Hallo,
kann mir mal jemand erklären, wie das Virtuelle Netzwerk unter Vmware Workstation genau aufgebaut ist?
Ich habe alles normal installiert und Bridged gelassen und es funktioniert alles. Dennoch möchte ich genau wissen was sich nun im Hintergrund abspielt.
Also erstmal zu meinem System, ich verwende Vista 32bit mit einem Core2Duo 3,2ghz und 2GB RAM. Dazu habe ich einen physikalischen 1Gbit LAN Adapter (Onboard).
Nun ist mein Netzwerk folgendermaßen aufgebaut:
DSL Modem -> Router mit aktiviertem DHCP -> Clients per LAN&WLAN
IP Adresse des Routers ist 192.168.1.1, die Clients bekommen ab 192.168.1.100 IPs zugewiesen.
Funktioniert alles soweit so gut.
So jetzt zu Vmware, nach Installation habe ich unter Netzwerkverbindungen 2 weitere Verbindungen.
Der Virtual Network Editor zeigt mir folgendes an:
VMnet1 (Host-only) und VMnet8 (NAT) sowie VMnet0 (Bridged)
Subnets sind:
192.168.229.0, 192.168.230.0, 255.255.255.255
Außerdem sind bei VMnet1 und 8 der DHCP aktiviert.
Ich blicke da jetzt nicht richtig durch, für das obiges alles verwendet wird.
Fakt ist nur, mein emuliertes Windows 98 funktioniert tadellos mit VMWare, ohne eine einzige Einstellung in den Netzwerkeinstellungen von Windows 98 vorzunehmen,
ist das Gast-OS (also Windows 98) in meinen physikalischen Netzwerk zu sehen.
Der Router hat diesem Gast PC sogar eine IP zugewiesen (192.168.1.110).
Zugriff auf den virtuellen PC und von dem Virtuellen PC aus ins LAN funktionieren einwandfrei.
Jetzt wäre ja alles in Ordnung, nur möchte ich gerne wissen wie VMware das macht und was alles passiert. Wie z.B. die IPs umgeleitet werden etc.
Über die Suche habe ich leider nicht allzuviel gefunden,
es wäre sehr nett wenn mir jemand das mal erklären könnte.
Vielen Dank,
Eckhard
Die Foren-SW läuft ohne erkennbare Probleme. Sollte doch etwas nicht funktionieren, bitte gerne hier jederzeit melden und wir kümmern uns zeitnah darum. Danke!
Virtuelles Netzwerk erklären
- Tschoergez
- Moderator
- Beiträge: 3476
- Registriert: 23.02.2005, 09:14
- Wohnort: Burgberg im Allgäu
- Kontaktdaten:
Hi,
erstmal: Bitte benutz für die Virtuellen Netzwerkverbindungen nicht den Begriff VLAN, denn VLANs sind was anderes (Technik zur Segmentierung von physikalischen Netzen, google-stichwort 802.1q)...
Zu den VMware Netzen:
Es gibt drei Arten von Netzwerken, die Du für die VMs konfigurieren kannst (hast Du ja schon ganz richtig bemerkt): Bridged, NAT und host-only.
Die drei haben erstmal nix miteinander zu tun, sondern bieten einfach unterschiedliche funktionalitäten.
Beim Bridged-Netzwerk verwendet die VM direkt die physikalische Netzwerkkarte, ohne den IP-Stack des Host-OS zu verwenden. Darum bekommt eine VM mit Bridged-Netz auch direkt von Deinem DHCP im Netz eine Adresse. Die VM verhält sich genauso, wie wenn Du einen weiteren Rechner neben Deinen jetzigen Rechner stellst.
Einsatz: Wenn Dein Host fest im Netzwerk hängt, und Du die VMs wie andere Rechner auch direkt im Netz haben willst.
Beim Host-only-Netz kann die VM nur mit dem Host-OS kommunizieren (darum ein privater 192er IP-Bereich). Der Host fungiert dabei als DHCP-Server für alle VMs, die an diesem Host-Only-Adapter hängen.
Einsatz: z.B. wenn Dein Host keine physik. Netzwerkverbindung hat, oder wenn Du nur zwischen VMs und dem Host ein Netzwerk aufbauen willst (z.B. wirklich komplett abgeschlossene Testumgebungen)
Beim NAT-Adapter hängen die VMs ebenfalls in einem eigenen Subnetz (anderer 192er-Bereich), der Host fungiert dabei als NAT-Router. In diesem Fall macht also der Host (genauer gesagt der VMware-Treiber) genau das gleiche wie Dein physikalischer Router: DHCP für das interne Netz, und NAT-Router nach außen hin.
Einsatz: Wenn Du für die VMs ebenfalls Netzwerkverbindung ins physik. Netz brauchst, aber z.B. nur eine IP im physikalischen Netz hast (eben die vom Host). Auch ganz praktisch, wenn Dein Host viel in unterschiedlichen Netzen unterwegs ist, z.B. ein Laptop, und Du nicht jedesmal das Gast-OS wieder netzwerktechnisch neu konfigurieren willst. Schwierig wirds bei dieser Netzwerkverbindung, wenn Du Serverdienste auf der VM dem physikalischen Netz anbieten willst (dann brauchst Du Port-Forwarding in der Konfig des VMware-Netzwerks, vergleichbar mit dem entsprechenden Punkt in der Konfig Deines physikalischen Routers).
Ich hoffe, es ist jetzt etwas klarer. Gerade bei diesen Erklärungen helfen aber Bilder mehr als lange Litaneien, nur hab ich keine
Ich meine, in der Workstation-Dokumentation sind welche drin, und in Büchern über VMware (kann mich an eine ganz gute Erklärung im Buch von Sven Ahnert erinnern, aber ohne Gerähr
).
Viele Grüße,
Jörg
erstmal: Bitte benutz für die Virtuellen Netzwerkverbindungen nicht den Begriff VLAN, denn VLANs sind was anderes (Technik zur Segmentierung von physikalischen Netzen, google-stichwort 802.1q)...
Zu den VMware Netzen:
Es gibt drei Arten von Netzwerken, die Du für die VMs konfigurieren kannst (hast Du ja schon ganz richtig bemerkt): Bridged, NAT und host-only.
Die drei haben erstmal nix miteinander zu tun, sondern bieten einfach unterschiedliche funktionalitäten.
Beim Bridged-Netzwerk verwendet die VM direkt die physikalische Netzwerkkarte, ohne den IP-Stack des Host-OS zu verwenden. Darum bekommt eine VM mit Bridged-Netz auch direkt von Deinem DHCP im Netz eine Adresse. Die VM verhält sich genauso, wie wenn Du einen weiteren Rechner neben Deinen jetzigen Rechner stellst.
Einsatz: Wenn Dein Host fest im Netzwerk hängt, und Du die VMs wie andere Rechner auch direkt im Netz haben willst.
Beim Host-only-Netz kann die VM nur mit dem Host-OS kommunizieren (darum ein privater 192er IP-Bereich). Der Host fungiert dabei als DHCP-Server für alle VMs, die an diesem Host-Only-Adapter hängen.
Einsatz: z.B. wenn Dein Host keine physik. Netzwerkverbindung hat, oder wenn Du nur zwischen VMs und dem Host ein Netzwerk aufbauen willst (z.B. wirklich komplett abgeschlossene Testumgebungen)
Beim NAT-Adapter hängen die VMs ebenfalls in einem eigenen Subnetz (anderer 192er-Bereich), der Host fungiert dabei als NAT-Router. In diesem Fall macht also der Host (genauer gesagt der VMware-Treiber) genau das gleiche wie Dein physikalischer Router: DHCP für das interne Netz, und NAT-Router nach außen hin.
Einsatz: Wenn Du für die VMs ebenfalls Netzwerkverbindung ins physik. Netz brauchst, aber z.B. nur eine IP im physikalischen Netz hast (eben die vom Host). Auch ganz praktisch, wenn Dein Host viel in unterschiedlichen Netzen unterwegs ist, z.B. ein Laptop, und Du nicht jedesmal das Gast-OS wieder netzwerktechnisch neu konfigurieren willst. Schwierig wirds bei dieser Netzwerkverbindung, wenn Du Serverdienste auf der VM dem physikalischen Netz anbieten willst (dann brauchst Du Port-Forwarding in der Konfig des VMware-Netzwerks, vergleichbar mit dem entsprechenden Punkt in der Konfig Deines physikalischen Routers).
Ich hoffe, es ist jetzt etwas klarer. Gerade bei diesen Erklärungen helfen aber Bilder mehr als lange Litaneien, nur hab ich keine
Ich meine, in der Workstation-Dokumentation sind welche drin, und in Büchern über VMware (kann mich an eine ganz gute Erklärung im Buch von Sven Ahnert erinnern, aber ohne Gerähr
Viele Grüße,
Jörg
Vielen Dank Jörg für die Erklärung.
Ja es ist mir etwas klarer geworden
Ich dachte anfangs die drei Netzwerktypen würden unmittelbar zusammen hängen.
Der Bridged Modus ist bei mir aber dann genau richtig, da ich mit dem Virtuellen Rechner auf die anderen realen Rechner hier im Netzwerk zugreifen möchte und auch umgekehrt.
Wenn ich das nun richtig verstanden habe, kann ich demnach im Virtual Network Manager die Host-Only sowie NAT Verbindung herausschmeißen ohne die Netzwerkfunktionalität zu beeinträchtigen?
Ja es ist mir etwas klarer geworden
Ich dachte anfangs die drei Netzwerktypen würden unmittelbar zusammen hängen.
Der Bridged Modus ist bei mir aber dann genau richtig, da ich mit dem Virtuellen Rechner auf die anderen realen Rechner hier im Netzwerk zugreifen möchte und auch umgekehrt.
Wenn ich das nun richtig verstanden habe, kann ich demnach im Virtual Network Manager die Host-Only sowie NAT Verbindung herausschmeißen ohne die Netzwerkfunktionalität zu beeinträchtigen?
- Tschoergez
- Moderator
- Beiträge: 3476
- Registriert: 23.02.2005, 09:14
- Wohnort: Burgberg im Allgäu
- Kontaktdaten:
Alles klar.
Ich muss jetzt das Netzwerk in Windows 98 SE Gastsystem mal richtig einrichten, denn ganz so rund läuft es leider doch nicht.
Dateien von außen auf das Gastsystem zu überspielen funktioniert ohne Probleme und ist auch recht schnell, versuche ich allerdings von Windows 98 aus z.B. auf Dateien von meinem Hostrechner zuzugreifen, dann geht das sehr langsam und bricht oft ab; Windows 98 hängt sich dann auf.
Einen anderen Netzwerkadapter habe ich schon ausprobiert, hat leider nichts gebracht.
Ich muss jetzt das Netzwerk in Windows 98 SE Gastsystem mal richtig einrichten, denn ganz so rund läuft es leider doch nicht.
Dateien von außen auf das Gastsystem zu überspielen funktioniert ohne Probleme und ist auch recht schnell, versuche ich allerdings von Windows 98 aus z.B. auf Dateien von meinem Hostrechner zuzugreifen, dann geht das sehr langsam und bricht oft ab; Windows 98 hängt sich dann auf.
Einen anderen Netzwerkadapter habe ich schon ausprobiert, hat leider nichts gebracht.
Gerade bei diesen Erklärungen helfen aber Bilder mehr als lange Litaneien, nur hab ich keine
Hier ist noch was Schönes mit Bildern :
http://www.heise.de/netze/Ganz-virtuell ... el/92672/2
denn VLANs sind was anderes
Vielleicht kann da ja noch mal ein Moderator den Thread-Titel ändern, damit bei späteren Such-Aktionen keine Missverständnisse entstehen.
Zurück zu „VMware Workstation und VMware Workstation Pro“
Wer ist online?
Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 20 Gäste