Hallo Hannes,
als Erstes, bevor man über Hardware und die verschiedensten Konfigurationen nachdenkt:
- lege selbst, oder laß dir festlegen was das VMware-Umfeld leisten muß! Auch in Bezug auf Zukunftsstrategien. Das ist kein Witz. Lieber am Anfang mal ´ne Woche nachdenken, als später feststellen, daß mit etwas mehr Aufwand einige erstrebenswerte Ziele erreicht worden wären, die nachträglich viel mehr Geld kosten.
Es sind riesige Unterschiede abhängig vom Ziel:
- willst du "nur" 50Server konsolidieren?
- willst du eine KuW-Absicherung (Katastrophen und Wiederanlauf, Brand im RZ. Bombe auf´s RZ) ?
- willst du Hochverfügbarkeit ?
- willst du Vereinfachung der HardwareWartung ?
- willst du Ausfallsicherheit ?
- was darf der ganze Spaß maximal kosten ? Abhängig von der Strategie sollten die Kosten nicht immer erstrangig sein!
- baut man sich das Umfeld nur für Test oder auch für Prod. Und wie konsequent ?
Klar, du kannst 50Server auf ´n paar VMware-Kisten zusammendampfen. Das ist keine große Kunst. Aber VMware bietet Möglichkeiten die zusätzlichen Nutzen bringen, wenn man vorher länger drüber nachdenkt.
Ich nenne jetzt mal einfach ein paar mögliche Konzepte wie man einige Ziele erreichen kann:
- Kuw-Absicherung: bau 2RZs. jeweils mit einigen VMwareKisten und jeweils einem SAN. Die SANs sollen die Daten spiegeln die als sehr wichtig erachtet werden. Die VMwareKisten sollten alle SANs sehen. Im Normalfall laufen die Gäste auf allen Maschinen verteilt. Im KuW-Fall nur auf den VMware-Maschinen die überlebt haben. SAN-Spiegel sind zu trennen. An IP und router-Configs muß man natürlich auch denken.
- "normale" Ausfallsicherheit: hier kann ein SAN reichen. einige VMwareKisten werden gebraucht. IP seitig ist hier wenig zu überlegen.
- HA (Hochverfügbar)-Lösungen: hier ist klar zuerst zu definieren was Hochverfügbar nun für alle Beteiligten bedeutet. Wenn HA bedeutet, daß der VMware-Gast in 5Min wieder da sein muß, dann reichts, den Gast einfach auf einer anderen VMware-Maschine zu starten, die die Daten im SAN sieht. Wenn aber HA bedeutet, daß die Gäste quasi HotStandby oder noch schlimmer im aktiven Cluster arbeiten müssen, dann hat man zwei Gäste auf zwei VMwareKisten die nur darauf warten, daß was passiert. Das ist nicht trivial. Habe ich persönlich noch nicht gebaut. Aber ich kann mir vorstellen, daß sowohl die Datenkonsistenz, als auch Loadbalancing ...usw. nicht mal so in 3Min auf´nem Blatt zusammengemalt werden.
Ich breche jetzt mal die Vorschläge ab...es gibt zu viele Kombinationen die auf dein künftiges Umfeld passen könnten. Ich wollte dir nur zeigen, daß man VORHER drüber nachdenken muß. Und auch dem Management muß das Ziel klar sein.
Was du natürlich schon mal anleiern kannst:
Laß dir mal über ein Performance-Tool die cpu/io/ip/mem-Auslastung deiner physischen Server ausgeben. Und zwar nach Möglichkeit über´n repräsentativen Zeitraum und mit ´ner vernünftigen Genauigkeit (15min). Das ist´ne sehr wichtige Maßnahme um ein Gefühl zu bekommen was da an Last kommt, bzw. was gewünscht wird. Auch da steckt natürlich das Problem im Detail: Hast du Anwendungen die auf den phy.Kisten langsam laufen und die sollen auf den VMwareMaschinen schneller werden, dann muß natürlich die neue Hardware um einiges größer ausgelegt werden, als nur mit der untenstehenden Rechnung (Unglückliche Annahme: neue große 3Ghz Xeons sind schneller als die alten 750MHz Pentiums. Nur wird hin und wieder vergessen, daß sich die 3Ghz auf verschiedene andere VMware-Gäste aufteilen werden). Interessant wird´s natürlich immer dann, wenn auch´ne schnellere CPU nichts bringt, weil beispeilsweise der User nur mit 100MBit am Netzwerk hängt, aber der VmwareServer mit 1Gbit sprechen könnte. Auch da muß man drandenken.
Dann stapelst du mal die Zahlen aller Server für cpu/io/ip/mem "aufeinander" (entweder über tool-eigene Mittel oder über Exel). Dazu rechnest du nochmal Luft für Wachstum. Dann kalkulierst du noch ein, daß so´ne VMwareKiste ordentlich bis max.60% läuft; darüber gehts, aber tut dann doch schon etwas weh. Und dann weißt du was deine Hardware können muß. Damit hast du hoffentlich schon dein minimales Hardware-Ziel. Damit läufst du zum Hardwaremann und sagst "gib mir´n Preis: für n-Server (4 oder besser 8Wege), soviel RAM, soviele HBas, soviele Netzwerkkarten, locale Platten auch noch und entweder soviel SAN oder soviele locale Platten zusätzlich) und dann setzt dich, wenn du das Gebot hörst.
wenn du Lust hast, schreib mir´ne email mit deiner Telefonnummer an
tovaco@web.de.
dann können wir das ja mal am Telefon ausquatschen. Nachmittags ab 16Uhr ist gut, da wird´s Büro langsam leer.
Grüße Thorsten
ps: ich habe gerade ´n mittleres VMware-Umfeld an der Backe: 2x8Wege (2Ghz, 24GB), 2x4Wege (2.7Ghz, 12GB), 2x2Wege (3.2Ghz, 4GB). Dahinter jeweils 6xGbit-Ethernet und jeweils 2HBAs zum SAN. 2SANs mit insgesamt 3TB effektiver Kapazität (70% sind gespiegelt). Und das Ganze dann noch über 2Standorte verteilt (SAN-seitig einfach, IP-seitig ´n ziemlicher Mist). Auf den beiden 8WegeCPUs laufen zusammen 80VMs. Darunter File-/Printserver. 2DomainControler und sonst noch haufen Kram. Produktion und Test bunt gemischt. Und unsere klare Zielsetzung ist, alles was nicht auf phyische Kisten zwingend muß, kommt auf VMware. Und es muß nur auf physische Kisten wenn spezielle Hardware notwendig ist (PCI-Karten, Hardware-Dongles, Modems, Serielle Schnittstellenanschlüsse); der Server nahezu permanent 100% Last zieht; oder rechtlich der SoftwareHersteller das nicht mag.