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Minimalkonfig - Vollredundanz

ESX(i)-taugliche Hardware, HCL .....

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Minimalkonfig - Vollredundanz

Beitragvon ctr » 11.11.2011, 23:36

Ich suche eine Ausgangsbasis für eine Minimalkonfiguration für den vollredundanten Betrieb zweier ESX. Der eigentliche Hersteller ist mir dabei egal, es muß aber eine supportete Konfiguration sein und ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis haben.

Die Fragen die sich mir als SAN-Neuling stellen sind hauptsächlich:
- iSCSI vs. FC -> wahrscheinlich FibreChannel mangels Dual-Controller bei iSCSI
- ist ein einzelnes SAN tatsächlich redundant nur weil es zwei Controller hat? (Was ist mit dem Chassis, wäre das nicht ein SPOF?)
- brauche ich für ein solches Setup schon einen FC Switch oder kann man die HBA der Server auch direkt anschließen?
- worauf muß ich bei Dual-Controller Chassis achten, ich meine schon Hinweise gesehen zu haben, das einige (günstige HP?) kein Active/Active unterstützen, inwiefern ist das für den ESX wichtig?
- und zu guter letzt noch konkrete Hardwareempfehlung, gerne Server und SAN der Einfachheit halber vom gleichen Hersteller (IBM, Dell, HP,...), Bedarf jetzt: ca. 6-7 Produktions VMs (AD, evtl. Exchange, OCS alles nur für wenige User.. ist zwar ein Overkill, aber ich will das nicht "außer Haus" geben) sowie 3-4 Test VMs, sollte aber schon noch etwas Luft nach oben sein um für die Zukunft genug Reserven zu haben
- was für Festplatten verwendet man? Lohnt sich in einer solchen Umgebug tatsächlich 10k oder 15k SAS?

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Re: Minimalkonfig - Vollredundanz

Beitragvon bla!zilla » 12.11.2011, 00:01

ctr hat geschrieben:- iSCSI vs. FC -> wahrscheinlich FibreChannel mangels Dual-Controller bei iSCSI


iSCSI ist ausreichend. Auch bei iSCSI gibt es selbstverständlich Systeme mit zwei Controllern.

- ist ein einzelnes SAN tatsächlich redundant nur weil es zwei Controller hat? (Was ist mit dem Chassis, wäre das nicht ein SPOF?)


Was nicht gespiegelt ist, ist selbstverständlich ein SPoF.

- brauche ich für ein solches Setup schon einen FC Switch oder kann man die HBA der Server auch direkt anschließen?


Direct attached geht selbstverständlich. FC oder iSCSI wäre aber hier Perlen vor die Säue. Da dann doch lieber zu einem DAS mit SAS greifen.

- worauf muß ich bei Dual-Controller Chassis achten, ich meine schon Hinweise gesehen zu haben, das einige (günstige HP?) kein Active/Active unterstützen, inwiefern ist das für den ESX wichtig?


Active/ Active heißt, dass ein logisches Laufwerk gleichzeitig über beide Controller online ist. Das ist tatsächlich bei kaum einem System so. In der Regel ist ein logisches Laufwerk einem Controller zugeordnet, der dann einen Write IO durchführt. Read IO geht über beide Controller. Kaum zu glauben, aber ein Read IO über den non-owning Controller ist das Problem - nennt sich Proxy IO. Der IO muss durch den Mirrorport zwischen den Controllern. Bei einem Read IO ist das Overhead. Ein Write IO muss eh in den Cache des anderen Controller gespielgelt werden, daher ist ein Write IO über den non-owning Controller kein Overhead. ALUA hat die Sache deutlich entschärft. Die HP P2000 G3, als Entry-Level System bei HP, ist ein Active/ Active mit oben genannten "Einschränkungen". Aber auch andere Systeme, z.B. IBM DS etc. leiden unter dem gleichen Problem.

- und zu guter letzt noch konkrete Hardwareempfehlung, gerne Server und SAN der Einfachheit halber vom gleichen Hersteller (IBM, Dell, HP,...), Bedarf jetzt: ca. 6-7 Produktions VMs (AD, evtl. Exchange, OCS alles nur für wenige User.. ist zwar ein Overkill, aber ich will das nicht "außer Haus" geben) sowie 3-4 Test VMs, sollte aber schon noch etwas Luft nach oben sein um für die Zukunft genug Reserven zu haben


HP P2000 G3 mit 1 GbE iSCSI. Das System kann VAAI, entlastet damit die VMware Umgebung. Kann Snapshots, Clones, Remote Copy per Remote Snapshots, LFF, SFF Platten, ist erweiterbar, Dual Controller etc. Für den Preis ein solides System.

- was für Festplatten verwendet man? Lohnt sich in einer solchen Umgebug tatsächlich 10k oder 15k SAS?


Ich würde bei Random IO immer zu 15k tendieren, aber es gibt noch nicht alle 2,5" Disks mit 15k. Grundsätzlich ist es aber auch besser mehr Platten zu nehmen, statt wenige schnelle Disks. Ist eine einfache Rechenaufgabe bei der es auf die Preisdifferenz zwischen den Platten ankommt. Wenn 2x 146 GB 15k billiger sind, als 1x 300 GB 10k, dann nimm die 146 GB 15k. Unter uns: In deiner Umgebung ist es wohl egal.

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Re: Minimalkonfig - Vollredundanz

Beitragvon irix » 12.11.2011, 00:11

ctr hat geschrieben:Ich suche eine Ausgangsbasis für eine Minimalkonfiguration für den vollredundanten Betrieb zweier ESX. Der eigentliche Hersteller ist mir dabei egal, es muß aber eine supportete Konfiguration sein und ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis haben.

Die Fragen die sich mir als SAN-Neuling stellen sind hauptsächlich:
- iSCSI vs. FC -> wahrscheinlich FibreChannel mangels Dual-Controller bei iSCSI


Haeh?. Auch iSCSI basierte SAN haben mehr als einen Kontroller genau so wie man ein FC Array mit einem kaufen kann.

- ist ein einzelnes SAN tatsächlich redundant nur weil es zwei Controller hat? (Was ist mit dem Chassis, wäre das nicht ein SPOF?)


Ja, waere es. Aber in einer Gesamtbetrachtung wird dies untergehen.

- brauche ich für ein solches Setup schon einen FC Switch oder kann man die HBA der Server auch direkt anschließen?


Frueher war ein direkt verbundenes Array im VMware Umfeld nicht supportet. Heute mag das anders aussehen und somit antworte ich mal mit "jein".

- worauf muß ich bei Dual-Controller Chassis achten, ich meine schon Hinweise gesehen zu haben, das einige (günstige HP?) kein Active/Active unterstützen, inwiefern ist das für den ESX wichtig?


Nein ist nicht wichtig. Es muss halt klar sein wie das Array reagiert bzw. wie es aus der Sicht des Hosts ausschaut.

- und zu guter letzt noch konkrete Hardwareempfehlung, gerne Server und SAN der Einfachheit halber vom gleichen Hersteller (IBM, Dell, HP,...), Bedarf jetzt: ca. 6-7 Produktions VMs (AD, evtl. Exchange, OCS alles nur für wenige User.. ist zwar ein Overkill, aber ich will das nicht "außer Haus" geben) sowie 3-4 Test VMs, sollte aber schon noch etwas Luft nach oben sein um für die Zukunft genug Reserven zu haben
- was für Festplatten verwendet man? Lohnt sich in einer solchen Umgebug tatsächlich 10k oder 15k SAS?


Hier ist keine Rate Runde.

- Was ist als RTO angesetzt
- Was ist als RPO angesetzt
- Erwartete IOPS
- Kapazitaet
- Bauliche Vorraussetzungen
- Budget

Kann man sich ja morgen weiter unterhalten.

Gruss
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Beitragvon ctr » 12.11.2011, 01:09

Interessant, Dual-Controller iSCSI habe ich noch nirgendwo gesehen. Beispiele?

@blazilla:
1GbE iSCSI ist mir aber im Bezug auf die Zukunftssicherheit eindeutig zu dünn.

@Irix:
RTO/RPO würde ich spontan eine Stunde ansetzen. Wir erbringen Dienstleistungen und haben dabei demnächst teilweise 1-2h SLA. Da kann es auch im schlimmsten Fall sein, dass man dafür auf Daten zugreifen muß, die dort gespeichert sind.
Erwartete IOPS habe ich wirklich keine Ahnung, das ist im Moment "grüne Wiese" (ein Synology NAS als reine Datensinke). Es geht um o.g. Basisdienste für eine Minimal-Anzahl an Nutzern (<10!), nichtsdestro trotz werden diese Dienste benötigt (jetzt bitte keine Rückfragen warum man für < 10 Leute ein AD braucht).
Bauliche Vorraussetzungen sind im Grunde flexibel, das ganze wandert entweder in ein 19" Rack im Büro (lieber noch mit Trennwand wegen Lärm) oder optional auch ins Hosting bei unserem ISP. Da wäre natürlich ein kleinerer Formfaktor interessant, weil i.d.R. nach Höheneinheiten abgerechnet wird.
Das Budget richtet sich nach Flexibilität. Bei einem unserer zuküntigen Projekte könnte durchaus mal einiges an Rechenleistung gebraucht werden, wenn ich dafür schon eine Reserve habe bin ich auch bereit mehr auszugeben. Ansonsten hatte ich erstmal als Obergrenze (inkl. Software und Support!) 10k angepeilt (ohne Microsoft Lizenzen, da sind wir dank Action Pack ganz gut grundausgestattet). Das wäre auch mit "koventionellen" Servern möglich, aber dann habe ich da X-Kisten rumstehen und habe 0 Flexibilität...

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Beitragvon bla!zilla » 12.11.2011, 10:14

ctr hat geschrieben:Interessant, Dual-Controller iSCSI habe ich noch nirgendwo gesehen. Beispiele?


HP StorageWorks P2000 G3.

@blazilla:
1GbE iSCSI ist mir aber im Bezug auf die Zukunftssicherheit eindeutig zu dünn.


Dann nimm 10 GbE oder Fibre-Channel. 10 GbE muss aber an dieser Stelle nicht durchgehend sein, so ist es durchaus legitim 10 GbE im Storage zu haben, die Server aber z.B. über 4x 1 GbE anzubinden. Multipathing und Load-Balancing sind dicken Leitungen vorzuziehen.

@Irix:
RTO/RPO würde ich spontan eine Stunde ansetzen. Wir erbringen Dienstleistungen und haben dabei demnächst teilweise 1-2h SLA. Da kann es auch im schlimmsten Fall sein, dass man dafür auf Daten zugreifen muß, die dort gespeichert sind.


oO

Darf ich nach dem Budget fragen? RTO von einer Stunde heißt: Die Recovery nach einem Ausfall darf maximal eine Stunde dauern. RPO heißt: Es darf nicht mehr als eine Stunde Daten verloren gehen. IMHO ist sowas nur durch Spiegelung (synchron oder asynchron) oder Replikation zu erreichen.

Erwartete IOPS habe ich wirklich keine Ahnung, das ist im Moment "grüne Wiese" (ein Synology NAS als reine Datensinke). Es geht um o.g. Basisdienste für eine Minimal-Anzahl an Nutzern (<10!), nichtsdestro trotz werden diese Dienste benötigt (jetzt bitte keine Rückfragen warum man für < 10 Leute ein AD braucht).


Na ja, aber davon hängt die Anzahl und Art der Platten ab. Also würde ich jetzt einfach mal 12x 15k Disks ins Rennen werfen. Abhängig von der benötigen Kapazität dann 146 GB, 300 GB, 450 GB oder 600 GB. Solltest du in Richtung 450 oder 600 GB tendieren, nimm lieber die doppelte Anzahl 300 GB Platten.

Bauliche Vorraussetzungen sind im Grunde flexibel, das ganze wandert entweder in ein 19" Rack im Büro (lieber noch mit Trennwand wegen Lärm) oder optional auch ins Hosting bei unserem ISP. Da wäre natürlich ein kleinerer Formfaktor interessant, weil i.d.R. nach Höheneinheiten abgerechnet wird.


Spricht für SFF, also 2,5" Disks.

Das Budget richtet sich nach Flexibilität. Bei einem unserer zuküntigen Projekte könnte durchaus mal einiges an Rechenleistung gebraucht werden, wenn ich dafür schon eine Reserve habe bin ich auch bereit mehr auszugeben. Ansonsten hatte ich erstmal als Obergrenze (inkl. Software und Support!) 10k angepeilt (ohne Microsoft Lizenzen, da sind wir dank Action Pack ganz gut grundausgestattet). Das wäre auch mit "koventionellen" Servern möglich, aber dann habe ich da X-Kisten rumstehen und habe 0 Flexibilität...


10k nur für das Storage? Dafür kannst du dir Fibre-Channel schon mal eher knicken. Das HP P2000 G3 FC MSA Dual Controller Virtualization SAN Starter Kit
(Dual 8 GB Controller, SFF, 2x 16 Port 8 GB Switches, sechs 8 GB single-port HBAs, SFPs und Kabel) kostet Liste (ohne Platten!) ca. 20k €. Das HP P2000 G3 FC MSA Dual Controller Small Business SAN Starter Kit (Dual 8 GB Controllers, LFF, 2x 8-port 8 GB Switches, vier 8 GB single-port HBAs, SFPs und Kabel) kostet so 12k Liste. Auch wieder ohne Platten. Das HP P2000 G3 iSCSI DC w/24 146GB SAS 15K SFF HDD 3.5TB Bundle kostet ca. 13k mit Platten, aber 1 GbE iSCSI. Das HP P2000 G3 iSCSI DC w/12 300GB SAS 10K SFF HDD 3.6TB Bundle kostet ca. 10k, aber auch wieder nur 1 GbE. Eine nackte HP P2000 G3 10GbE iSCSI MSA Dual Controller SFF kostet auch ca. 10k.

Und an dieser Stelle haben wir keinen Support, keine Spiegelung, nix. Nur Storage. Ich denke bei deinem Budget wird es eher auf eine NAS Lösung von Iomega, Qnap, Buffalo etc. hinauslaufen.

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Beitragvon irix » 12.11.2011, 10:37

ctr hat geschrieben:Interessant, Dual-Controller iSCSI habe ich noch nirgendwo gesehen. Beispiele?


- Alles was auf dem erfolgreichem LSI Enginio OEM basiert und dann als IBM DS oder DELL Powervault MD aufschlaegt
- HP 2000 G3
- Infortrend
- EasySAN

Solange man weis bzw. nachhakt was denn Aktive/Aktive/Passiv/Standby aus der Sicht von den Hosts bedeutet bzw. wie es im Verbund reagiert ist wuerde ich das mal aussen vor lassen.

@blazilla:
1GbE iSCSI ist mir aber im Bezug auf die Zukunftssicherheit eindeutig zu dünn.


Wuerde ich so nicht unterschreiben aber ueber dein Wachstum hast du ja nichts gesagt.

@Irix:
..t (jetzt bitte keine Rückfragen warum man für < 10 Leute ein AD braucht).


Wer Microsoft sagt hat selbstverstaendlich ein AD und mit der Anzahl der Leute hat das nur bedingt was zu tun.

Bauliche Vorraussetzungen sind im Grunde flexibel, das ganze wandert entweder in ein 19" Rack im Büro (lieber noch mit Trennwand wegen Lärm) oder optional auch ins Hosting bei unserem ISP....


Wer ein gespiegeltes System haben will/muss oder was auch eine asyncrone Replikation angeht kann den optimalen Schutzlevel nur erreichen wenn diese rauemlich in getrennten Brandabschnitten steht und nein eine Trennwand erfuellt diesen Zweck nicht.

Obergrenze (inkl. Software und Support!) 10k angepeilt (ohne Microsoft Lizenzen, da sind wir dank Action Pack ganz gut grundausgestattet). Das wäre auch mit "koventionellen" Servern möglich, aber dann habe ich da X-Kisten rumstehen und habe 0 Flexibilität...


Wolltest du sagen das ein 10k Budget fuer Server, Storage und VMware Lizenzen reichen soll, sowie noch einfachen 3 Jahres Support beinhalten muss? Backup kommt dann aber extra oder?

Ich moechte dir nicht die Illusion nehmen, aber dafuer bekommst du gerade mal 2 Einstiegs Serverchen und mit etwas Glueck die VMware Essentials Plus Lizenz. Aber fuer den Support hats dann schon nicht mehr gereicht und SAN gibt mit deinen Feature inkl. Platten wird bei 15-20K beginnen.

Ich wuerde mal VMware VSA angucken und dann die Promo nutzen welche noch bis Dezember geht. Wenn du mehr Wissen willst schreib eine PM. Aber dran denken das die VSA NFS spricht und das dann mit 1Gbit (min. 4x1Gbit werden benoetigt). Da ist 10Gbit dann eine sportliche herausforderung und vertreten wuerde ich das in das in deinem speziellem nicht.

Gruss
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Beitragvon ctr » 12.11.2011, 10:41

Naja, ich würde mal sagen das Budget orientiert sich am Bedarf. Ich bin wie gesagt Neuling was SANs angeht, die verwendeten Techniken kenne ich, aber ich mußte sowas noch nie kaufen, deswegen sind mir die Preose nicht geläufig.

Aber wenn ich mir zB mal eine IBM DS3512 angucke die gibts für 3k mit Dual Controller (oder DS3524 wegen SFF für 3,7k) und ca. 1,3k pro 10GbE-Karte, also insgesamt 5,6k (bzw 6,3k) ohne Platten...
Den RPO von einer Stunde kann ich auf wenige Komponenten des Systems begrenzen (z.B. Fileservices) die sich relativ einfach (z.B. mit scheduled rsync) auf einfachst-NAS abbilden lassen sollte. Die RTP von einer Stunde hatte ich mir schon von vollständiger Redundanz der verwendeten Komponenten erhofft.

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Beitragvon bla!zilla » 12.11.2011, 10:56

ctr hat geschrieben:Aber wenn ich mir zB mal eine IBM DS3512 angucke die gibts für 3k mit Dual Controller (oder DS3524 wegen SFF für 3,7k) und ca. 1,3k pro 10GbE-Karte, also insgesamt 5,6k (bzw 6,3k) ohne Platten...


Ich weiß nicht wo du den Preis her hast. Ich rede von Listpreisen, ohne Rabette o.ä. Das 3,5 TB Bundle der P2000 G3 gibt es im Internet für ca. 10k ink. Platten und 3y NDB Support.

Den RPO von einer Stunde kann ich auf wenige Komponenten des Systems begrenzen (z.B. Fileservices) die sich relativ einfach (z.B. mit scheduled rsync) auf einfachst-NAS abbilden lassen sollte. Die RTP von einer Stunde hatte ich mir schon von vollständiger Redundanz der verwendeten Komponenten erhofft.


Ich habe schon deutlich größere Storagesysteme (IBM DS, HP XP etc.) sterben sehen. Daher würden mich redundante Netzteile, redundante Controller, gespiegelter Cache, RAID und redundante Pfade zu den Platten NICHT beruhigen, wenn ich ein RTO von einer Stunde habe. Sowas erreichst du nur durch Spiegelung.

RPO und RTO sind als SLAs zu verstehen, die mit einer gewissen Prozentzahl erreicht werden MÜSSEN. Es bringt dir nichts, wenn das System auf dem Papier 99,999% hat, aber im Falle eines Falles brauchst du doch zwei Stunden für die Recovery.

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Beitragvon ctr » 12.11.2011, 11:06

Vielleicht habe ich mich auch falsch ausgerückt, ich plane das nicht für irgendjemanden sondern für mich selbst, es gibt keine definierten SLAs was das System erfüllen muß, ich weiß nur, was ich letztendlich an Verfügbarkeit brauche um unsere Dienstleistungen (und deren SLAs) zu erfüllen.

Wir haben wie gesagt noch gar nichts und brauchen aber ein AD, Exchange, OCS, einen Terminal-Server (möglichst nicht auf den DCs selbst), WSUS, Fileserver und Reserve zum Testen. Wenn ich mir dafür jetzt einen Server pro Anwendung hole, dann habe ich für die Zukunft keine Flexibilität aber trotzdem eine Menge € ausgegeben, deswegen dachte ich mir ich mache es liber gleich "richtig" und stelle mir zwei redundante Virtualisierungs-Hosts hin...

Zum Thema Preise: Wenn schon von Budget die Rede ist, dann sind Listenpreise wohl nicht so von Interesse, sondern Straßenpreise. Das Budget ist aber nicht in Stein gemeißelt...

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Beitragvon bla!zilla » 12.11.2011, 13:03

ctr hat geschrieben:Vielleicht habe ich mich auch falsch ausgerückt, ich plane das nicht für irgendjemanden sondern für mich selbst, es gibt keine definierten SLAs was das System erfüllen muß, ich weiß nur, was ich letztendlich an Verfügbarkeit brauche um unsere Dienstleistungen (und deren SLAs) zu erfüllen.


Wenn eure Dienstleistung mit SLAs verknüpft ist und die IT zur Erbringung der Dienstleistung gebraucht wird, dann gelten die SLAs zwangsläufig für die IT. Das ist keine Neuheit, sonder Alltag bei vielen Firmen deren IT zum Betrieb des operativen Geschäftes benötigt wird.

Zum Thema Preise: Wenn schon von Budget die Rede ist, dann sind Listenpreise wohl nicht so von Interesse, sondern Straßenpreise. Das Budget ist aber nicht in Stein gemeißelt...


Über Straßenpreise redet niemand. Listpreise sind die eine Sache, Projektpreise die andere Sache. Kaum jemand dürfte Server, Storage etc. bei grendwelchen Händern einzeln schießen. Normalerweise schnürt man ein Paket aus Software, Hardware, Support und evtl. Dienstleistung und dann gibt es da einen Projektpreis drauf. Die Straßenpreise sind i.d.R. nichts anderes als Listenpreise mit einem gewissen Standardrabatt, den die meisten Hersteller einräumen. Von daher würde ich dir empfehlen ein Komplettpaket zu schnüren und dieses bei mehreren Firmen anzufragen, gerne auch unterschiedliche Hersteller, um dann den besten Preis zu bekommen.

Zu deinen Anforderungen:

Zwei Hosts sind sicherlich sinnvoll. Beim Storage wirst du zwischen Kosten (die Anschaffungskosten sind die eine Sache, laufende Abschreibungen die andere Sache) und deinen Anforderungen abwägen müssen. Ich halte deine RTO und RPO von einer Stunde mit einem Budget von 10k für nicht sinnvoll umsetzbar. Außer du bastelt halt etwas. Ich denke mittlerweile auch, dass zwei Server mit entsprechend viel Plattenplatz drin und die VMware VSA eine brauchbare Lösung für dich sind. Solltest du mal mehr brauchen, kannst du immer noch über ein zentrales Speichersystem nachdenken.

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Beitragvon ctr » 12.11.2011, 21:55

bla!zilla hat geschrieben:Wenn eure Dienstleistung mit SLAs verknüpft ist und die IT zur Erbringung der Dienstleistung gebraucht wird, dann gelten die SLAs zwangsläufig für die IT. Das ist keine Neuheit, sonder Alltag bei vielen Firmen deren IT zum Betrieb des operativen Geschäftes benötigt wird.


Dabei haben aber nicht alle Services die gleiche Verfügbarkeit. Im schlimmsten Fall Brauch ein Dokument das den entsprechenden Kunden betrifft und das liegt auf dem Fileserver. Wenn es aber von dem Fileserver einen (read-only) Spiegel gibt auf den man im Notfall zugreifen kann (erwähntes Billig-NAS mit rsync), dann wäre diese Anforderung erfüllt. Für den den Rest wird es "unbequem" aber es schlägt sich nicht sofort auf die SLA nieder...

bla!zilla hat geschrieben:Über Straßenpreise redet niemand. Listpreise sind die eine Sache, Projektpreise die andere Sache. Kaum jemand dürfte Server, Storage etc. bei grendwelchen Händern einzeln schießen. Normalerweise schnürt man ein Paket aus Software, Hardware, Support und evtl. Dienstleistung und dann gibt es da einen Projektpreis drauf. Die Straßenpreise sind i.d.R. nichts anderes als Listenpreise mit einem gewissen Standardrabatt, den die meisten Hersteller einräumen. Von daher würde ich dir empfehlen ein Komplettpaket zu schnüren und dieses bei mehreren Firmen anzufragen, gerne auch unterschiedliche Hersteller, um dann den besten Preis zu bekommen.


Das Problem ist, dass ich an noch keinen Hersteller gebunden bin und noch kein Gefühl für die Preise habe. Mit den Listenpreisen bekomme ich aber kein Preisgefühl, das schreckt eher ab, bzw macht einige Lösungen unerschwinglich...

bla!zilla hat geschrieben:Zwei Hosts sind sicherlich sinnvoll. Beim Storage wirst du zwischen Kosten (die Anschaffungskosten sind die eine Sache, laufende Abschreibungen die andere Sache) und deinen Anforderungen abwägen müssen. Ich halte deine RTO und RPO von einer Stunde mit einem Budget von 10k für nicht sinnvoll umsetzbar. Außer du bastelt halt etwas. Ich denke mittlerweile auch, dass zwei Server mit entsprechend viel Plattenplatz drin und die VMware VSA eine brauchbare Lösung für dich sind. Solltest du mal mehr brauchen, kannst du immer noch über ein zentrales Speichersystem nachdenken.


Über die VSA hatte ich mich auch schon schlau gemacht, was mich abschreckt ist, dass der Storage nur intern (als Speicherort für VMs) zur Verfügung steht und die Tatsache dass es keine Blocklevel-Replikation ist sondern man das dem (network) filesystem überlässt. Und dafür wird dann noch ordentlich die Hand aufgehalten, dann könnte man auch gleich auf Hyper-V und Cluster Shared Volumes gehen...


Ok, ich glaube das Thema SAN/DAS ist damit durch, ich werde etwas in Richtung der bereits vorgeschlagenen SANs bei Dell, IBM und HP anfragen... und wie sieht es jeweils mit Servern aus? Lokale Platten sind ja dann (für Storage) kein Thema mehr, was nimmt man für den ESXi selbst? Ein RAID1 der billigsten Platte oder komplett diskless oder CF? Ich dachte an Dual-Socket Quad/Hex-Core Xeons mit jeweils 48GB (aber noch genug Bänke frei für Aufrüstung auf 96GB).

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Beitragvon irix » 12.11.2011, 22:25

Also waehrend du dein CSV noch hinklickst und dich fragen wirst ob du es mal starten wirst koennen falls dein einziger virtualisierter AD Controller nicht da ist, hast du bei vSphere und VSA das ganze schon fix und fertig inkl. Doku und Tests und wirst Gluecklich sein.

Fuer das was die VSA kostet und die Einfachkeit mit der die Loesung Betrieben werden kann finde ich sie nicht schlecht. Keine Frage das ich finde das sie guenstiger sein sollte bzw. Teil des Essentials Plus. Das wurde VMware auch mehr als einmal so mitgeteilt.

Sofern interesse an einer Dell/VMware Loesung besteht schreib einfach eine PM und man wird sich mal unterhalten koennen.

Gruss
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Beitragvon bla!zilla » 13.11.2011, 14:32

ctr hat geschrieben:Ok, ich glaube das Thema SAN/DAS ist damit durch, ich werde etwas in Richtung der bereits vorgeschlagenen SANs bei Dell, IBM und HP anfragen... und wie sieht es jeweils mit Servern aus? Lokale Platten sind ja dann (für Storage) kein Thema mehr, was nimmt man für den ESXi selbst? Ein RAID1 der billigsten Platte oder komplett diskless oder CF? Ich dachte an Dual-Socket Quad/Hex-Core Xeons mit jeweils 48GB (aber noch genug Bänke frei für Aufrüstung auf 96GB).


Wenn es sich um VMware ESXi Server handelt, dann setze ich die Dinger ohne lokale Platten auf. 2 GB SD-Card und Feierabend.

Bezüglich RAM: Achte darauf, dass du eine Tripe-Channel Bestückung hast und optimiere sie auf hohen Durchsatz, also nicht drei Module pro Channel, sondern maximal zwei. Bei drei Modulen pro Channel gehen die aktuellen Intel-Chipsatze auf 800 MHz runter, bei zwei Modulen kann man bei HP und DELL (ich denke bei den anderen auch...) den Speicher mit 1333 MHz fahren, sofern die Module das können.

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Beitragvon Tschoergez » 14.11.2011, 19:09

Hi!
Ich möchte da mal noch zwei weitere Varianten ins Rennen bringen:
Die Lefthand VSAs von HP (würde ich jetzt ganz spontan mit Version 8.x (oder schon 9.x) als ausgereifter einschätzen als die VMware VSA 1.0).

Und den Site Recovery Manager mit Replication, der ist für kleine Umgebungen auch recht günstig, und wenn Du kein HA brauchst, gehts auch ohne shared storage.
Viele Grüße,
Jörg

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Beitragvon irix » 14.11.2011, 19:31

Tschoergez hat geschrieben:..
Und den Site Recovery Manager mit Replication, der ist für kleine Umgebungen auch recht günstig, und wenn Du kein HA brauchst, gehts auch ohne shared storage.
Viele Grüße,
Jörg


Solange man da keine Netzanpassung braucht sind Veeam und Quest um Lichtjahre guenstiger was die Replizierung angeht und haben auch kein Limit was Anzahl VMs betrifft.

Das kleingedruckte das man auf beiden Seiten ein vCenter Standard braeuchte wollen wir uns lieber mal nicht angucken. Oder weis jemand ob sich da was geaendert hat mit SRM5?

Gruss
Joerg

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Beitragvon Tschoergez » 14.11.2011, 20:25

man auf beiden Seiten ein vCenter Standard braeuchte

AFAIK ist das bei SRM5 immer noch so. Hatte ich ganz vergessen, damit fällt's für die Situation hier wohl raus...

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HP Lefthand P4000 VSA auf lokale Platten ..

Beitragvon Saturnous » 14.11.2011, 20:42

.. rennt wie Hölle und so billig geht kein gespannter Cluster sonst.

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Beitragvon ctr » 15.06.2012, 13:10

Ich habe mich inzwischen HW-technisch entschieden und liege auch nur schlappe 90% über dem Budget ;-) (wobei der Preis noch nicht endgültig verhandelt ist, ich rechne damit, noch auf 16-17k runterzukommen)

2x IBM x3550 M4 als Server mit 2 SAS HBAs
IBM DS3524 als Shared Storage
- Dual Controller
- Anbindung zunächst über SAS (Multi-Path, also ein Link pro Server und Controller), aber später aufrüstbar auf FC oder (10)GbE iSCSI
- 10x 300GB SED Platten (6 Platten in einem RAID6, 4 in einem RAID10 für höhere I/O Anforderungen)
- FDE Featureset (SED/FDE sind für mich sehr nette Features die mir einige Aspekte sehr erleichtern, eindeutiger Pluspunkt für IBM!)


Listenpreis ca. 26k, Straßenpreis ca. 19k (in meiner Serverconfig mit 10 Platten in der 3524, mit 7/24 Support im Falle der DS sogar mit 6h garantierter Wiederherstellung)

Mein Problem nun: Um damit vMotion und Multipathing zu fahren bräuchte ich eine Enterprise Lizenz (15k!), da lockt es doch irgendwie auf Hyper-V (< 4k für 2x Win2008 Datacenter) zu gehen, auch wenn ich dafür noch einen einen kleinen Mini-Server brauche um die AD für den Failover-Cluster oben zu halten...

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Beitragvon irix » 15.06.2012, 13:15

Also vMotion geht mit Essentials Plus bzw. Standard und hoeher. Was du genau mit MPIO meinst erschliesst sich mir nicht. Ja es gibt das vSphere Feature 3rd. Party Storage Plugins und da kenn ich bis Dato 2 Hersteller welche was anbieten (EMC und Dell).

Gruss
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Beitragvon IronEagle » 15.06.2012, 13:47

Multipath geht doch unter VMware pauschal "immer", wenn das Storage System das anbietet. Wenn man auf der Seite Lizenzen braucht liegt das ja mal nicht an VMWare.

Zum Thema Storage Plugins: NetApp ebenfalls, aber nicht als Vorraussetzung fuer Multipath.

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Beitragvon ctr » 15.06.2012, 14:13

Ja sorry, mein Fehler.
Hatte in der Tabelle das Häkchen bei Storage vMotion und Third Party Multipath gesehen, dass brauche ich wohl beides nicht. Gehört aber sowieso nicht in die Hardware-Ecke...

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Beitragvon UrsDerBär » 15.06.2012, 16:17

Also ich persönliche finde die SAN schon etwas overkill, vor allem wen man etwas auf die Kohle achten muss. Da fehlt dann schnell das Geld für eine sinnvolle und schnelle Backupstrategie wenn die SAN abkackt. Weil Geld für 2 hat man dann eh nicht.

Wäre es da nicht evlt. sinnvoller man würde auf eine Local-Storage-Lösung mit Replikation + Backup von einem auf den anderen Server setzen? Man hat halt das einfache reboot oder vMotion nicht mehr, aber das ist eh etwas heikel punkto Lizenzierung der Software und kann schnell heftig ins Geld gehen.

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Beitragvon ctr » 22.06.2012, 23:29

UrsDerBär hat geschrieben:aber das ist eh etwas heikel punkto Lizenzierung der Software und kann schnell heftig ins Geld gehen.

Das wäre aber bei der Local-Storage-Lösung mit Replikation auch nicht anders oder?

Ich habe es jetzt mit Absicht mit dem SAN gemacht um ausbaufähig zu sein. Der einzige Single-Point-of-Failure ist das Chassis des SAN (Dual-Controller, Dual-Power Supply).

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Beitragvon irix » 22.06.2012, 23:44

Eigentlich ist das ganz einfach:
- Was kostet mich der Ausfall
- Was ist an RTO/RPO definiert
- Sind bauliche Veraussetzungen gegeben

So ein paar Hosts mit SAN und Replikation von VMs auf Lokalstorage ist dann durchaus ein Kompromis wenn die Vorstellungen mit der Realitaet kollidieren.

Gruss
Joerg


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