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Der Weg aus einer VM- zu einer HD-Installation...

Hilfe bei Problemen mit der Installation und Benutzung des VMware Player.

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Der Weg aus einer VM- zu einer HD-Installation...

Beitragvon ManfredB » 01.11.2007, 14:48

... am Beispiel der ccux-linux-0.9.8.iso.

Warum überhaupt dieser Umweg?

Grund bei mir: auf meinen beiden Rechnern bleibt die CCux-CD aus unterschiedlichen Gründen während des Boot-Vorgangs hängen.

Auf dem alten Rechner liegt es wohl an der Konfiguration des Rechners, auf dem neuen mit DVD-Laufwerk mit JMicron-Controller findet CCux nach dem Booten seine Installationsmedien nicht.

Weil ich diese schlanke Distribution doch gerne auf meinem 64bit-Rechner haben möchte, sind etliche Wege vergeblich versucht worden.

Am Ende hat mich ein User in einem anderen Forum auf folgenden Gedanken gebracht:
Installiere ein Basis-System von CCux in einer virtuellen Umgebung, packe dann das System mit tar und entpacke es später auf deinem Rechner, dann ändere die Basis-Einstellungen in
grub-menu.lst, fstab und mtab.

Und da ich neugierig genug bin, ob das überhaupt funktioniert, habe ich es inzwischen mehrfach mit unterschiedlich verlaufenden Wegen ausprobiert.

1. Die Installation im VMware-player

Wer sich mit www.easyvmx.com ein wenig auskennt, weiss, dass man sich dort eine vmx-Datei zusammenstellen kann, die als Basis für die Installation per iso dient.

So habe ich zunächst ccux in der Virtuellen Umgebung installiert, und zwar nur ein Minimal-System (das kann man dankenswerterweise dort auswählen).

Nach der Installation habe ich neu booten müssen, habe dann sofort ein Update durchgeführt, denn damit wird auch gleich der Kernel erneuert.

2. Verpacken der Installation

Nach dem Update erneutes Reboot und booten in den Runlevel 1, bei dem man sich nur mit Passwort auf Konsole einloggen kann.

cd /
um auf die Rootebene zu gelangen.

Hier
tar cvf - /bin /boot /dev /etc /home /lib /media /mnt /opt /root /sbin /tmp /usr /var | gzip > ccux.tar.gz
/pric /srv und /sys lasse ich aus, sonst kommt es bei tar am Ende zu Fehlermeldungen.

Dieser Prozess des Verpackens dauert eine Weile.

3. Einrichten einer grafischen Oberfläche

Nach Abschluss der Verpackung habe ich das System so erweitert, dass ich in der Lage war, die ccux.tar..gz aus der Virtuellen Maschine auf die HD zu verschieben.

Manche können das sicher auch von Konsole aus per ssh im Netzwerk,
ich brauche eigentlich zumindes konqueror, weil ich mit dem auf SmartDrive von web.de zugreifen kann (das ist eine 4 GB grosse Partition, die ich für Up- und Downloads nutzen kann).

4. Entpacken von ccux.tar.gz

Die Partition, auf der CCux installiert werden soll, ist schon mit ext3 formatiert, so dass ich diese unter einer anderen Distribution mounten konnte.

Dort hiess der Befehl nun:
tar xvf ccux.tar.gz

Nun wird das gesamte System entpackt. Auch das dauert wieder eine Weile.

Zum Schluss dieser Aktion:
mkdir /proc
mkdir /sys

5. Das System auf HD präparieren

Ich wechsle nun in eine chroot-Umgebung, ein entsprechendes Verzeichnis habe ich unter mnt angelegt:
mkdir /mnt/chroot
mount /dev/hdaX /mnt/chroot
chroot /mnt/chroot

Nun bin ich in dem neuen System root und kann einiges bearbeiten, was sehr wichtig ist, andernfalls würde das System nicht booten.

Wie oben schon angedeutet, sind 3 Dateien in jedem Fall zu ändern:
/boot/grub/menu.lst (darin stimmt der Pfad nicht).
/etc/fstab (darin ist die Partition zu ändern).
/etc/mtab (darin ist die Partition zu ändern).

Nun muss das Verzeichnis /proc noch gemountet werden, damit Programme wie smart damit arbeiten können.
mount /proc /proc -t proc

Zunächst reinstalliere ich per smart alle die Programme, die soweit ich das beurteilen kann, wichtige Einträge in verschiedenen Verzeichnissen machen. Und die sollen in der neuen Umgebung entsprechend angepasst werden.

smart reinstall kernel grub hal hal-info udev MAKEDEV hwdata dbus
Danach dann gleich eine grafische Oberfläche - je nach Geschmack: KDE, Gnome, xfce o.a.
Bei mir ist es KDE:
smart install arts kdelibs kdebase kdeadmin kdeartwork kdemultimedia kdenetwork kdegraphics kdeutils kde-i18n-de amarok krusader gkrellm samba

Es fehlen immer noch die einen oder anderen Programme, die man sich später im Smart-Paket-Manager zusammensuchen kann.

6. Erstes Booten auf HD

Nun ist es an der Zeit, die chroot - Umgebung zu verlassen und die Partition zu unmounten.

Denn es soll jetzt der Test beginnen.

Ich boote in das neue System zunächst bis Level 1, um erst einmal zu sehen, was lsmod anzeigt (damit sehe ich sofort, ob die wichtigsten Module geladen sind):
Alles, was ich für erforderlich halte, ist geladen, zB das Netzwerk-Modul 8139too für meine RealTek-Karte, snd_ca0106 für meine Soundkarte und etliches mehr,

Mein Home-Verzeichnis hat im Moment noch nicht die passenden Rechte:
chown manbla /home/manbla

Nun geht es weiter zum Level 3, dort lasse ich nun eine xorg.conf generieren:
X -configure
Den anschliessend vorgeschlagenen Versuch, den xserver zu starten, lasse ich aus, denn da kann es passieren, dass der xserver hängenbleibt und dann nur noch ein harter Reboot erfolgen kann.
Ich schaue in die xorg.conf hinein und sehe, dass meine Hardware korrekt erkannt und eingearbeitet ist.

Also kann ich init 5 eingeben und sehen, was passiert.

gdm wird gestartet und zeigt mir das Login-Fenster in der richtigen Auflösung 1440x900.

Aufpassen sollte man, bei gdm ausdrücklich KDE auszuwählen, sonst kommt man prompt zu einer Fehlermeldung.
Später auf der grafischen Oberfläche lässt sich KDE als Standard einrichten:
kdesu gdmsetup

7. Fehlende Programme

Der Smart-Paket-Manager ist ein sehr gutes Tool, um fehlende Programme wie
firefox und seine Plugins, koffice und/oder openoffice und so weiter
schnell nachinstallieren zu können.

8. Fazit

Wer wie ich Probleme hat, mit der CCux-CD eine Installation anzustossen, kann diesen Umweg wählen, und kommt dann doch zum Ziel. Und da per
smart update
smart upgrade
das System immer aktuell gehalten werden kann,
ist das Warten auf das nächste Release gut zu ertragen.

CCux deswegen, weil es eine für schnelle Rechner optimierte Linux-Distribution ist, die schnell und schlank ist und daher zu meiner Sammlung von Distributionen sehr gut passt.

Gruss
Manfred

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