich. Größte Herausforderung und auch gleichzeitig Kostenfaktor ist hierbei die Infrasturktur. Du brauchst nämlich eine aktiv/aktiv Storage Lösung welche gleichzeitig auf LUNs lesen und schreiben kann (also in beiden Storage Systemen). Hier gibt es z.B. von EMC die VPLEX Lösung. Hier gibt es ein recht interessantes Whitepaper von VMware:

http://www.vmware.com/files/pdf/techpap ... egalix.pdf

Im Endefekt eine Frage der Anforderung und vor allem des Budgets.

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Beitragvon irix » 20.06.2012, 19:50

Das Google Suchwort lautet "vSphere Metro Stretched Cluster" und ist mittlerweile auch auf der HCL angekommen. Aus supporteter Sicht sind die bis dato vorhandenen konfiguationen sehr uebersichtlich.Also was die Anzahl angeht :)

Das sich einige Hersteller da schon fruehzeitig aus dem Fenster lehnen und das supporten ist was anderes. Ich hab einen Kunden der hat da was von Netapp stehen und seine beiden DCs sind knapp 500m aus einander. Aus Sicht von VMware nicht supportet, da auch noch vSphere 4, aber funktioniert richtig gut.

Gruss
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Beitragvon stahly » 20.06.2012, 19:55

Mein Favorit wäre ein Activ / Activ Storage, was über mehrere hundert Meter FC eigentlich kein Problem darstellen sollte. Ob die 2 SANs direkt nebeneinander stehen bzw. 300m getrennt sind, ist (fast) kein Unterschied.

A/A hätte den Vorteil, dass man die vMaschinen hin und herschieben kann, wie man will. Im Wartungsfall kann sogar das komplette RZ 1 abgeschaltet werden. (Wenn genug Platz im VM-Cluster im RZ2 ist ;) )

Naja, A/A kann teurer sein... - aber der SRM kostet auch nicht wenig. Kommt halt auf die Anzahl der VMs an.

Hast Du schon ein konkretes Storage im Auge? Habt ihr sogar schon eins im Einsatz, was man sogar in die Spiegelung übernehmen (einbinden) kann?

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Beitragvon geshhoku » 22.06.2012, 12:57

Hallo zusammen,

vielen Dank für die schnellen und hilfreichen Antworten. ich werde ein Weilchen brauchen, um mich da einzulesen/reinzudenken.

Genaues (also auch Zahlen) weiß ich leider nicht über das Budget, aber ich würde es mal als mittel-hoch einstufen.

Derzeit haben wir knapp 450 VMs auf 30 Hosts laufen. Die neuen DC sollen aber natürlich wachstumsfähig sein. ich gehe davon aus, dass die neue Umgebung ca. 1000 VMs unterstützen sollte, was auch dem ungefähren Wachstum pro Jahr entspricht.

Für SAN nutzen wir derzeit EMC, das bleibt aber am jetzigen Standort. Die neuen DC werden ein kompletter Neuaufbau und wie gesagt, macht unser Storage-Verantwortlicher die Wahl abhängig von den Anforderung durch VMware und selbstverständlich auch seinen eigenen. EMC steht natürlich auch zur Wahl. Ich suche neben den Features halt auch Argumente, mit denen ich die Wahl begründen kann. Tun wir das nicht alle? ;-)

Um zusammenzufassen:
Also bleibt eigentlich nur die Wahl zwischen Stretched-Cluster (mit active/active SAN) und SRM, richtig?

Wenn ich das richtig verstanden habe, bietet SRM mehr Features und setzt kein active/active voraus. Bisher war ich der Meinung, dass SRM eher die teure Variante ist. Nun scheint aber active/active SAN Voraussetzung zu sein, um ohne SRM arbeiten zu können und das wiederum scheint ziemlich teuer zu sein. Es wäre also eine Verlagerung der Kosten zur SAN.

Entscheidet sich unser SAN-Admin also für active/passive, müssen wir zu SRM greifen. Wählt er active/active, können wir mit vSphere ohne Extras arbeiten. Habe ich das so richtig verstanden?

Kann man denn klar sagen, dass es gravierende Vorteile für eine der beiden Technologien gibt oder ist das mal wieder eine Frage der Anforderung? ;-)

Wie immer vielen Dank und schon mal vorweg ein schönes Wochenende.

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Beitragvon stahly » 22.06.2012, 13:05

Hast Du schon mal über eine Storagevirtualisierung nachgedacht? (z.B. IBM SVC - den setzen wir ein ;) )

So kann im RZ1 die EMC stehen bleiben und der SVC wird "oben drüber" gestülpt und übernimmt dann die Verwaltung des Storage.

In das RZ2 käme ebenfalls ein SVC mit einem fast beliebigem Storage drunter.

Dann würde der SVC die Spiegelung übernehmen.

P.S. Wenn man einmal den SVC hat, ist der auch wunderbar zum Austausch vom Storage geeignet. (-> Migration im laufenden Betrieb..)

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Beitragvon irix » 22.06.2012, 13:18

Ich bin der Meinung der OP ist noch nicht ganzu drin im Thema. Es gibt ja durchaus mehrere Moeglichkeiten die Daten von Location A nach B zubringen.

1. Jeder will ein Storage mit Echtzeitreplikation und aus Sicher der Hosts einen tranpareten FailOver. Kann sich aber nicht jeder leisten bzw. die RTT zugross ist kann das ein Stroage nicht mehr
2. Es gibt zeitbasierte Replikation des Storage. Hier dann die Frage was im Notfall alles gemacht werden muss oder obs Auomatisierungs Moeglichkeiten. SRM kann hier helfen.

3. Wer unterschiedliche Stroagesystem auf den bieden Seiten hat oder wleche die das nicht koennen kann die Daten mit Hilfe SRM, oder Veeam/Quest seine VMs replizieren

4. Storagevirutaliserung mit IBM SVC oder DataCore SanSymophonyV

Je nach Anspruch und Geldbeutel also genug Moeglichkeiten.

Gruss
Joerg

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Beitragvon geshhoku » 22.06.2012, 13:30

@stahly: es kommt nicht RZ2 zu RZ1 hinzu. RZ1 wird unberührt bleiben. In Zukunft werden RZ2 und RZ3 zusammen arbeiten und die Hauptlast tragen. Storagevirtualisierung schaue ich mir mal an. Spätestens nächste Woche werde ich mich wohl mal mit unserem SAN-Admin unterhalten. Dabei wird er sicher vielen neue Fragen aufwerfen und/oder vielleicht ja sogar eine Richtung vorgeben.

@irix/Joerg: ich gebe Dir vollkommen Recht. ich bin ein ziemlicher Neuling und für Eure investierte Zeit sehr dankbar.

ich werde nun erst Mal Eure Antworten und Empfehlungen sacken lassen und versuchen mich mit Hilfer der Schlagwörter und Links besser mit der Materie vertraut zu machen.
ich melde mich wieder, wenn ich Fragen habe oder im Idealfall (wovon ich leider nicht ausgehe ;-)), wenn eine Entscheidung getroffen ist und die neuen DCs im richtigen Aufbau sind.


Edit 06.09.2012:

Mein Kollege war zwar unzufrieden, dass ich keine Featureliste bereitstellen konnte und nur Informationen zu Produkten gefunden habe...

Letztendlich fiel die Entscheidung auf vPlex.

Danke noch mals für alle Beteiligungen und die hilfreichen Links (natürlich auch an kastlr im letzten Beitrag :-)).

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Beitragvon kastlr » 22.06.2012, 14:35

Hallo,

wenn ihr schon EMC im Haus habt, dann sprecht Sie doch mal auf folgende Artikel an.EMC ist bei dem Thema meiner Meinung nach nämlich recht gut aufgestellt.

Gruß,
Ralf


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