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VMWare Workstation schreckliche Performance

Hilfe bei Problemen mit der Installation und Benutzung der VMware Workstation und VMware Workstation Pro.

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VMWare Workstation schreckliche Performance

Beitragvon kai2003 » 06.07.2021, 23:25

Ich dachte immer, dass das Image meines Arbeitgebers die Performance der VM so runter reißt.
Ich habe mir jetzt ein frisches Windows 10 iso und alle Updates installiert.

Ich habe dazu mal ein Video aufgenommen wo man diese "mini" ruckler ganz gut sieht.
Diese Ruckler und "unresponsive" Programme werden von Stunde zu Stunde immer schlimmer.
Irgendwann ist es soweit, dass ein Outlook oder Teams erst nach Sekunden nach einem Mausklick reagieren

https://www.youtube.com/watch?v=7aCSxVe0sxo

Die CPU vom Host und vom Client sind nicht ansatzweise ausgelastet.

- Prozessor 3900X
- 32 GB RAM

- Zugewiesene CPUs für die VM sind 12 Cores und 8 GB RAM
- 3D Acceleration ist aktiviert
- Die VM liegt auf einer SSD bzw mein komplettes System besteht sowieso nur aus NVMe und SSD, somit sollte auch da kein Bottleneck entstehen.
- Hyper-V ist deaktiviert
- VMWare Tools ist auf dem aktuellen Stand
- Die Virtualisierungs Engines sind beide angehakt

Die Frage ist ob ich irgendwas übersehen habe, ich habe schon jegmögliche Einstellung aktiviert/deaktiviert aber die Performance ist immer "schlecht"

Nachtrag:
Ich habe jetzt noch einmal Ubuntu getestet und die Performance dort ist vollkommen in Ordnung, das Fenster switchen, resizen usw. ist total flüssig

Nachtrag 2:
Ich bin ein wenig weiter, wenn ich im Edge und auch im VS Code die Hardware Beschleunigung deaktiviere laufen die beiden Programme jedenfalls wieder flüssig.
Was das Problem ist weiß ich allerdings noch immer nicht

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Re: VMWare Workstation schreckliche Performance

Beitragvon Dayworker » 07.07.2021, 19:37

Wie schon häufiger geschrieben, kann man abseits der Deaktivierung sämtlicher Stromsparmechanismen in einer VM bei allen aktuellen VMware-Desktopprodukten nur noch rudimentär optimieren. VMware hat mehr Energie ins einfache Starten von VMs als in deren performante Ausführung gesteckt. Der einzig verbliebene Optimierungspunkt ist die Sache mit der vmem-Datei. Diese Datei wird ohne weitere Maßnahmen immer in der Grösse des konfigurierten vRAMs im Ordner der startenden VM angelegt und das Schreiben sowie Testen derselben dauert auch bei NVMe-Laufwerken einige Zeit. Für jede VM wird ausserdem im virtuellen Arbeitsspeicher des Host-OS sprich Swap-Partition (Linux) oder Auslagerungsdatei (Windows, Linux) fast dieselbe Menge Platz reserviert. Da VMware sehr häufig die Auslagerungsfähigkeit des Gast-RAM ans Host-OS meldet, lagert das Host-OS ständig den Gast-RAM zwischen VMEM-Datei und Swap-Space um. Das läßt sich jedoch verhindern und dadurch die Ausführungsgeschwindigkeit signifikant erhöhen, indem man die Erstellung der vmem-Datei verhindert. Der Nachteil dessen ist, daß sich eine VM nicht mehr so schnell pausieren/Suspend und aufwecken/Resume läßt. Beim Suspend wird eine vmem-Datei beliebigen Namens geschrieben und erst dann die VM angehalten. Bei 8GB vRAM dauert das entsprechend lange und bis zum Schreibende zeigt die VMware-SW kaum eine Reaktion. Umgehen läßt sich das mit dem Eintrag:

Code: Alles auswählen

mainMem.useNamedFile = "FALSE"

Eine VMX-Datei ist eine reine ASCII-Datei ohne Formatierungen, jedwede Formatierung läßt die Datei für VMware unbenutzbar zurück. M$-Office bzw Word sind daher Murks und Notepad++/Editor sind deine Freunde.

Die gesamte Ausführungsgeschwindigkeit dürfte sich auch deutlich erhöhen, wenn eine sinnvollere Gast-Config verwendet werden würde. In der VMware-Welt gilt unverändet die Devise: "Nur soviel (vRAM, vCPU, vDisk) wie nötig und nicht wie möglich." Es ist also kein Fehler, erstmal nur mit Single- bzw Dualcore-CPU mit 2GB vRAM und 100GB vDisk zu starten. Vergrössern bzw Erhöhen läßt sich alles jederzeit, aber beispielsweise eine vDisk nicht mehr so einfach verkleinern über die GUI. Das geht dann nur umständlich von Hand oder per VMware-Converter. Eine VMware-VM ist immer vollvirtualisiert und erhält nur dann Rechenzeit über den VMware-Hypervisor vom Host-OS zugeteilt, wenn die konfigurierte CPU- bzw Kernanzahl auch frei ist. Bei einer VM mit 12 Cores ist das deutlich seltener der Fall als bei Single-, Dual- oder Quadcore-VMs. Da das Host-OS zwar immer Vorrang hat, ist es im Gegensatz zu Hyper-V bei VMware immer von Nachteil, VMs mit vCPUs gleich phys.Host-Kernanzahl zu konfigurieren. Das kann sich soweit aufschaukeln, daß sich Host und Gast gegenseitig die Ressourcen belegen und das gesamte System verlangsamen. SMT und HT vermögen die Lage nur etwas zu entspannen, aber nicht zu lösen.

Grafiktechnische Wunder sind bei allen VMware-Desktopprodukten nicht zu erwarten. Es werden bisher nur rudimentäre Funktionen über die VMware- bzw open-vm-Tools an die Host-GPU ausgelagert (in älteren Produktversionen gabs nicht mal das) und den Großteil muß die CPU in SW stemmen. Da deine CPU schon mit einem Basistakt von 3.8GHz läuft, würde ich als erst Maßnahme die vmem-Datei verhindern und danach die vCPUs absenken.

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Re: VMWare Workstation schreckliche Performance

Beitragvon kai2003 » 21.07.2021, 08:31

Danke für die Ausführliche Erklärung.
Ich habe es mti dem Wert versucht, ebenfalls auch mit weniger CPUs und/oder RAM.

Das Ergebnis ist immer gleich, die Ruckler sind da.
Das Problem scheint mit dem 3D Modus zu sein, wenn ich diesen deaktiviere läuft die VM um einiges besser, zwar nicht performant, aber besser.

Ich habe jetzt auch einmal ein Linux Host installiert und die VM dort gestartet und dort gibt es überhaupt keine Probleme, kein Ruckeln, garnichts.

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Re: VMWare Workstation schreckliche Performance

Beitragvon rprengel » 21.07.2021, 14:37

kai2003 hat geschrieben:Danke für die Ausführliche Erklärung.
Ich habe es mti dem Wert versucht, ebenfalls auch mit weniger CPUs und/oder RAM.

Das Ergebnis ist immer gleich, die Ruckler sind da.
Das Problem scheint mit dem 3D Modus zu sein, wenn ich diesen deaktiviere läuft die VM um einiges besser, zwar nicht performant, aber besser.

Ich habe jetzt auch einmal ein Linux Host installiert und die VM dort gestartet und dort gibt es überhaupt keine Probleme, kein Ruckeln, garnichts.

Hallo,
3d hast du ja schon gefunden.
Virenscanner auf dem Windows Host aktiv?
Ram Host im Vergleich zum Ram in der VM?
Gruß

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Re: VMWare Workstation schreckliche Performance

Beitragvon kai2003 » 21.07.2021, 14:57

Virenscanner ist der Standard von Windows - Sprich Windows Defender.
RAM beim Gast habe ich mit 2/4/8/16 getestet auch immer im Vergleich mit 32 und 64 GB im Host, immer mit dem selben Ergebnis.

Ich werde mir demnächst den Process Analyzer von den Powertoys ziehen und mal schauen ob es vielleicht ein Prozess ist der damit Probleme hat.

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Re: VMWare Workstation schreckliche Performance

Beitragvon WLemmy » 23.07.2021, 09:45

Hallo Kai,

welche Grafikkarte hast Du in deinem Hostsystem?

Ich habe hier seit ca. 2 Wochen ein neues System mit einem 59xx stehen und muss auch feststellen, dass gewisse Dinge, wie Bildschirmaufbau deutlich langsamer laufen, als auf dem System vorher (i7-4771). Andere Dinge (compilieren) laufen deutlich schneller ab....

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Re: VMWare Workstation schreckliche Performance

Beitragvon kai2003 » 23.07.2021, 10:18

Eine 2080 Ti.
Was mich noch ein wenig stutzig macht ist, das Windows mich darauf hinweist das Benachrichtigungen im Info Center im Vollbildmodus stumm geschaltet sind.

Da ich mit der VM jedoch nur arbeite und maximal Browser, VS Code, Outlook verwende und diese nicht im Vollbildmodus laufen.
Entweder übersehe ich was oder irgendwas stimmt da auch nicht.
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Re: VMWare Workstation schreckliche Performance

Beitragvon WLemmy » 23.07.2021, 10:24

hm.. eben noch einen Kollegen angerufen, der hat auch nen 39xx und ne 1650 im System, VM Workstation seit letzter Woche auf Windows Host. Bei ihm kein Problem bzgl. Bildschirmaufbau und Resizen von Fenstern.

Ne blöde Frage: Die VMware Toools (also Treiber) hast Du im Gast aber schon installiert?

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Re: VMWare Workstation schreckliche Performance

Beitragvon kai2003 » 23.07.2021, 10:44

Ja. aktuell 11.2.6.
Ein Kollege von mir hat eine 2060 Super, kein extra Virenscanner, gleiche CPU, gleiche Mainboard und er hat auch null Probleme.

Unter einem Linux Host flutscht das ja auch alles - ich würde Linux auch generell verwenden, jedoch zocke ich dafür noch zu gerne.

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Re: VMWare Workstation schreckliche Performance

Beitragvon WLemmy » 23.07.2021, 15:13

kai2003 hat geschrieben:Unter einem Linux Host flutscht das ja auch alles - ich würde Linux auch generell verwenden, jedoch zocke ich dafür noch zu gerne.


kenne ich. Habe dafür bisher nen Dualboot gemacht bzw. div. Spiele laufen ja auch inzwischen unter Linux, auch wenn es so seine Einschränkungen hat. Je nachdem was du spielst geht auch viel mit VM Workstation auf Linux. Civilization und vergleichbare Spiele waren da nie ein Problem im Windows-Gast.


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