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VMware vs. Microsoft

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VMware vs. Microsoft

Beitragvon thsuter » 23.11.2008, 12:48

Hallo zusammen

Habe mal versucht, einen nicht reisserischen Titel zu schreiben, ohne das es gleich zu einem Vergleich zwischen ESX und Hyper-V kommt.

Denn mich würde mal so interessieren, wie ihr die Zukunft von VMware gegen Microsoft einschätzt und zwar von neutraler Seite her. Kein Hin und Her wegen den Features bei den beiden Produkten ESX und Hyper-V.

Heute morgen habe ich gelesen, das Analysten von UBS dazu raten, VMware Aktion zu verkaufen und sie nochmals zurück gestuft hat.

Diese Woche habe ich auch eine Gegenüberstellung von ESX gegen Hyper-V und irgendwie packt mich da ein schlechtes Gefühl. Obwohl ESX 2-3 Jahre Vorsprung hat gegenüber Hyper-V darf man die riesen grosse Marketing-Abteilung von Microsoft nicht vergessen, welche nächstes Jahr eine halbe Milliarde Dollar alleine für Werbung einsetzen will.

Wie steht ihr dem so Gegenüber und was für Einsachätzungen habt ihr denn so? Denn es wäre nicht das erste mal, das Microsoft ein gutes Produkt vom Markt fegt mit dem Marketing.

Danke für Euer Feedback.


Gruss

Thomas

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Beitragvon stefan.becker » 23.11.2008, 13:10

Analysten von der UBS?

Ehrlich gesagt würde ich auf Aussagen von diesen Leuten keinen Cent geben. Das Ergebnis sieht man ja derzeit täglich in den Nachrichten.

Ich würde der UBS eher empfehlen, die Analysten zu verkaufen, dann ist vielleicht noch was zu retten. Kann man ja mit einer Wette verbinden so als Leerverkauf. Man macht Gewinn, wenn der Kurs der anderen Bank dann sinkt.

Ich vermute mal, durch einen Anruf bei Astro-TV bekommst du seriösere Aussagen.

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Beitragvon thsuter » 23.11.2008, 13:21

Nunja, war nur ein Beispiel... Ich weiss, wie es um die UBS steht, bin ja Schweizer und wir hören es täglich in den Nachrichten... :-)

Es geht mir einfach mal darum, welche Karten Microsoft im Ärmel hat, denn zur Zeit werden all diejenigen von Microsoft magisch angezogen, die "keinen" Euro für die Virtualisierung ausgeben wollen... Wenn man es richtig rechnet, ist die Lösung von Microsoft nicht so kostenlos, wie immer behauptet wird...

Bin zur Zeit immer noch von VMware überzeugt (habe mir auch Hyper-V und XenServer unter die Lupe genommen) aber wenn mich der Buchhalter fragt, wieso die Lizenzen so teuer sind und er habe doch gehört, das diese Technik auch bei Microsoft gibt und das für den Aufpreise für $28, dann muss man schon genügende Argumente liefern, wieso VMware eingeführt werden soll...

Weiss, dies ist ein bisschen provokativ aber mich würde einfach mal eure Meinungen bzw. Erfahrungen interessieren...


Gruss

Thomas

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Beitragvon mullfreak » 23.11.2008, 13:40

Hallo,

meiner Meinung nach war, ist und bleibt Vmware hier Marktführer.

Aussagen von Analysten als Kaufgrund für Virtualisierungssoftware? Das ist mir zu extrem!!!

Ich denke es ist egal, wie hoch die Summe im Werbebudget von MS ist. MS versucht hier wieder mal auf einen Zug aufzuspringen der bereits 250 fährt. Da kanns einem schnell die Arme und Beine wegreissen! Hyper-V wird ein Randprodukt bleiben.

Wir bauen ganz klar auf Vmware und erweitern unser Rechenzentrum jedes Jahr (seit 3 Jahren) mit Vmware-Produkten.

Welches Produkt hat den MS vom Markt gefegt außer OS?

Gruß
Mull

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Beitragvon thsuter » 23.11.2008, 14:00

Hallo Mull

Ich glaube, ich hätte den Analysten nicht dazu nehmen sollen... :-) Der soll nur so ganz ganz klein am Rande bemerkt sein aber ich lerne daraus, das ich solche Randbemerkungen nicht anbringen darf... :-)

Welches Produkt hat den MS vom Markt gefegt außer OS?


Und das ist genau das, was zur Zeit Microsoft benutzt, das sie vor Jahren ja Novell vom Markt gefegt hätte und das sie dies auch mit Hyper-V so sein wird. Dabei wird gerne vergessen, das Novell zu dieser Zeit einen Fehler gemacht hatte und zwar die Kunden im Ungewissen gelassen hat. Bin ja ehemaliger Novellianer und war von diesem Produkt auch überzeugt.

Aber als Novell angefangen hatte, gewisse Projekte einzustellen, gewisse Teile von WordPerfect wieder zu verkaufen und keine Zukunft aufweiste habe ich mal den CEO von Novell Schweiz gefragt, was denn los sei. Damals hatte ich das Problem, das bei mir das Gefühl aufkam, das sich Novell für einen Verkauf fit macht und ob es ein paar Jahre später Novell NetWare noch geben würde. Und ich war nicht der Einzige, der so gedacht hat und dann kam Windows NT 4.0...

Zur Zeit bin ich auch der Meinung, das VMware das stabilere Produkt ausliefert und auch von den Funktionen her gesehen, mehr kann... Auch ist der Support sehr wichtig, denn wenn ein ESX Server steht bzw. die gesamte virtuelle Infrastruktur steht und ich Stunden warten muss, bis sich einer vom Support meldet, kann dies zu Problemen führen. Und bei VMware habe ich die Erfahrung gemacht, das wenn man sagt, das die Server stehen, sehr schnell reagiert wird.

Sicherheit, Stabilität und die Unterstützung des Herstellers bei der Virtualisierung sind die Eckpfeiler und sehr wichtig. Denn es steht dann nur nicht ein Server still sondern mehrere VM's und wenn zum Beispiel SAP nicht mehr funktioniert weil virtualisiert kann das schon finanzielle Auswirkungen haben, besonders wenn man in der Produktion von SAP abhängig ist, damit Rohstoffe eingebucht werden können, Lieferscheine, LKW-Abfertigungen usw.

Aber danke schon mals für das Feedback, finde ich persönlich sehr interessant mal andere Meinungen zu hören...


Gruss

Thomas

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Beitragvon mullfreak » 23.11.2008, 14:28

Hi,

ja, ja, Novell... Zuerst hat MS alles abgeschaut und dann war Novell verschwunden. Das ganze Active Directory ist nur abgekupfert. Ebenso z. B. die Snapshot-Technologie die mit Win2003 kam. Das konnte Novell schon vor 10 Jahren.

Vmware ist erst kurz an der Börse und ich denke da stehen auch schlaue Köpfe dahinter. D. h. die werden schon wissen, wie sie selbst am Markt positioniert sind. Einen Börsengang macht man ja nicht ohne Grund.

Ich kenne jetzt mehrere Admins im deutschsprachigen Raum (ca. 20) und ich kenne keinen einzigen der es mit Hyper-V macht. Eher im Gegenteil. Ich denke wir sind alle froh, dass unsere Windows-Server einigermaßen laufen und stabil sind. :-) Dann auf dieser Plattform virtualisieren?

Schau mal in die Unternehmen. Alles wichtige läuft auf Unix-Derivaten oder ähnliches. So z. B. bei uns in einem Klinikum. Unser KIS (Krankenhaus Information System) oder PACS (Picture Archive Communication System / Röntgen) läuft alles auf Itanium-Server mit HP-UNIX. Die ganzen Mausschubser-Sachen wie Applikationen usw. eben auf Windows, weils ja sonst nix gibt, wo das laufen kann.

Auch die bisherigen MS Virtualisierungprodukte konnten sich nicht richtig im Markt behaupten, bzw. hat ja fast niemand verwendet. Dagegen ist die Verbreitung von Vmware Server, Workstation, Fusion, ESX, besonders jetzt weil Nullkosten der ESXi, sehr weit verbreitet.
Auch die Drittanbieter-Software lässt sich sehen. Sehr hohe Vielfalt und Dichte.
Dokumentationen, Bücher, usw. sind ebenfalls erhältlich.
Dies mal Gründe neben der Technik für Vmware.

Der Support von Vmware ist Klasse! Kann bisher nix gegenteiliges behaupten.

Das natürlich das auch was Kosten soll und muss ist klar. Ich denke aber dass man mit MS hier mehr an Geld investieren muss als bei Vmware. Bei Hyper-V wird die Menge an VM´s die auf einem Server laufen, nie an einen ESX herankommen. Zudem brauch man für Clustering einen Enterprise Server. Und wer will den schon haben? Willst Du Dich im K-Fall auf einen MS-Cluster verlassen? Ich nicht, dafür habe ich schon zuviel Bockmist mit diesen Kisten gesehen.

Ich hoffe, ich konnte Dir noch ein paar Anregungen geben.

Gruß
MULL

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Beitragvon Heros » 23.11.2008, 14:36

VMware bleibt Marktführer aufgrund der Technologien rund um den Hypervisor. M$ wird den Mittelstand und das Management rund um System Center gewinnen und dann auch verteidigen können.
Ausserdem wird VMware die Kunden halten die sie bereits haben die groß sind. Für die sind die paar € egal die sie zum Hyper-V sparen.
Mit den neuen Features in 4 wird VMware wieder weit weg ziehen

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Beitragvon continuum » 23.11.2008, 17:36

Mit den neuen Features in 4 wird VMware wieder weit weg ziehen


... aber nur wenn sie solange warten bis es auch richtig laeuft ...
Die letzten Product-releases wie VMserver 2, Workstation 6.5 oder Converter 4 machen mich da etwas skeptisch ...

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Beitragvon wotan38 » 23.11.2008, 18:06

Man darf die Marktmacht von MS nicht unterschätzen. Bisher waren die Produkte, die weggefegt wurden, immer besser als das MS-Angebot, trotzdem konnten sie sich nicht halten. Ich habe vor 12 Jahren begonnen eine DB-Anwendung auf OS/2 zu entwickeln. Damals gab es nichts vergleichbar Funktionierendes. Ich musste 2003 auf Windows umstellen, da zum Schluss nicht einmal eine Grafikkarte mit OS/2-Treiber erhältlich war. Kein UBS, kein CD\DVD-Brennen, nichts. Nurdie alten Drucker mit paralleler Schnittstelle liefen noch, weil sie mit uralten Treibern zufrieden waren. Bei IBM konnte man zwar noch was bekommen, aber nur die Großkunden wurden bedient.
Ich benutze noch die Original-VM von Connectix. Soweit ganz o.k.,aber kein USB und kein ISDN, läuft nur auf alten Pentium CPUs. Seit MS diese VM aufgekauft hat, hat sich praktisch nichts getan. Ich erwäge ein Umsteigen auf VM-Ware, ist für mich aber mit ziemlichen Problemen verbunden.

lg wotan

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Beitragvon Heros » 23.11.2008, 20:03

VI4 wurde verschoben damit es richtig läuft. Darum mache ich mir dieses mal keine Sorge.

Ansonsten ist es ja so das der Hype Virtualisierung bald vorbei sein wird und ich denke das M$ erst dann gleich zieht wenn es nicht mehr interessiert. VMotion erst 2010? Bis dahin wird sich viel getan haben (Virtualisierung in der Hardware, BIOS usw.)

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Beitragvon echt_weg » 24.11.2008, 09:33

ich seh im servervirtualisierungs bereich ms sehr stark werden (auch wenn ich nicht glaub dass die annähernd so gute software wie vmware schreiben werden). Ich denke in zukunft kann es so sein, dass alle die in den virtualisierungsbereich einsteigen wollen auf ms setzen. vmware dann nur noch für die großen datacenter wo es auf die lizenzkosten nicht mehr ankommt.

viel interessanter finde ich allerdings den desktop virtualisierungsbereich bzw. die desktopvirtualisierung. gerade in dem gebiet ist noch verdammt viel potential und da kann vmware sicherlich besser mithalten als ms

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Beitragvon Heros » 24.11.2008, 11:01

Der Bereich ist der nächste Boom und die nächste Version von VMware wird der HAMMER!

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Beitragvon thsuter » 24.11.2008, 11:26

SORRY - Ist ein längerer Beitrag von mir

Hat einer von Euch mit bekommen, das SAP auch Hyper-V unterstützt und supportet? Und diese Meldung ist am 8.10.2008 raus gekommen. Hab es auch verpasst aber es ist Tatsache. Da hat MS gewartet, bis VMware die Vorarbeit geleistet hat und danach aufgesprungen. Somit ist die Zertifizierung von Hyper-V bei SAP sehr schnell gekommen, denn ich frage mich, wo der Support von SAP für XenServer bleibt.

Das giessen der Virtualisierung in Hardware wird auch nicht so einfach sein. Denn bei der Vielfalt der x86 Hardware muss noch einiges geleistet werden, bevor die Virtualisierung in HW gegossen werden kann. Denn beim Vorreiter der Virtualisierung (IBM) hat es sich ausgezahlt, das nur eigene Hardware verbaut wird und somit die Virtualisierung (LPAR) und Hardware zu giessen. Nur der VM-Monitor ist Software und der Rest wird durch die darauf getrimmte Hardware ausgeführt.

Was jetzt wichtig sein wird ist das Management der virtuellen Infrastruktur. Denn das virtualisieren kann fast jeder, da seit der Einführung der Intel-VT bzw. AMD-V der Weg schon geebnet worden ist. Denn VMware war einer der wenigen, die auch ohne Intel-VT bzw. AMD-V virtualiseren konnten, Bare-Metal versteht sich.

Bei VMware sehe ich noch die Chance, das der ESXi so schnell wie möglich mit der HW-Zertifizierung wie bei ESX gleich ziehen sollte. Denn für viele Security Officers kann dies zu einer wohlwollenden Zustimmung führen, wenn nicht nebenbei noch 'Bloatware' installiert wird. Das ist mir schon lange ein Dorn im Auge und VMware ist auf diesem Weg. Wenn ich mir den Windows 2008 Hyper-V Server anschaue, dann ist doch noch einiges installiert, was die Sicherheit nicht gerade steigert. Denn die Bedrohung kommt nicht nur von draussen, sondern auch von drinnen (habe genügend gesehen, so das ich diese Einschätzung beipflichten kann). Und da ist ein schlanker Hypervisor die Lösung, solange nicht in Hardware gegossen werden kann.

Deshalb müssen Standart's geschaffen werden, um über API's auf Überwachungsfunktionen zugreifen zu können (z.B. bei VMware CIM, VMSafe usw.), damit der Hypervisor schlank gehalten werden kann.

Und ich glaube auch, das VMware beim ESX ein sehr grosses Qualitätsbewusstsein hat. Denn ich war bei der BETA von VI3 dabei und da wurde der Fahrplan ein paar mal geändert, da sich in der BETA 1 soviele Stabilitätsprobleme gezeigt hatten. Denn eigentlich hätte die BETA 2 vier Wochen nach Testabschluss der BETA 1 erscheinen sollen und die BETA 2 hat man mehrmals verschoben. Als dann die BETA 2 draussen war, musste ich eingestehen, das sich sehr viel getan hat betreffend der Stabilität und auch des Funktionsumfangs. Denn Anregungen aus den BETA 1 Tests wurden ernst genommen und auch umgesetzt, so das die BETA 2 sehr stabil lief. Da glaube ich, das sich VMware dieser Pflicht bewusst ist und dies auch lebt. Besonders jetzt, wo es noch andere Mitbewerber gibt, da darf sich VMware keine groben Schnitzer erlauben.

Die VDI Initiative ist sehr nett aber wie will man Firmen dazu bewegen, sich von Citrix XenApp abzuwenden um eine VDI aufzubauen? Denn auch Citrix hat lange gebraucht um die Entscheidungsträger davon zu überzeugen, das SBC was für die Massen ist. Denn auch neben VDI gibt es schon länger Initiativen von den grossen HW-Herstellern, um Workstation-Blades zu vermarkten und da harzt es auch immer noch. Ein bisschen besser ist VDI, da diese flexibler ist als die HW-Initiative aber wie sich hier der Markt entwickelt, muss sich zuerst noch zeigen.

Grosse Chancen gebe ich der Applikations-Virtualisierung. Da steckt sehr viel Potenzial drinnen aber da spielen ja auch schon ein paar Mitbewerber mit (VMware, Microsoft, Citrix usw.). Denn die Applikations-Virualisierung bietet neben der HW-Virtualisierung sehr viele neue, ungeahnte Möglichkeiten im Bereich der Flexibilität.

Nun denn, ich schliesse hier mal ab, denn mein Beitrag ist schon lange genug... :-)


Gruss

Thomas


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