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Datacore, 3PAR, SSD und Sizing?

ESX(i)-taugliche Hardware, HCL .....

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Datacore, 3PAR, SSD und Sizing?

Beitragvon kutho » 24.09.2013, 18:12

Hallo,

aktuell stehen wir vor der Entscheidung unser Storage auszutauschen, da wir langsam aber sicher aus der Wartung laufen, langsam werden usw ...

Aktuell wird eine HP EVA 4400 eingesetzt.

Die angebotenen Systeme sind in etwa diese:
jeweils ca. 60 TB netto --- mit ca. 70 Platten

1. 3PAR 7200

- 3 Tier
- 8x SSD 400 Tier 1
- 40 TB Tier 2
- 1TB SAS 6G Tier 3

2. DataCore

- HP Server DL380 -- mit D2700 Enclosures
- 3 Tier
- 2x FusionIO 1,28 TB Tier 1
- 900GB 6G SAS 10k SFF Tier 2 (Menge - ?)
- 1TB SAS 6G Tier 3

Leider können wir uns nicht wirklich entscheiden welches System geeigneter ist.

Eingesetzte Software: mehrere ESXi Hosts mit momentan noch mehreren Essentials Plus Lizenzen

Es sollen in einem Gebäude "nebenan" ein redundantes System stehen.
(Failover, ...)

Dazu folgende Aussagen "die Platten in der 3Par sind wertiger als die Datacore Platten da eine andere Charge benutzt wird" (bezieht sich auf die Tier 2)
Laut Datenblatt haben die Platten die gleichen Werte -- für uns unverständlich.

Macht es Sinn auf ein solches "teures" Storagesystem auch die Archivierung des Exchange zu legen -- oder kostet das unverhältnismäßig viel Performance?

Vielen Dank schon im Voraus!

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Beitragvon bla!zilla » 24.09.2013, 19:05

Vorabinfo: Ich bin DCIE und HP Master ASE Storage Solutions, ich kenne beide Systeme sehr, sehr gut.

Die reine Kapazitätsangabe ist sinnlos, interessant wäre, wie viele Spindeln in den jeweiligen Systemen laufen. Welche Softwareoptionen habt ihr jeweils dabei?

Statt die technischen Specs zu vergleichen solltet ihr eure Anforderungen, Rahmenbedingungen etc. definieren und zu schauen, welches System die Anforderungen und Rahmenbedingungen erfüllt.

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Beitragvon irix » 25.09.2013, 00:41

Moin,
du stellst 2 Fragen bzw. noch die Aussage das ihr euch nicht entscheiden koennt. Aber was erwartest du von uns nun?

Wenn wir es kurz machen wollen dann ist die Antwort:
Passt, Das Linke , Yupp.
Nun bist du schlauer ;)

- Man koennte darueber reden wie ihr? bzw. der Anbieter auf das Sizing gekommen ist
- Was sind aktuelle euere Ansprueche bzw. wo soll die Reise hingehen. Was hat auch am Vorgaenger Storage gefallen bzw. nichtgefallen?
- Wieviel seit ihr gewillt mit dem Storqage euch zu beschaeftigen
- Welche Noete soll es lindern
- Wie machen andere ein Sizing damit ihr einschaetzen koennt was euch da Angeboten wurde
- Wo legen andere aktuell Wert drauf bzw. was taugt in der Praxis

Gruss
Joerg

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Beitragvon kutho » 25.09.2013, 16:36

Das Sizing beruht auf den Logs der EVA die HP ausgewertet hat (EVAPERF über eine Woche -- Average IOPS 2500 -- PEAK IOPS 7500)

Hier war die Empfehlung 2 Tier Lösung 72 x 2,5" à 900 GB SAS Festplatten plus 16 x 3TB NL. Aufgrund von weiteren Datenbanken derern Leistungsanforderungen unbekannt sind haben wir uns entschieden noch ein SSD Tier hinzuzufügen.

Hauptsächlich ist uns die EVA mittlerweile zu langsam und es fehlt am Speicherplatz.

Mit dem Storage wollten wir uns so wenig wie nötig beschäftigen. Uns ist schon klar das Datacore einen höheren Administrativen Aufwand bedeutet, dafür sind wir halt auch sehr flexible in Punkto Anbindung neuer HDDs...

Uns scheint es dass HP gerne die 3PAR Lösung verkaufen will und dementsprechend die Datacore Lösung mit D2700 Enclosures als ungeeignet darstellt. Ist da so? (Falls ihr das anhand unserer Infos schon beurteilen könnt)

Seitens der Features beider Systeme gibt es für uns keine so großen Unterschiede für uns. Daher ergibt sich für uns keine Entscheidungshilfe. ("nur" der Preis :grin:)

Nachteil der 3PAR ist: das vier von sechs möglichen Enclosures bereits voll ausgebaut sind. :grin:

Für uns bleiben also noch viel Fragen offen -- u. a. ob es sinnvoll ist auf ein Hauptstorage eine Archivierung (Exchange Server Archivierung) zu packen, die mit Sicherheit eine gewisse Grundlast erzeugen wird. Oder ist es besser auf eine separate Hardware zu gehen ?

Welche Erfahrungen habt ihr mit beiden Systemen in Punkto Leistung gemacht? Evtl. im direkten Vergleich ähnlich ausgebauter Systeme?

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Beitragvon MarcelMertens » 25.09.2013, 20:30

Leider sind die Daten immer noch sehr ungenau.
Sind die IOPS Werte READ oder WRITE? Wie ist das READ/WRITE Verhältnis.
Wieviele der Daten sind wirklich aktiv?

2500 IOPS bei 60TB ist nun nicht wirklich viel. Daher finde ich das DataCore Sizing auf den ersten Blink als Überdiminsioniert. 3PAR kann ich nicht Bewerten.

Wir haben derzeit zwei drei DataCore Systeme mit FusioIO draußen (allerdings auf DELL Hardware). Eins seit Nov. 2012, zwei weitere seit wenigen Wochen. Die Installation aus letzten Jahr läuft absolut Problemfrei, der Kunde ist hoch zufrieden.

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Beitragvon irix » 26.09.2013, 00:38

Sind in dem Preis von 60K da 2 Datacore Server inkl. Lizenzen fuer Mirroring drin oder war das nur der Preis von einem?

Also 2500 IOPS als Average ist nun nicht so viel und dafuer sind es eine Menge SAS und SSD "Spindeln". Wie wird jetzt und in Zukunft das Backup gemacht bzw. was hat es fuer einen Anteil an den 7500IOPS? Hier verzerrt das Backup alles.... tagsueber so 3000 IOPS und dann Abends 20000.

Am Ende der Rechnung hast du einen Preis pro GB fuer die passenden Tiers und da kannst ausrechnen was die Ablage des Archivs dort kostet. Stelle das gegenueber was eine weitere Storagelloesung inkl. dessen Aufwand kostet. Warum sollte ein Archiv nun eine aussergewoehnliche Belastung darstellen?

In der Tat finde ich einen 2/3 Ausbau gleichweg vom Start auch nicht so toll. Hmm. Hmmm.
Koennt ihr euer Wachstum so genau bestimmen und ist das in die Kapazitaetsplanung mit eingeflossen? Weil die alte EVA lief doch bestimmt knapp 5 Jahre und das neue soll doch auch solange halten oder?

Gruss
Joerg

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Beitragvon bla!zilla » 26.09.2013, 09:25

Grundsätzlich hinkt der Vergleich DataCore vs. StoreServ 7200 gewaltig. Klar ist die 7200er hochpreisiger, das System gibt unfassbar viel mehr her. Der Unterschied liegt im Prinzip schon in der Arbeitsweise. DataCore ist im Prinzip ein getrenntes Dual-Controller System, bei dem jeder Controller seinen eigenen Speicher hat (vergleichbar mit NetApp Metro Cluster). Die 3PAR ist kein klassisches Dual-Controller System, der Speicher ist hier geshared. Ihr braucht daher auch zwei 7200er um eine gespiegelte Umgebung aufzubauen, habt dann aber auch eine höhere Verfügbarkeit, da ein Controllerfehler nicht direkt zum Site Failover führt. Aber hier müssen eure Anforderungen entscheiden.

Klar, 6 Enclosures können, je nach prognostizierter Ausbaubarkeit ein Problem werden. Im Zweifel müsstet ihr auf eine 7400er wechseln. Wenn für euch der Preis das Argument ist, und bei den von euch gestellten Anforderungen Gleichstand herrscht, dann ist DataCore das Produkt eurer Wahl.

Ich stimme Marcel zu, dass die reine Angabe von IOPS Werten nichts, aber auch gar nichts bringt. Kann ja sein, dass DataCore die IOPS Werte schafft, aber eine höhere IO Latenz hat. IO Werte sollten wie folgt spezifiziert sein:

IO Leistung Peak mit maximal tolerierbarer IO Latency
IO Leistung Average mit maximal tolerierbarer IO Latency
IO Read/ Write Verhältnis

Ein System, was 7500 IOPS Peak bei 100ms schafft, bringt euch gar nichts. Wenn ihr Tiering nutzt, dann solltet ihr das mit einkalkulieren und IO Latenzen pro Tier definieren.

Gegen Archivierung auf dem Primärstorage spricht nichts. Beide System würden dafür sorgen, dass die wenig genutzten Daten auf dem Archiv Tier landen.

Ihr solltet beide Anbieter kritisch hinterfragen. Auf der aktuellen Datenbasis kann das Projekt ein Griff ins Klo werden! Ein Anbieter, der ein System wie den StoreServ 7200 über "wertige Platten" argumentiert, hat die Leistungsfähigkeit des Systems nicht verstanden. Man verkauft über Anforderungen, nicht über technische Specs. Ganz schlechte Voraussetzungen. Zudem solltet ihr bei beiden Anbietern die Erfahrung mit den Systemen hinterfragen (Realisierte Projekte, Schulunge, Zertifizierungen etc.).


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