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open-vm-tools

Verfasst: 29.01.2011, 17:08
von crenshaw
Hallo,

kennt sich jemand näher mit dem open-vm-tools aus? Wusste bis zu einer openSUSE Installation gerade eben gar nicht, dass es die gibt.

Leider konnte ich bisher nichts konkretes finden, an welcher Stelle sich die open-vm-tools von den offiziellen VMware Tools unterscheiden. Laut der Projektwebsite können die freien Tools eigentlich so ziemlich alles was man braucht, wobei natürlich die Frage ist ob die Qualität auch die gleiche ist. Ansonsten habe ich nur die übliche Supportaussage gefunden "Kein Support für VMs mit open-vm-tools". Aber da ich den ESX ja nur privat nutze ist mir das natürlich nicht so wichtig.

Der vSphere Client kann auf jeden Fall die open-vm-tools nicht identifizieren, in der Summary werden die Tools als nicht installiert angezeigt. Der Shutdown funktioniert aber auf jeden Fall, das OS wird sauber beendet.

So vom Bauchgefühl hätte ich ehrlich gesagt lieber die offiziellen Tools, allerdings scheint openSUSE auf die open-vm-tools ausgelegt zu sein. Wenn man die Pakete bei der Installation nicht manuell abwählt werden sie installiert und im Kernelpaket sind auch schon die Module, z.B. vmxnet3 oder vmmemctl, dabei.

EDIT: Okay, vmmemctl ist scheinbar doch nicht dabei. Zumindest kommt beim Boot die Meldung

Starting vmtoolsd FATAL: module vmmemctl not found

Scheint mir so, also wäre openSUSE 11.3 an der Stelle nicht sauber gestrickt. Im openSUSE Forum finde ich zu der Meldung aber auch nichts. Ohne das Module scheinen mir die Tools aber recht witzlos. Weiss vielleicht jemand mehr?

Verfasst: 29.01.2011, 19:14
von Dayworker
Bei neueren Kernelversionen können die Open-Tools bzw deren Kernel-Module besser passen, als die der VMware-Tools. VMware braucht bisweilen manchmal etwas länger, um aktualisierte Tools bereit zu stellen.
Für einige inzwischen ausgelaufene Produkte wie die VMserver stellt das auch die einzigste Möglichkeit dar, wenn man mal vom Kopieren der VM-Tools aus einem aktuelleren VMware-Produkt absieht, um überhaupt an optimierte Module für aktuellere Kernelversionen heranzukommen. Die alten Tools verweigern aufgrund der stetigen Kernel-Veränderungen dann vielfach die Kompilation der Kernelmodule...

Verfasst: 29.01.2011, 19:21
von crenshaw
Danke für die Info! Zufällig eine Idee zum fehlenden vmmemctl Modul?

EDIT: So langsam bin ich doch am verzweifeln. Habe gerade mal Fedora 14 ausprobiert. Da werden zwar keine open-vm-tools installiert, aber sobald das System gebootet hat ist ein Module vmware_balloon geladen.

Hab jetzt gelesen vmware_balloon wäre ein Ersatz für vmmemctl, ist das korrekt?

Sobald ich, nach der Installation der offiziellen Tools, versuche diese zu konfigurieren wird jedenfalls wieder gemeldet vmmemctl wäre ja schon vorhanden, ebenso vmxnet3 und pvscsi.

Kommt mir irgendwie alles sehr seltsam vor und leider konnte ich bisher noch nichts halbwegs offizielles finden was eine Best-Practise bezüglich Fedora bzw. openSUSE und den Tools beschreibt. Weiss da jemand mehr?

Verfasst: 04.03.2011, 14:22
von marvin
Hallo crenshaw

bei mir konnte VSphere bzw. Virtual Center problemlos die open-vm tools erkennen, wobei mein openSUSE 11.3 Gastsystem die Pakete open-vm-tools-2010.03.20-3.14 und vmware-guest-kmp-default-2010.03.20_k2.6.34.0_12-3.14 installiert hatte.

Zum nicht gefundenen vmmemctl Modul: genau dieses Problem hatte ich auch mit Gast openSUSE 11.3 und konnten es mit einem Hinweis von http://communities.vmware.com/message/887802 lösen.

Dazu habe ich von Sourceforge
http://sourceforge.net/projects/open-vm-tools/files/open-vm-tools/
die neueste stabile Version open-vm-tools-8.4.2-261024.tar.gz geholt und entpackt , dann (ggf. noch fehlende Pakete nachinstallieren oder andere configure Optionen verwenden)

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./configure --without-procps --without-dnet
.

Wichtig war im lib/image/Makefile das -Werror aus den compile Optionen zu entfernen, da sonst Abbruch durch Warnung wegen PNG erfolgte.

Dann ein make ausführen aber kein(!) make install oder ähnliches. Wenn alles fehlerfrei compiliert:

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cd ./modules/linux/vmmemctl/
cp -i vmmemctl.ko /lib/modules/2.6.34.7-0.7-default/kernel/drivers/misc/

wobei der Kernel Modul Pfad vom laufenden Kernel abhängt (mit uname -a schauen)

dann noch ein

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depmod
modprobe vmmemctl


somit sollte vmmemctl verfügbar sein, auch nach boot oder rcvmtoolsd restart.

Hot migration des Server funktioniert einwandfrei (hat es bei mir aber auch ohne vmmemctl). Hot clonen funktioniert bei mir nicht (mit und ohne vmmemctl).

Der Ballooning Treiber vmware_balloon ist meines Wissens kein Ersatz für den vmmemctl Treiber, weiß es ehrlich gesagt aber nicht genau.

Viele Grüße
-Marv